Rund 70 Prozent der Reisenden nutzen ihr Auto für ihre Urlaubsreise. Da ist es üblich, vor der Reise das Fahrzeug noch einem Check zu unterziehen. Doch Autofahrer sollten genau aufpassen, wenn die Werkstatt mal eben Schäden feststellt, meint luckx – das magazin.
Kostenfalle
Als wir im Winter unser Wohnmobil zur Wartung in der Werkstatt hatten, rief der Werkstattmeister an und informierte, dass das Handbremsseil erneuert werden müsste. Beim Abholen war die Handbremse zwar funktionsfähig. Doch nach der Überprüfung war sie fest. Nach wenigen Kilometern taute das Wasser im Handbremsseil auf und die Handbremse funktionierte wieder. Zuhause wurde „mal schnell unters Fahrzeug gekrabbelt“, ein wenig Rostlöser an die Mechanik und ans Seil gesprüht. Seitdem funktioniert die Handbremse einwandfrei. Gewusst wie hat rund 300,- Euro gespart.
Nun ist jeder zu so einer kleinen „Reparatur“ nicht in der Lage und vertraut der Werkstatt. Das ist den Werkstätten auch bekannt. So wird im Frühjahr, zu Reisebeginn und zum Herbst zum Checken eingeladen. Und viele Autofahrer machen davon Gebrauch. Gegen eine kleine Gebühr wird das Fahrzeug rundum untersucht, mit dem Ziel, Schäden zu finden. Immer wieder erlebt der ADAC, dass bei diesen Frühjahrschecks vermeintliche Defekte – teils im vierstelligen Bereich – gefunden werden. Damit einher geht meist auch das Angebot der Werkstatt, den Schaden sofort vor Ort zu beheben, oft wird eine hohe Dringlichkeit oder ein Verkehrssicherheitsproblem geltend gemacht. Doch diese Schecks sollten umgegangen werden.
Check empfehlenswert
Generell ist ein regelmäßiger Check zu empfehlen. Ein Fahrzeug besteht aus einer Vielzahl von Verschleißteilen, die durch den Einfluss von Belastung, Wetter und Zeit an Leistung einbüßen oder sogar kaputt gehen können. Für Werkstätten sind Schecks insofern interessant, als dass sie auftretende Defekte reparieren können. Den ADAC erreichen aber immer wieder Verdachtsmeldungen von Mitgliedern, dass einzelne Werkstätten versuchen, nach einem Check unnötige Reparaturen zu verkaufen. Autofahrer sollten wissen, dass es ihnen bei einem Scheck immer freisteht, ein Reparaturangebot abzulehnen. Der eigentliche Auftrag bezieht sich nur auf die Untersuchung und nicht auf einen möglichen Folgeauftrag. Insbesondere bei aufwändigeren Reparaturen sollte man sich zunächst den Schaden zeigen und dann einen Kostenvoranschlag anfertigen lassen. Anschließend kann man sich bei einer zweiten Werkstatt oder einer neutralen Prüfstelle eine weitere Bewertung oder Angebot einholen. ADAC Untersuchungen zeigen, dass die Reparaturkosten je nach Anbieter sehr weit auseinander liegen können, weshalb sich Vergleichen immer lohnt. Verbraucher sollten unbedingt dann stutzig werden, wenn sie zu einer sofortigen Entscheidung gedrängt werden. Selbst für den Fall, dass der Schaden so schwer sei, dass man damit nicht mehr weiterfahren könne, gibt es die Möglichkeit, sich telefonischen Rat bei einer anderen Werkstatt oder auch der ADAC Technik-Hotline einzuholen. Auf keinen Fall sollte bei Skepsis ein Reparaturauftrag erteilt werden – auch eine mündliche Zusage kann bereits als Auftrag gewertet werden.
Neutrale Untersuchung
Wer von vornherein eine neutrale Untersuchung favorisiert, sollte den Scheck bei einer Einrichtung durchführen lassen, die keine eigenen Reparaturen anbietet. Das können unabhängige Prüfdienste sein – auch der ADAC bietet entsprechende Untersuchungen in vielen Prüfzentren an. Neben diversen Frühjahrs- und Urlaubschecks lassen sich hier auch weitere Untersuchungen zur Fahrzeugbewertung und Wertermittlung durchführen. Mit dieser Expertise ist man beispielsweise beim Kauf oder Verkauf von Gebrauchtwagen auf der sicheren Seite.