Warme Füße

Es gibt wohl aktuell nichts wichtigeres, als warme Füße zu haben. Auch im übertragenen Sinne. Deshalb ist eine gute Heizung das A und O. Doch so manche Heizung strahlt nur über die Heizkörper in den Raum. Manchmal bleibt es „fußkalt“, wie luckx – das magazin recherchierte.

Fußbodenheizung

Es gibt für warme Füße nichts besseres als eine Fußbodenheizung. Doch der „Spaß“ ist in den Millionen Bestandsimmobilien in Deutschland nicht so leicht umzusetzen. Denn die Heizungsrohre müssen in den Fußboden hinein. Und das ist einfacher gesagt als getan. Doch anscheinend gibt es Möglichkeiten, um so etwas zu realisieren. Wer so eine Fußbodenheizung nachrüsten möchte, muss nicht mehr den kompletten Estrich entfernen. Mit Spezialmaschinen aus den Niederlanden wird die Fußbodenheizung direkt in den Estrich gefräst – staubarm, in wenigen Tagen fertig und überraschend kostengünstig. Damit wird die energetische Sanierung selbst in älteren Immobilien bezahlbar und effizient umsetzbar. Doch in diesem Winter wird das wohl nicht schnell zu warmen Füßen führen. Aber die nächste kalte Zeit kommt.

Normalerweise ist der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung teuer und aufwändig: erst muss der komplette Estrich entfernt werden, am Ende liegt der Boden viel höher und Türen, Fenster und Treppen passen nicht mehr – hohe Kosten von 50-150.000 Euro für ein Einfamilienhaus und Renovierungszeiten von 6-10 Monaten sind die Regel. Dieses Problem werden mit den Spezial-Fräsmaschinen Kanäle direkt in den vorhandenen Boden eingebracht. Das grandiose: In wenigen Tagen lassen sich moderne Fußbodenheizungen nachträglich einbauen. Renovierer können mit Kosten von 5-10.000 Euro für ein komplettes Einfamilienhaus rechnen. Zum Teil lassen sich diese Kosten noch staatlich fördern.

Geeigneter Fußboden

Die beste Voraussetzung: Eine ausreichende Estrichstärke von 4 cm – dann lässt sich mit einem starken 16mm-Rohr arbeiten. Hat der Estrich eine geringere Höhe, können individuelle Lösungen mit dünneren Rohren und anderem zum Einsatz kommen. Geeignet sind alle festen Estricharten – insbesondere Zementestrich, Gussasphalt oder Gipsfaserplatten. Auch auf Betonplatten kann in vielen Fällen gefräst werden. Wichtig: Der Boden sollte eben und tragfähig sein. Vorhandene Bodenbeläge und Kleberreste müssen vor dem Fräsen entfernt werden, bei Fliesen und Terrazzo kann auch eine direkte Durchfräsung verwandt werden. Sind Risse im Estrich vorhanden, lassen sich diese in vielen Fällen durch Klammerung und Harzung reparieren.

90 % der Böden sind geeignet – auch im Bestand

Gerade für Immobilien ab den 1970er Jahren bietet die Technik eine ideale Lösung, um den Anschluss an den Effizienzhaus-Standard zu schaffen – ohne große Umbauten. Die meisten Böden in diesen Häusern eignen sich problemlos für das Fräsverfahren, aber auch viele Immobilien aus den Baujahren davor sind geeignet – manchmal braucht es dort nur ein kleineres Rohr oder wenige Millimeter Aufbau vorab. Fördermittel für die Nachrüstung gibt es meist entweder über die Bafa-Förderung oder im Rahmen von KfW-Programmen – besonders in Kombination mit einem Heizungstausch oder einer Wärmepumpe.