Müssen erst die Zähne herausfallen?

Wir von luckx – das magazin haben schon einige Male über den Irrsinn von politischen Entscheidungen geschrieben. Nicht, weil wir es besser wissen (möchten), sondern auf bestimmte Dinge aufmerksam zu machen. So ist es auch bei der Zahngesundheit der deutschen Bevölkerung.

Prävention stärken

Prävention bekommt anscheinend nicht die Aufmerksamkeit, die es verdient. Denn je mehr wir vorbeugen, desto finanziell günstiger wird unser Gesundheitssystem. Sei es bei der Bewegungsförderung, wie es beispielsweise die französische Regierung rund 10 Jahre von den erfolgreichen Olympischen Spielen in Paris 2024 begonnen hat. Bewegungsförderung wurde durch entsprechende Einrichtung im ganzen Land an oberste Position geschrieben. Wer sich in Frankreich umschaut, finden überall entsprechende Einrichtungen zur Gesundheitsförderung. Der Erfolg wird gern kommuniziert, wie wir bei unserer Berichterstattung und Besuch verschiedenen Einrichtung während der Olympiade 2024 in Paris erfuhren. Doch nicht nur Bewegung ist wichtig. Auch eine gesunde Lebensweise. Das bezieht den bewussteren Umgang mit Alkohol, Zucker und Tabak ein als auch eine gesunde Ernährung. Das lässt sich durch adäquate Vorteile wie beispielhaft die Unterstützung bei Bio-Produkten erreichen. Oder auch damit, dass entsprechend höhere Kosten für bestimmte Produkte auferlegt werden. So könnten angemessene Abgaben für Zucker, Alkohol oder Tabak einen gewisse gesundheitlichen Steuerung erzielen. Wer darauf nicht verzichten möchte, müsste dann mit höheren Kosten rechnen. Oder er zahlt einen höheren Beitrag ins Gesundheitssystem ein. Darüber hinaus müssten Betroffene die Möglichkeit erhalten, sich mit ihren „Süchten“ auseinanderzusetzen.

Zahnärzte

Zahnärzte erkennen meist als erste, wenn Patienten Hilfestellung bei Süchten wie Tabakkonsum oder im Ernährungsverhalten Unterstützung benötigen. So greift der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) diesen Gedanken auf und betont die Bedeutung gesunder Ernährung und wirksamer Prävention – auch mit Blick auf die Debatte um Einsparungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). „Zucker, Alkohol und Tabak sind zentrale Risikofaktoren für Allgemeinerkrankungen sowie für Karies und Parodontitis. Sie verursachen hohe Folgekosten, werden gesundheitspolitisch aber nicht verursachungsgerecht berücksichtigt“, erklärt der FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. Christian Öttl. Ziel muss es dehalb sein, den Konsum von Zucker, Alkohol und Tabak zu senken und die Gesundheitskompetenz frühzeitig zu stärken. „Es kann nicht sein, dass die Industrie und der Staat Milliarden mit Zucker, Alkohol und Tabak verdienen, und das Krankenversicherungssystem an den Folgen davon krankt“, betont Öttl.

Sparmaßnahmen am Gesundheitssystem

Zugleich warnt der FVDZ-Bundesvorsitzende davor, bei der Zahnmedizin zu kürzen: „Es ist bemerkenswert, dass als Sparmaßnahmen in der GKV ausgerechnet Leistungskürzungen in der Zahnmedizin als erste Option ins Spiel gebracht wurden. Stattdessen sollten verursachungsgerechte Modelle wie zweckgebundene Abgaben auf Zucker, Alkohol und Tabak ernsthaft diskutiert werden – anstatt die Erfolge der Prävention aufs Spiel zu setzen.“

Die Deutsche Mundgesundheitsstudie DMS VI belege den Erfolg konsequenter zahnmedizinischer Prävention in allen Bevölkerungsgruppen. Die Zahnmedizin habe als erster GKV-Bereich gezeigt, dass Prävention für alle wirke – und sei mit 5,6 Prozent der GKV-Gesamtausgaben kein Kostentreiber. „Wer hier kürzt, schwächt einen der erfolgreichsten Präventionsbereiche unseres Gesundheitssystems“, stellt Öttl fest.