Immer wieder erfahren wir von Menschen, die anscheinend mit wenig Schlaf auskommen können. Doch ob dabei Langzeitschäden entstehen, wird gern verneint. Aus einer Studie hat luckx – das magazin erfahren, dass regelmäßig weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht zu gesundheitlichen Problemen führen kann.
Schlaflose Nacht
Wir alle wissen, dass eine schlaflose Nacht zu einem anstrengenden Tag mit Benommenheit, Konzentrationsschwierigkeiten und Stimmungsschwankungen führt. Viele haben erfahren, dass regelmäßiger Schlafmangel die Symptome verschlimmert und zu Stress und Gewichtszunahme führt. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass Schlafmangel auch gefährliche Gesundheitsrisiken birgt, insbesondere für das Herz. Studien zeigen, dass der Durchschnittsmensch sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht benötigt. Mit zunehmendem Alter kann dies schwieriger werden, da es üblich ist, etwas weniger als sieben Stunden pro Nacht zu schlafen. Wer jedoch weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, gefährdet seine Gesundheit. Eine umfangreiche Analyse, die im American Journal of Lifestyle Medicine veröffentlicht wurde, brachte chronischen Schlafmangel mit Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall, Diabetes, Adipositas, psychischen Erkrankungen und sogar vorzeitigem Tod in Verbindung. Andere Studien belegen einen Zusammenhang zwischen chronischem Schlafmangel und einem fast dreifach erhöhten Risiko für Herzerkrankungen (bei mehreren Schlafstörungen) sowie einem um 20 % höheren Risiko für Herzinfarkte.
Herz-Kreislauf-Probleme
Schlafmangel ist nicht unbedingt eine direkte Ursache für Herz-Kreislauf-Probleme. Er löst jedoch eine lange Reihe physiologischer und hormoneller Veränderungen aus – wie beispielsweise einen Anstieg des Blutdrucks, des Blutzuckerspiegels und von Entzündungen –, die zu Herzproblemen beitragen. Ob morgens erholt und voller Tatendrang oder eher gerädert und schlecht gelaunt, beeinflusst nicht nur unsere Tagesleistung. Die neuesten Erkenntnisse der Schlafforschung berichten über zahlreiche Erkrankungen und Medikamente, die den Schlaf beeinträchtigen können, sowie über verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente zur Behandlung von Schlafstörungen. Schlafmangel stört zudem die Hormone, die Hunger und Appetit regulieren, was oft dazu führt, dass man zu viel fett- und kohlenhydratreiche Lebensmittel isst – ein schneller Weg zu Gewichtszunahme. Gesundheitsstudien haben ergeben, dass Menschen, die durchschnittlich weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, häufiger übergewichtig sind als Menschen mit ausreichend Schlaf. Übergewicht trägt maßgeblich zu Herzerkrankungen, chronischen Entzündungen und Diabetes bei.
Schlafgewohnheiten ändern
Wer in den meisten Nächten nicht mindestens sieben Stunden ungestört schläft, sollte seine Schlafgewohnheiten überdenken. Jeden Morgen zur gleichen Zeit aufwachen ist beispielsweise wichtig für einen regelmäßigen Schlafrhythmus. Außerdem sollte jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett zu gegangen werden. Idealerweise mindestens sieben Stunden vor der Aufwachzeit. Wer Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen hat, probiert einmal folgende Strategien aus.
Gesunde Schlafumgebung schaffen. Benötigt wird eine bequeme Bettwäsche und ein dunkles, kühles Zimmer (ideal sind 20 °C oder etwas mehr).
Elektronische Geräte sollten ausgeschaltet werden; am besten eine Stunde vor dem Schlafengehen. Das reduziert die Belastung durch blaues Licht. Denn blaues licht kann den Schlaf verzögern. Außerdem sollte der Versuchung widerstanden werden, weiter fernzusehen oder auf dem Handy zu scrollen.
Das Licht dimmen.Die hellen Deckenleuchten in der Wohnung sollten einige Stunden vor dem Schlafengehen ausgeschaltet werden. Das signalisiert dem Gehirn, dass es Zeit ist, zur Ruhe zu kommen.
Sport am späten Abend sollte vermieden werden. Sport wirkt anregend und erhöht die Körpertemperatur (was das Einschlafen erschwert). Deshalb sind anstrengende Aktivitäten in den zwei Stunden vor dem Schlafengehen zu vermeiden.
Verzichten auf einen Schlummertrunk. Alkohol kann zwar beruhigend wirken und beim Einschlafen helfen, doch in den folgenden Stunden wirkt er anregend: Wahrscheinlich wird es keinen tiefen, erholsamen Schlaf geben.
Reduzierung des Koffeinkonsums. Koffeinhaltige Getränke sind nach dem Mittagessen zu vermeiden. Koffein blockiert einen Botenstoff im Gehirn, der das Einschlafen erleichtert. Koffein und Alkohol erhöhen zudem den nächtlichen Harndrang und stören so den Schlaf.
Ärztlichen Rat suchen
Viele gesundheitliche Probleme können den Schlaf stören, darunter chronische Schmerzen, das Restless-Legs-Syndrom, Schlafapnoe, Sodbrennen, Inkontinenz, Nebenwirkungen von Medikamenten, Stress, Angstzustände und vieles mehr. Deshalb sollte mit dem Arzt geklärt werden, um zugrunde liegende Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln oder um ein problematisches Medikament umzustellen. Wenn der Arzt den Verdacht auf chronische Schlaflosigkeit hat, könnte es an der Zeit sein, eine kognitive Verhaltenstherapie für Schlaflosigkeit in Erwägung zu ziehen oder einen Schlafmediziner aufzusuchen. Hier ist unbedingt aktiv zu handeln, um die eigene Gesundheit – insbesondere die Herzgesundheit – zu sichern. Denn die Lebenserwartung steht auf dem Spiel.