Ein Bausparvertrag war früher der Start ins Eigenheim. Damit konnte der Grundstein für den Kauf oder den Bau einer Immobilie gelegt werden. Doch die Attraktivität hat er anscheinend verloren. Lohnt sich Bausparen noch, fragt luckx – das magazin?
Bauspardarlehen
Die Sache mit einem Bausparvertrag scheint relativ einfach zu sein. Zuerst wird durch monatliche Zahlung angezahlt. Wenn die erforderliche Summe auf dem Konto ist, kann das der Beginn eines Immobilienkaufs sein. In der Anzahlungsphase erhält der Bausparer Zinsen auf seine Zahlungen. Bei der Nutzung des Bauspardarlehens werden dann Zinsen fällig. Beides zu einem niedrigeren als marktüblichen Zinssatz. Also attraktiv, oder?
Bei den niedrigen Zinssätzen in der Vergangenheit war Bausparen nicht attraktiv. „Billiges“ Baugeld schaffte viel Wettbewerb für die Bausparkassen. Erst der Nachfrageboom nach der Zinswende in den Jahren 2022 und 2023 erfuhr wieder einen Aufwärtstrend. Der ist aber nun vorbei. Das Neugeschäft der Bausparkassen hat sich inzwischen wieder auf einem normalen Niveau stabilisiert. Bezogen auf die Anzahl der Verträge schrumpfte der Gesamtmarkt in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 um etwa 15 Prozent. Gleichzeitig kletterte aber der Bestand an Bauspardarlehen nach oben – zum Teil sogar deutlich. Bei den Landesbausparkassen betrug der Zuwachs bezogen auf die Summe aller Bauspardarlehen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 gut 40 Prozent. Die Debeka verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Bestandswachstum an Krediten von 20 Prozent und auch beim Marktführer Schwäbisch Hall werden wieder vermehrt Darlehen in Anspruch genommen. Der Grund ist offensichtlich: Im Vergleich zu den zuletzt teurer gewordenen Hypothekendarlehen bieten Bauspardarlehen oft deutlich günstigere Zinsen. Diese bewegen sich bei den Sollzinsen der Bauspardarlehen je nach Tarif und Anbieter etwa zwischen 0,45 und 4,65 Prozent, häufig liegen die Zinsen im Bereich von rund 1,4 bis 2 Prozent effektiv.
Immobilienfinanzierung
Wer also vor Jahren in der Niedrigzinsphase entgegen dem damaligen Trend einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, profitiert heute: Der Sparer hat ein Anrecht auf eine besonders zinsgünstige Immobilienfinanzierung. Einsetzen lässt sich der Bausparvertrag auch für eine Anschlussfinanzierung oder für größere Sanierungen an Altbauten. Gerade Letzteres ist aufgrund des allgemein wachsenden Drucks, die eigene Immobilie energetisch fit zu machen, ein immer häufigeres Motiv für den Abschluss eines neuen Bausparvertrags.