Nachdem in den letzten beiden Jahren die Nachfrage nach Solarenergie zurückging, scheint nun durch die abermalige Energiepreissteigerung ein neuer Impuls gesetzt. Solarenergie wird wieder attraktiv, wie luckx – das magazin recherhierte.
Energieautark
Die Bundesbürger versuchen sich von den hohen Energiepreissteigerungen unabhängig zu machen. Denn die Strom- bzw. Energiekosten steigen. Ein Ende scheint momentan nicht absehbar. Die Gründe sind vielfältig, teilweise politisch bedingt, teilweise dem weltweiten Energiemarkt geschuldet. Auf einige Faktoren der Kostensteigerung hat der Eigenheimbesitzer kaum Einfluss, andere lassen sich mit intelligenten Lösungen durchaus kompensieren. Preisschwankungen an der Strombörse, steigende Netzentgelte oder staatliche Ab- und Umlagen gehören wohl eher zu den Faktoren, die der Eigenheimbesitzer kaum kontrollieren kann. Deshalb sollte der Fokus darauf gerichtet sein, sein Eigenheim möglich autark auszurichten.
Sein eigenes Haus wirklich autark und unabhängig von der Gesellschaft auszubauen, wird mancherorts versprochen, ist aber unrealistisch. Technisch sicher möglich, aber nur mit sehr hohen Investitionskosten einhergehend. Auch wird zwischen echter Autarkie und bilanzieller Autarkie unterschieden. Von echter Energieautarkie spricht man, wenn ein Gebäude über keinerlei Anschluss an das öffentliche Strom- und Gasnetz verfügt, bilanzielle Energieautarkie sagt, dass man mehr Energie erzeugt, als verbraucht.
Kosten reduzieren
Der Wunsch nach Autarkie oder zumindest eine Kostenreduzierung, ist eher ein langfristiger Weg. Neben der Analyse ist zu klären, wie eine Verbrauchs- bzw. Kostenoptimierung erfolgen kann. Das ist zwar kein Buch mit sieben Siegeln. Doch es erfordert eine gewisse Sach- und Fachkompetenz. Dafür kann eine Beratung hilfreich sein.
Zunächst ist zu erfassen, welche Energiemenge tatsächlich benötigt wird, welche Verbraucher, zu welcher Zeit in Betrieb genommen werden sollen. Zur optimalen Effizienz gehört, sämtliche Systeme dem individuellen Bedarf jeden Hauses anzupassen.
PV-Anlagen erzeugen mittels Solarzellen bei Sonnenstrahlung über den photoelektrischen Effekt Gleichstrom. Dieser wird durch einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt und kann dann als Energie im eigenen System genutzt werden, in Batteriespeichern zur späteren Nutzung aufbewahrt werden, oder in das öffentliche Netz eingespeist werden.
Wärme
Ob zum Heizen des Eigenheims eine Wärmepumpe eingesetzt werden sollte, ist weiterhin eine individuelle Lösung. Das muss vor Ort geklärt werden. Es gib verschiedene Arten von Wärmepumpen, deren Funktionsweisen ähnlich sind. In einem geschlossenen Kreislauf wird aus Luft, Boden und Wasser Wärmeenergie entzogen, erwärmt damit ein Kältemittel und versetzt es in einen gasförmigen Zustand. Dieses Gas wird durch Zufuhr elektrischer Energie verdichtet. Dadurch steigen der Druck und die Temperatur des Gases stark an. Über einen Kondensator wird die Wärme dem Heizkreis (Heizwasser) zugeführt und beginnt wieder abzukühlen. Das Kältemittel fließt daraufhin durch ein Expansionsventil, welches den Druck senkt, somit das Kältemittel weiter abkühlt und wieder verflüssigt. Dann kann der Prozess von neuem beginnen.
Ziel ist es, mit der Wärmepumpe nur ca. ein Viertel an elektrischer Energie zuzuführen. Das jedenfalls wird immer im Vergleich zu herkömmlichen Technologien der Wärmeerzeugung angeführt. In Kombination mit einer PV-Anlage besteht hier das größte Einsparpotenzial für Hausbesitzer.
Wallbox
E-Fahrzeug-Besitzer sollten sich über die Anschaffung einer gesteuerten Wallbox beraten lassen. Sie kann nicht nur eine Steckdose zum Aufladen des Fahrzeugs sein. Denn die PV-Anlage produziert bedingt durch die Tageszeit, Jahreszeit und Quantität der Sonneneinstrahlung auch unterschiedliche Mengen an Energie. Morgens und abends sind in der Regel mehr Elektrogeräte im Haushalt in Betrieb, währenddessen tagsüber die PV-Anlage den meisten Strom erzeugt. So können diese Wallboxen so programmiert werden, dass für das Laden die höchste Energieeffizienz erreicht wird.
Der Energieautarkie am nächsten kommen PV-Anlagen-Besitzer mit einem Batteriespeicher. Dieser bringt viele Vorteile. Solarstrom wird durch Sonnenstrahlung produziert, was gleichzeitig aber bedeutet, dass nachts keine, morgens und abends nur mäßig, tagsüber dagegen die meiste Energie erzeugt wird. In dieser Zeit können die Speicher gefüllt werden und in den Stunden des größten Energiebedarfs genutzt werden. Ebenso lässt sich damit das Laden Ihres E-Autos hervorragend planen. Damit ist man gegen Stromausfälle gewappnet.
Auf dem Weg in die Unabhängigkeit
Der erste Schritt kann nur heißen: Beratung und genaue Planung. Dazu ist der konkrete Bedarf an Energie und Autarkie zu berechnen. Das Ergebnis wird sein: Kostenersparnis und Unabhängigkeit für Zuhause.