Energie sparen

Die Energiekrise setzt sich unvermindert fort. Auch solche kosmetischen Maßnahmen wie die Kraftstoffkostenreduzierung an der Zapfsäule bewirken eher das Gegenteil. Ebenso erfolgt am Stromzähler weiterhin ein Abzocken mit hohen Strompreisen. Dabei sollten schon seit Jahren Smart Meter den Verbrauchern beim Stromsparen helfen, wie luckx – das magazin recherchierte.

Smart Meter als Einstieg

Wer auf einen dynamischen Stromtarif umsteigen will, muss zunächst den alten mechanischen Stromzähler gegen ein digitales Messsystem austauschen. Das müssen die Netzbetreiber bei allen Kunden bis 2032 kostenlos durchgeführt haben. Danach sind die analogen Zähler nicht mehr zulässig. Wer bestimmte Voraussetzungen erfüllt, erhält schon heute automatisch einen Smart Meter. Dieses kleine Gerät im Zählerschrank soll dem Kunden durch digitale Technik mehr Transparenz und Effizienz beim Stromverbrauch bringen. Ab 1. Januar 2025 ist diese Technik vorgeschrieben, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Dazu ist ein Stromverbrauch über 6.000 kWh im Jahr erforderlich. Außerdem sollte eine Photovoltaikanlage mit über 7 Kilowatt (kW) Nennleistung im Jahr (PV-Anlage) vorhanden sowie eine Wallbox und eine Wärmepumpe angeschlossen sein. Wer keine dieser Bedingungen erfüllt, kann diese Technik gegen eine geringe Gebühr entweder vom Stromanbieter erhalten oder über das Internet beziehen. Einige Anbieter werben mit dem kostenlosen Einbau und dem Wechsel zu einem Anbieter mit dynamischen Stromtarifen. Die angebliche Kostenersparnis: 35 Prozent.

Technik

Ein Smart Meter ist mit einem Kommunikationsmodul ausgestattet. Der Zähler überträgt zum einen die Verbrauchsdaten des Kunden an den Energieversorger. Das Ablesen, wie es früher üblich war, ist nun überflüssig. Zudem hat man über das Display den Energieverbrauch im Viertelstundentakt im Blick. Außerdem lassen sich die Verbrauchsdaten der letzten 24 Monate ablesen. Im Kundenportal des Energieanbieters kann man dann sehen, was das Gerät gemessen hat, und zwar Jahres-, Monats-, Tages- und 15-Minuten-Übersichten. Über den Smart Meter lassen sich die Vorteile dynamischer Stromtarife realisieren. Allerdings nur manuell. Das heißt: Stellt man fest, dass der Strom zum Beispiel in den Nachtstunden besonders günstig ist, lädt man dann die Autobatterie und betreibt die Wärmepumpe, startet man die Waschmaschine oder lädt den Energiespeicher voll. Entweder macht man das dann manuell oder über eine Zeitschaltuhr. Vielen Leuten dürfte dieses Handling vollkommen ausreichen. Doch das erfordert viel persönlichen Einsatz und ständige Marktbeobachtung. Wer das also zu seinem Hobby macht, kann glücklich werden und ein paar Euro im Jahr einsparen. Doch damit lässt sich keine Energie- und Mobilitätswende begründen. Eher ist es doch weiterhin so, dass Verbraucher abgezockt werden. Wie an der Zapfsäule. So etwas erzeugt eher Unmut. Hier ist dringendes politisches Handeln erforderlich.