Werden die Deutschen fitter?

Der Medienkonsum steigt an. Es werden vermehrt gezuckerte und fette Lebensmittel konsumiert. Trotz allem nimmt die Nutzerzahl von Fitnessstudios zu. Auch die Vereinsmitglieder in deutschen Sportvereinen steigt. Werden die Deutschen also fitter, fragt luckx – das magazin.

Erfolgskurs

Die aktuelle Studie „Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2025“, erstellt vom DSSV e. V. – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen in Zusammenarbeit mit Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), macht es deutlich: Die Fitness- und Gesundheitsbranche in Deutschland ist weiterhin auf Erfolgskurs. Mit 11,71 Millionen Mitgliedern erreicht sie einen neuen Höchststand und stellt damit eindrucksvoll unter Beweis, dass Fitness- und Gesundheitstraining einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Auch weitere Zahlen zeigen einen Erfolgskurs. Der Umsatz der Branche wächst im gleichen Zeitraum um 7,0 Prozent auf 5,82 Mrd. EUR netto. Die Anzahl der kommerziell betriebenen Fitness- und Gesundheitsanlagen in Deutschland bleibt mit 9.127 nahezu konstant (+ 0,2 %). Die Branche beschäftigt im Jahr 2024 157.700 Menschen, 25,5 % davon mit akademischem Abschluss.

Gesundheit als zentrales Thema

Die den 1980-er Jahren lag der Schwerpunkt der Studios auf Gewichte heben. Die Bodybuilder-Szene lief ihrem Höhepunkt zu. Doch die Gesundheitswelle hat die Szene überschwappt. So verdeutlichen die Zahlen der Studie, dass die meisten Fitnessanlagen den Schwerpunkt auf Gesundheit legen. 41,1 Prozent der Anlagen positionieren sich im Bereich Gesundheit. Leichte Zuwächse sind in den Bereichen Training (32,6 %) und Lifestyle (21,2 %) zu verzeichnen. Ralf Capelan, Schatzmeister des DSSV e. V. und Autor der Studie, erklärt: „Die Menschen haben erkannt, dass regelmäßiges Training einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitsförderung leistet. Unsere Branche hat es geschafft, dieses Bewusstsein weiter zu stärken und sich als verlässlicher Partner für die Gesundheit der Menschen zu etablieren.“ Weiterhin ist auch Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ein wichtiger Bestandteil des Leistungsumfangs der Betriebe. 43,3 Prozent der Fitness- und Gesundheitsanlagen bieten entsprechende Programme an, um Unternehmen und deren Mitarbeitende in ihrer Gesundheitsvorsorge zu unterstützen.

Personal entscheidet

So ist ein entscheidender Erfolgsfaktor das qualifizierte Fachpersonal. Die hohe Weiterbildungsquote von 89,8 Prozent zeigt, dass die Betriebe in die Qualifikation ihrer Mitarbeitenden investieren. Besonders gefragt sind Weiterbildungen im Bereich gerätegestütztes Krafttraining, in das knapp drei von vier Anlagen investieren, sowie Herz-Kreislauf-Training (59,9 %) und Gruppentraining (60,0 %). Aber auch neuere Trainingsansätze wie Functional Training bzw. Athletiktraining oder Personal Training gewinnen an Bedeutung. Janosch Marx, Aufsichtsratsmitglied des DSSV e. V. und Autor der Studie, unterstreicht die Bedeutung gut ausgebildeter Trainer: „Die hohe Weiterbildungsbereitschaft in der Branche stellt sicher, dass Mitglieder bestmöglich betreut werden und Fitnesstraining seine gesundheitsfördernde Wirkung optimal entfalten kann. Dies ist ein wesentlicher Aspekt für die nachhaltige Entwicklung unserer Branche.“ Die Qualifikation von Fachkräften bleibt also zentrales Thema. Der Anteil der Beschäftigten mit einem abgeschlossenen Studium mit Bewegungsbezug liegt bei 25,5 Prozent, was die wachsende Professionalisierung der Branche deutlich belegt.

Wirtschaftliche Stabilität und Digitalisierung

Neben steigenden Mitgliederzahlen kann die Branche auch finanziell ein neues Rekordniveau verbuchen: Der Nettoumsatz liegt mit 5,82 Mrd. EUR so hoch wie nie zuvor. Der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag steigt auf 46,95 EUR pro Monat (brutto). Dabei beläuft sich dieser in Einzelanlagen auf 57,85 EUR (brutto), in Kettenanlagen auf 38,44 EUR (brutto) und in Special-Interest-Anlagen auf 82,79 EUR (brutto). Karsten Hollasch von Deloitte und Co-Autor der Eckdatenstudie erklärt: „Die Fitnessbranche präsentiert sich als wirtschaftlich robust und widerstandsfähig. Trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen bleibt die Bereitschaft der Menschen, in ihre Gesundheit zu investieren, ungebrochen. Diese anhaltende Nachfrage nach Fitness- und Gesundheitsangeboten verdeutlicht die wachsende gesellschaftliche Relevanz der Branche.“ Ein weiteres Wachstumsthema ist die fortschreitende Digitalisierung. Der Anteil der Online-Vertragsabschlüsse steigt auf 24,0 Prozent (Vorjahr: 14,0 %). Außerdem gewinnen auch digitale Trainingsangebote, wie Studio-Apps, weiter an Bedeutung.