Ja zum Energiesparen?

Glauben wir den politischen Meinungsträgern, führt kein Weg am Energiesparen vorbei. Welche Möglichkeiten zum Energiesparen bestehen, hat luckx – das magazin schon mehrfach behandelt. Doch werden tatsächlich die Kosten reduziert, wenn bestimmte Energiesparmaßnahmen durchgeführt werden? Luckx – das magazin ging dieser Frage nach.

Sparmaßnahmen

Um es gleich vorweg zu nehmen: wer mit nachhaltig erzeugter Energie Wärme und Strom erzeugt, ist auf dem richtigen Weg. Dabei sind natürlich die Investitionskosten und die damit zusammenhängenden Energiepreise zu betrachten. Mit Sonne und Wind, so ist einschlägigen Quellen zu entnehmen, lassen sich Strompreise von etwa 3 Cent pro Kilowattstunde realisieren. Doch Sonne und Wind stehen meist nicht immer dann zur Verfügung, wenn sie benötigt werden; oder es gibt viel zu viel davon und die Anlagen werden abgeschaltet. Und kostengünstige Speichermedien sind noch nicht umfassenden verfügbar. Und wenn, dann belasten sie – bisher – die Umwelt bei ihrer Herstellung und verteuern den Strompreis erheblich. So ist weiterhin sparen notwendig.

Bauschäden

Die kühle Jahreszeit steht vor der Tür und die politischen Entscheider fordern gerade deshalb sich auf das Sparen einzustellen. Das so etwas gerade bei sensiblen Menschen zu Überreaktion führt, ist denen nicht bewusst. Von kalten Füßen bis zu Angstzuständen wird so erzeugt. Mehr Sensibilität sollte von den Volksvertretern erwartet werden können.

Im kommenden Winter soll deshalb Energiesparen beim Warmwasserverbrauch und beim Heizen das Gebot der Stunde angesichts exorbitant gestiegener Preise für Gas und Strom sein. Vor diesem Hintergrund warnt das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN vor einem unüberlegten Wärmemanagement. Dies könne schlimmstenfalls zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Schimmelpilze und letztlich sogar zu Bauschäden führen.

So ungewöhnlich es sich auch anhören mag, wenn man die zum Teil dramatischen Warnungen derzeit hört: Auch beim Energiesparen sollte man maßvoll vorgehen“, sagt der DEN-Vorsitzende, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker. „Es ist niemandem gedient, wenn man es übertreibt und sich in tief ausgekühlten Räumen bei hoher Luftfeuchtigkeit Schimmelsporen ansiedeln und die Bewohner krank machen.“

Dannecker rät davon ab, im Winter in wenig oder gar nicht genutzten Räumen eines Hauses oder einer Wohnung die Heizkörper komplett abzustellen. „Es ist klar, dass mindestens ein Frostschutz gewährleistet sein muss“, sagt der Ingenieur. Anderenfalls können etwa bei Heizrohren, die in Außenwänden verlegt sind, teure Bauschäden entstehen.“ Es sei zu empfehlen, eine Mindesttemperatur in solchen Räumen von ca. 18 Grad bei schlecht gedämmten und ca. 16 Grad bei gedämmten Gebäuden anzustreben. Dies verhindere eine Schimmelbildung. Dabei dürfe auch nicht vergessen werden, solche Räume regelmäßig zu lüften.

Schimmelbildung

Schimmel siedele sich gerne an sogenannten Wärmebrücken an. Dies seien nicht oder nur unzureichend gedämmte Bauteile. Dazu zählten beispielsweise Fensterlaibungen, Brüstungen oder Stürze sowie Deckenränder und Außenecken. Insbesondere nicht gedämmte Geschossdecken ließen Heizwärme ungenutzt verpuffen. Dannecker: „Auch angesichts des aktuellen eklatanten Handwerkermangels gibt es noch die Möglichkeit, in Eigenarbeit Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Dazu gehört etwa die Dämmung der Kellerdecke. Ein Heimwerker kann diese ohne weiteres selbst zustande bringen.“ Anspruchsvollere Aufgaben sollten aber unbedingt den Profis überlassen bleiben, so der Architekt und Energieberater.

Der DEN-Vorsitzende betont, dass nach wie vor professionell geplante und ausgeführte Wärmeschutz- und Energiesparmaßnahmen unverzichtbar seien. Dannecker: „Unsere Tipps wollen nur helfen, das Schlimmste zu verhindern und auf leicht umzusetzende ‚Erste-Hilfe-Maßnahmen‘ verweisen. Sie ersetzen nicht Sanierungsfahrpläne, die mit Hilfe von Energieberaterinnen und Energieberatern entwickelt und umgesetzt werden sollten. Für diese stehen dann auch attraktive Fördermittel der öffentlichen Hand zur Verfügung.“