oder der Mann. So erleben Baumärkte seit vielen Jahren regen Zulauf. Insbesondere zur Corona-Zeit waren sie die Handelsgewinner. Aber nicht nur im Haus oder der Wohnung wurde Hand angelegt, wie luckx – das magazin recherchierte.
Selbstausbau
Wer die entsprechenden Seiten im Internet oder sich Videos anschaut, trifft auf eine Vielzahl von begeisterten Selbstausbauern. So werden alte als auch neue Fahrzeuge in Reisemobile verwandelt. Die Ansprüche sind dabei sehr unterschiedlich. Auch auf den einschlägigen Messen ist dies ein großes Thema (geworden). Traditionell zeigt die Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen wie der Ausbau von Geländefahrzeugen erfolgt. Immer zielgerichteter werden dort die Angebote für die Besucher zugeschnitten. Das ließ andere Messen wie die CMT in Stuttgart als auch den Caravan Salon in Düsseldorf aufhorchen. Auch dort finden sich nun Angebote für Selbstausbauer.
Die Intentionen der Selbstausbauer sind dabei sehr unterschiedlich. Bei dem einen ist es das Geld, bei anderen die Qualität und dritte wiederum finden auf dem Markt nicht das, was sie suchen. Die Premiere feierte der Selbstausbau nun während der CMT. Der Veranstalter ist sich sicher, ein wichtiges Thema aus dem Camping- und Caravaning-Sektor aufgegriffen zu haben. Das überregionale Interesse sprach für sich: Rund 40 Prozent der Besucherinnen und Besucher, die schon am ersten Messetag in großen Trauben auf die Toröffnung warteten, nahmen eine Anreise von mehr als 100 Kilometer gern in Kauf. Längst sei „der Eigenausbau keine Sparte mehr für all diejenigen, die sich keinen Camper von der Stange leisten können”, erklärte Ulrich Dolde, Fachautor für Wohnmobilausbau. Nicht selten würden sechsstellige Summen in den Ausbau investiert, wodurch „eine beachtliche Wertschöpfung und ein ernst zu nehmendes Marktpotenzial” entstehe. Schwerpunkte legte die Selbstausbau deshalb auf Komponenten, aber auch auf Information und Beratung. Im Fokus des Interesses der Bastlerinnen und Bastler lagen vor allem Innenausbau (64%), Elektronik (48%) und Planung (36%).
Große Nachfrage
Die Ausstellenden freuten sich über dicht belagerte Stände: „Unser Auftritt wurde sehr gut angenommen”, sagte Sven Mammach, Mit-Geschäftsführer der Busbastler Academy. „Sowohl durch unseren Standplatz am Halleneingang als auch durch unser Angebot waren wir die erste Anlaufstelle. Die eine Hälfte der Kundschaft besitzt bereits ein Reisemobil und will komplett umbauen, die anderen waren Neulinge. Neben Fragen zu Elektrik, Wasserversorgung oder Batterie ging es oft um Raumkonzepte für Menschen mit Einschränkungen. Wir konnten gut beraten und Interessenten gezielt an entsprechende andere Aussteller weiterleiten. Auch unsere Workshops wurden gut nachgefragt und gebucht. Alle waren froh, dass das Thema Selbstausbau endlich einmal umfassend beleuchtet wird. Hier sehe ich großes Potenzial, da ist noch viel Luft nach oben.”
Stefan Weiland, Geschäftsführender Inhaber von Stefan Weiland Vans und Wasser, pflichtete ihm gerne bei: „Die Messe ist eine gute Idee, denn die Selbstausbauer wollen ihr eigenes Ding machen. Gerade das Thema Wasser beschäftigt viele Kunden. Ich habe selbst viel ausprobiert, bis ich schließlich mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Das Publikum war gemischt, von Upgrade-Kunden bis hin zu digitalen Nomaden, die richtig viel Geld in ihre Fahrzeuge investieren. Der Zuspruch war gut, mein Angebot wurde geschätzt, meine Produkte gekauft. Ich denke, nächstes Mal komme ich wieder.” Auch Lorenz Schult, zuständig für Service und Technik bei der Arwinger GmbH & Co. KG, bezeichnete den Messeauftritt seines Unternehmens als Erfolg: „Auf der Selbstausbau herrschte eine hohe Nachfrage und ein gleichermaßen hoher Beratungsbedarf. Es war sehr viel los; man hatte kaum Zeit, zwischendurch einmal eine Kleinigkeit zu essen. Wir stießen auf großes Interesse an unseren Produkten und konnten viele Fragen nach Umbaumöglichkeiten beantworten. Wir hatten alle Hände voll zu tun – und es hat viel Spaß gemacht!”
Motivation ist gefragt
Selbstausbau richtet sich an alle, die zum einen mit viel Motivation ihr Fahrzeug ausbauen möchten und Unterstützung suchen oder bereits Erfahrung im Ausbau gesammelt haben und Inspiration für weitere Projekte suchen. Zum anderen an Interessierte, die ein Standardfahrzeug haben und es nach persönlichen Wünschen anpassen möchten, beispielsweise mit einer neuen Dusche oder maßgeschneiderter Technik. Insgesamt waren in Stuttgart folgende 14 Ausstellungsbereiche vertreten: Karosserie, Isolierung und Dämmung, Elektrik und Energieversorgung, Wasser- und Abwassersysteme, Innenausbau und Kochen, Kühlen und Toiletten, Ausstattung und Zubehör sowie schließlich Dienstleistungen.