Fett abbekommen

Es ist das Fett. Es sorgt dafür, dass unsere Herzgesundheit leidet. Dabei sollten wir es uns nicht so einfach machen und genauer hinschauen. Warum Blutfette unserer Gesundheit Schaden können und wie wir damit umgehen sollten, hat luckx – das magazin recherchiert und setzt den Bericht fort.

Blutfette (Lipide)

Lipide haben im Körper viele lebenswichtige Aufgaben. Sie dienen u.a. als Energiespeicher, sind Bausteine von Zellwänden und Grundstoffe für Hormone. Zu den wichtigsten Lipiden im Blut gehören das LDL-Cholesterin (das sogenannte schlechte Cholesterin), das HDL-Cholesterin, Triglyzeride (Neutralfette, diese werden vor allem über die Nahrung aufgenommen und sind durch eine Ernährungsumstellung mit Alkoholreduktion gut zu beeinflussen) sowie Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ein erblich bedingter Risikofaktor.

Wer seine Herzgesundheit aktiv fördern möchte, sollte zuerst auf das Rauchen verzichten, sich regelmäßig bewegen und gesund ernähren. Optimal sind mindestens fünf Mal die Woche 30-60 Minuten Ausdaueraktivität (flottes Gehen, Laufen, Radfahren, Schwimmen etc.) und eine insgesamt aktive Lebensweise, die sitzende Tätigkeiten durch Bewegungseinheiten ausgleicht (Spazierengehen in der Mittagspause). Ergänzend zum Ausdauertraining sind ein moderates Krafttraining (Kraftübungen mit niedriger Belastung und hoher Wiederholungsrate: z.B. 30 Prozent der Maximalkraft bei 20 Wiederholungen – Pressatmung unbedingt vermeiden), Mobilitäts- und Beweglichkeitstraining (z.B. Gleichgewichts- und Dehnübungen) oder ein isometrisches Krafttraining (z. B. 4 x 2 Minuten Wandsitzen; die Belastungsdauer sollte sich an der individuellen Kraft orientieren und kann daher auch kürzer sein) zu empfehlen.

Bei der Ernährung kann die mediterrane Küche den Einstieg in eine gesunde Lebensweise erleichtern und mit ihren präventiven Vorteilen für die Herzgesundheit sorgen. Sie ist reich an frischem Gemüse, Obst, Salaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen, Kräutern und gesunden Fetten (z.B. Leinöl, Olivenöl), die mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Insgesamt werden zudem nur wenige tierische Produkte genutzt.

Ballaststoffe und gesunde Pflanzenöle

Ballaststoffe können die LDL-Konzentration im Blut etwas senken. Als unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel binden sie im Darm die für die Verdauung wichtigen Gallensäuren, die überwiegend aus Cholesterin bestehen. Die gebundenen Gallensäuren werden mit dem Stuhl ausgeschieden, der Körper muss nun die Gallensäuren neu aus Cholesterin bilden. Das lässt bei regelmäßigem Konsum ballaststoffreicher Lebensmittel den Gesamtcholesterinspiegel im Blut messbar sinken: bis maximal zehn Prozent, abhängig vom Ausgangszustand. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 bis 40 Gramm. Besonders ballaststoffreich sind beispielsweise Haferflocken, Haferkleie, Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen, Obst, vor allem Äpfel, Birnen, Rhabarber und Beeren, Steinpilze, Pfifferlinge und Karotten, Brokkoli und Artischocken.

Olivenöl

Für Omega-3-reiche Öle werden ebenfalls positive Effekte für Herz und Gefäße diskutiert. Omega-3 ist eine ungesättigte Fettsäure, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Reich an Omega-3 ist vor allem Olivenöl, Leinöl, auch Walnuss-, Raps- und Hanföl. Die Vorteile von Omega-3-Fettsäuren beruhen darauf, dass sie Triglyzeride (Neutralfette), die vor allem über die Nahrung aufgenommen werden, senken, und so die Gefäßfunktion schützen und Entzündungen hemmen.

LDL-C-Zielwert

Für eine Behandlung bei hohen LDL-C-Werten ist immer die individuelle Person, also auch ihr Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu betrachten. Ist zum Beispiel nur das LDL-C leicht erhöht oder liegen noch zusätzliche Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und/oder Begleiterkrankungen (Rauchen, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus, Bluthochdruck) sowie extreme Risiken wie eine ausgeprägte Arteriosklerose vor? Aktuelle Therapieempfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften stimmen darin überein, dass folgende LDL-Werte anzustreben sind. Für gesunde Menschen mit niedrigem Risiko, ohne Risikofaktoren gilt ein LDL-Cholesterinwert unter 116 mg/dl (<3,0 mmol/l) als Zielwert. Bei mittlerem Risiko sollte ein LDL-Cholesterin-Zielwert unter 100 mg/dl (unter 2,6 mmol/l) angestrebt werden. Zusätzlich relative Senkung um mindestens 50 Prozent gegenüber dem Ausgangswert ist bei hohem Herz-Kreislauf-Gesamtrisiko (z.B. Rauchen, ausgeprägter Bluthochdruck, genetisch bedingt hohe Cholesterinwerte) sollte ein LDL-Cholesterin-Zielwert unter 70 mg/dl (unter 1,8 mmol/l) anzustreben.

Bei sehr hohem Herz-Kreislauf-Gesamtrisiko (z.B. Diabetes oder schon vorhandene Herz-Kreislauf-Erkrankung) sollte ein LDL-Zielwert unter 55 mg/dl (unter 1,4 mmol/l) angestrebt werden. Bei extrem hohem Herz-Kreislauf-Gesamtrisiko (z.B. bei kardialen Ereignissen trotz Statintherapie, bei Mehrgefäßerkrankungen oder ausgeprägter Arteriosklerose in der Bildgebung) sollte ein LDL-Zielwert unter 40 mg/dl (unter 1,0 mmol/l) angestrebt werden.

So scheint für einen Diabetes-Patienten die Senkung des LDL-C mindestens genauso wichtig wie die seines Blutzuckers, weil beides gefäßschützend wirkt und das Infarktrisiko senkt.

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