Autarke Stromversorgung

Die meisten Wohnmobile sind mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet, um die Stromversorgung abseits von Camping- und Stellplätzen sicherzustellen. Das ist auch wichtig, weil die heutigen Fahrzeuge auch im Ruhezustand viel Energie benötigen, um bestimmte Funktionen aufrechtzuerhalten. Was dabei zu beachten ist, hat luckx – das magazin recherchiert.

Fachgerechter Einbau

Nicht nur während der Fahrt oder generell auf Reisen benötigen Wohnmobile Strom. Zur Beleuchtung, für den Kühlschrank, für die Heizung und vieles mehr. Darüber hinaus ist eine Vielzahl von Technik verbaut. Auch diese benötigt Strom. So auch die Alarmanlage. Wer also während der Standzeit das Fahrzeug nicht an Landstrom anschließen kann, muss entweder ab und zu die Aufbaubatterie nachladen oder mit Solarstrom das Fahrzeug versorgen. Mit etwas handwerklichen Geschick lässt sich so etwas selbst erledigen. Wichtig ist, dass der Einbau anschließend geprüft wird. Sonst kann es im Schadenfall sein, dass die Versicherung einen möglichen Schaden nicht übernimmt.

Nun sind wir Deutsche Perfektionisten, was Bürokratie und Vorschriften anbelangt. Das hat Vorteile, auf der einen Seite. Auf der anderen Seite behindert es aber auch Entwicklungen, wenn diese Vorschriften Forderungen beinhalten, die nicht einmal in Extremsituationen auftreten könnten. So hat der TÜV-Verband ein Merkblatt mit der Nummer 769 herausgegeben, die „Photovoltaikanlagen in/an Fahrzeugen“ behandelt. Zwar ist es in erster Linie an Sachverständige gerichtet. Zwar geht es zuvörderst um Einzelbegutachtungen, Änderungsabnahmen oder der Fahrzeugprüfung im Rahmen der Hauptuntersuchung und soll eigentlich nur der Information dienen. Doch schwupps wird daraus schnell eine Bedingungen bei der Hauptuntersuchung des Fahrzeuges. Das darin auch Hinweise vorhanden sind, die auch Selbstausbauenden helfen können, PV-Systeme fachgerecht und sicher zu installieren, wird ebenfalls erwähnt. „Wer sich am Merkblatt orientiert, reduziert die Wahrscheinlichkeit teurer Nachbesserungen und erhöht die Chance, dass Umbauten bei der Begutachtung auf Anhieb bestehen“, so der TÜV-Verband.

Inhalte des Merkblatts

Wesentliche Inhalte sind:

Anforderungen an die elektrische Sicherheit, zum Beispiel Leitungsdimensionierung, Sicherungen, Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

Vorgaben zur mechanischen Befestigung von Modulen, Energiespeichern und Reglern

Hinweise zu Masseverteilung, Brandschutz, Reflexionsverhalten und Dachlast

Technische Regeln zu Kabelschutz, Verbindungstechnik und Isolationsüberwachung

Verweise auf relevante Normen wie DIN VDE 0100-721, DIN EN 50618, UN-Regelungen

Ergänzt wird das Merkblatt durch Hinweise zu Cybersicherheit, Software-Aktualisierung und Prüfgrundlagen bei Lithiumbatterien oder Hochvoltsystemen.

So ohne Weiteres lässt sich der TÜV-Verband aber nicht in die Karten schauen. Wer das Merkblatt erhalten möchte, kann es zwar Online beziehen, muss dafür aber gleich einige Euro an den TÜV-Verband abdrücken.

Um es dann noch perfekt zu machen, muss der geneigte Selbstausbauer oder Heimwerker sich mit dem Merkblatt 740 auseinandersetzen, um die „Anforderungen an die Fahrzeugart Wohnmobil“ gleich mit zu berücksichtigen. Dieses Merkblatt beschreibt grundlegende technische Anforderungen für den Um- und Ausbau von Wohnmobilen. Das Merkblatt ist selbstverständlich auch gegen einen ordentlichen Betrag beim TÜV-Verband erhältlich.

Das nun gerade jetzt auf diese Merkblätter verwiesen wird, kommt nicht von ungefähr. Ab morgen werden die Düsseldorfer Messehallen wieder zum Ziel vieler tausend Wohnmobilisten. Da kann dieses Thema – und die Merkblätter – gut transportiert werden.