Kaum ist der Sommer vorbei, der Herbst mit Nebel und früh einsetzender Dunkelheit beginnt, machen sich Einbrecher auf dem Weg zu den Opfern. Dabei ist es nicht nur die Dunkelheit, welche Ganoven anlockt, wie luckx – das magazin recherchierte.
Wenige Minuten reichen
Einbrecher brauchen nicht sehr lang für ihr „Geschäft“. Es muss schnell gehen. Sonst wird der „Bruch“ erfolglos. So reicht schon eine kurze Abwesenheit den Tätern aus: 22 Prozent der Einbrüche passieren, während die Bewohner beim Einkaufen, Sport oder einer Freizeitaktivität sind; bei 14 Prozent waren sie weniger als 30 Minuten weg. Das schlimme ist: Es entsteht nicht nur ein materieller Schaden. Einbrüche belasten die Opfer emotional: 4 von 10 Betroffene schlafen in der ersten Woche danach schlecht; 29 Prozent denken auch später noch häufig oder sogar sehr häufig daran. Bei wem und wann Einbrecher in Wohnhäuser eindringen, wie sie dabei vorgehen, und welchen Schaden sie anrichten, zeigt eine aktuelle Studie zu Einbrüchen in Deutschland. Dazu hat das Marktforschungsinstitut Innofact 509 Betroffene befragt. Die Studie zeigt, wie die Opfer einen Einbruch in ihr privates Zuhause erleben, und gibt Hinweise zum Einbruchschutz.
So treffen die Einbrüche immer mehr die gesellschaftliche Mitte: Laut der Studie sind Haushalte mit mittlerem Einkommen (3.000-5.000 Euro) überproportional betroffen; ihr Anteil an den Einbrüchen liegt 6 Prozentpunkte über ihrem Bevölkerungsanteil. Was viele viele nicht vermuten: Einbrecher kommen auch, wenn jemand zuhause ist. Fast ein Fünftel (19 %) der Bewohner ist während des Einbruchs zuhause.
Erhöhtes Risiko
Einbrecher interessieren sich nicht nur für Häuser und Wohnungen von Reichen. Ein erhöhtes Risiko für einen Einbruch haben vor allem Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 3.000 bis 5.000 Euro. Deren Anteil an den Einbrüchen ist 6 Prozentpunkte höher, als ihr Anteil in der Bevölkerung beträgt. So gehen viele Mitmenschen davon aus, dass bereits Bewohner mit einem mittleren Einkommen im Visier der Einbrecher sind. Viele Menschen können sich das nicht vorstellen.
Die Studie zeigt, dass Einbrecher unterschiedlich vorgehen; je nachdem, ob jemand zuhause ist oder nicht: Fast ein Fünftel (19%) der Bewohner ist während des Einbruchs zuhause. In diesen Fällen suchen die Einbrecher vor allem im Keller nach Diebesgut, 46 Prozent sogar ausschließlich in diesem Bereich.
Wenn die Bewohner abwesend sind, bevorzugen die Einbrecher hingegen das Wohnzimmer (76%), fast zwei Drittel dringen bis ins Schlafzimmer vor.
Am häufigsten sind die Bewohner während des Einbruchs beim Einkaufen oder beim Sport, oder sie gehen einer anderen Freizeitaktivität nach (insgesamt 22%); ein Fünftel ist außer Haus, weil sie bei der Arbeit sind; 16 Prozent sind im Urlaub.
Auch wer nur kurz zum Einkaufen oder Joggen geht, sollte Haus oder Wohnung einbruchsicher verlassen. Bei 14 Prozent aller Einbrüche sind die Bewohner weniger als 30 Minuten außer Haus.
Jede Minute zählt
Für Einbrecher kommt es auf jede Minute an. So suchen sie nach geeigneten, einfachen Einstiegsmöglichkeiten. Gekippte Fenster oder Balkontüren, unzureichend gesicherte Kellereingänge oder Garagen mit Zugang zum Haus können beste Zugangsmöglichkeiten sein. Wer es an diesen Stellen den Dieben schwer macht, verhindert schon auf einfachen Weg den Einbruch. Darüber hinaus können Meldeanlagen bereits bei Stößen oder Vibrationen Alarm auslösen, der dann in einer Notrufzentrale landet. Oder auf dem eigenen PC oder Smartphone. So kann umgehend die Polizei verständigt werden. Darüber hinaus lässt sich ein Alarmsystem optimieren. Wen der Alarm in einer Notrufzentrale gemeldet wird, können die dortigen Mitarbeiter über Lautsprecher Kontakt mit den Einbrechern aufnehmen. Wenn das nicht hilft, lassen sich mit einer nebelartigen Sichtbarriere für Desorientierung sorgen. Zusätzlich kann ein Alarmsystem die Menschen schützen, die während eines Einbruchs zuhause sind. So kann ein Zuhause-Modus individuell ausgewählte Bereiche schützen, während man sich in den anderen ungehindert bewegen kann, ohne einen Alarm auszulösen.
Einbrecher kommen durch die Tür
Ob Einfamilienhaus oder Wohnung in einem Wohnblock: Einbrecher kommen meistens durch eine Tür. Bei Häusern mit bis zu vier Parteien bevorzugen sie Terrassen- und Balkontüren. In Mehrfamilienhäusern mit 5 und mehr Parteien ist die Wohnungstür die vulnerabelste Stelle; fast 3 von 10 Einbrechern verschaffen sich darüber Zugang. Einbrecher benutzen besonders häufig eine Brechstange (33%), oder sie stemmen Türen und Fenster auf (28%). Ein Türschloss zu knacken schaffen 29 Prozent. Um diesen Einbrechern das Handwerk zu legen, können entsprechende Systeme Manipulationsversuche frühzeitig erkennen und die Notrufzentrale alarmieren.
Nicht nur die erbeuteten Wertgegenstände, sondern auch Beschädigungen verursachen hohe Kosten. Bei über einem Drittel (38%) der Einbrüche entsteht ein Schaden von über 5.000 Euro. Außerdem leiden viele Opfer darunter, den Einbruch emotional zu verarbeiten. In der ersten Woche danach schlafen etwa 4 von 10 Betroffenen schlecht, mehr als ein Viertel (27%) hat Angst, alleine zuhause zu sein. Ein Drittel der Opfer denkt noch Monate später gelegentlich an den Einbruch; 3 von 10 Betroffenen sogar häufig oder sehr häufig.
Ein Einbruch hat für die meisten Betroffenen langfristige Folgen. Nur 13 Prozent ändern anschließend nichts in ihrem alltäglichen Verhalten. Ein Viertel der Befragten ist nach dem Einbruch umgezogen, wobei 40 Prozent von diesen sagen, dass der Grund dafür vor allem der Einbruch war.
Die Studie zu Einbrüchen in Deutschland hat das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag des Sicherheitsanbieters Verisure durchgeführt. Befragt wurden 509 Personen ab 18 Jahren, die in den letzten 10 Jahren in ihrem privaten Zuhause Opfer eines Einbruchs geworden sind. Die Online-Befragung fand vom 4. bis 8. Juli 2025 statt. Die Probandinnen und Probanden wurden aus dem INNOFACT Consumerpanel rekrutiert.