Andere Länder, andere Sitten, neue Erfahrungen, neue Sichtweisen. So und auch anders lässt sich das Reisen beschreiben. Natürlich kann Reisen auch Erholung und gesundheitsförderlich sein. Luckx – das magazin hat recherchiert, warum eine Urlaubsreise zur Gesundheitsprävention beiträgt.
Kurzurlaube
Reisen kann auch bilden. Denn wer eine Reise unternimmt, kommt um das Sammeln von Erfahrungen nicht umhin. Und eine Reise muss auch nicht mehrere Wochen dauern. Schon mancher Kurztrip ist gut für unsere Gesundheit. Besonders mental können wir schon nach wenigen Tagen richtig aufblühen. Und Reisen sind auch mehr als Erholung, nämlich ein unterschätzter Faktor der Gesundheitsprävention. Aktuelle wissenschaftliche Studien zeigen, dass bereits kurze Auszeiten messbare Effekte auf Stressniveau, Wohlbefinden und Resilienz haben können. Dass dieses Bedürfnis gesellschaftlich verankert ist, belegt auch eine aktuelle Umfrage mit über 1.000 Befragten. 62 Prozent machen Kurzurlaub primär zur Erholung, 80 Prozent sind überzeugt, dass regelmäßige Kurzreisen ihr Wohlbefinden langfristig verbessern. Die Zahlen verdeutlichen, was die Forschung zunehmend bestätigt: Kurzurlaube werden als bewusste Investition in die mentale Gesundheit verstanden.
Reizüberflutung und mehr
Gerade im digitalen Zeitalter, in dem ständige Erreichbarkeit, Reizüberflutung, Vergleichsdruck in sozialen Medien und permanente Beschleunigung zum Alltag gehören, wird es immer wichtiger, aktiv auf die eigene psychische Gesundheit zu achten. Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Weltgesundheitsorganisation leiden rund 14 Prozent der Weltbevölkerung an psychischen Erkrankungen, das entspricht mehr als einer Milliarde Menschen weltweit. Gleichzeitig fließen nur etwa zwei Prozent der Gesundheitsbudgets in Prävention und Behandlung psychischer Erkrankungen. Die Folge: Jährlich gehen Milliarden produktiver Arbeitstage verloren, ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Problem enormen Ausmaßes. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein Ansatz zunehmend an Bedeutung: Travel Therapy.
Travel Therapy
Travel Therapy beschreibt ein noch junges Forschungsfeld, das untersucht, inwiefern Reisen gezielt zur Förderung der mentalen Gesundheit eingesetzt werden kann. Reisen wird dabei nicht nur als Freizeitaktivität verstanden, sondern als bewusste Maßnahme zur psychologischen Regeneration. Zahlreiche Studien belegen, dass Reisen: Stress reduziert Perspektivwechsel ermöglicht soziale Beziehungen stärkt Achtsamkeit fördert Resilienz aufbaut persönliches Wachstum begünstigt. Besonders nach der Corona-Pandemie ist das öffentliche Interesse an den gesundheitlichen Vorteilen des Reisens deutlich gestiegen. Natur als therapeutischer Faktor Reisen verändert nicht nur den Ort, sondern auch die Umgebung: mehr Natur, mehr Licht, mehr frische Luft. All diese Faktoren haben nachweislich Einfluss auf Körper und Psyche.
Waldbaden
Oder Forest Bathing (Shinrin-Yoku). Das sogenannte „Waldbaden“ stammt ursprünglich aus Japan und beschreibt den achtsamen Aufenthalt im Wald. Studien zeigen, dass Aufenthalte im Grünen den Cortisolspiegel senken, Herzfrequenz und Blutdruck regulieren, das Immunsystem stärken und nicht zuletzt das Nervensystem beruhigen. Dabei spielen sogenannte Phytonzide, also natürliche Duftstoffe von Bäumen, eine wichtige Rolle.
Wasser
Auch Wasser wirkt therapeutisch: Es kann psychophysiologische Anspannung reduzieren und die Ausschüttung von Serotonin, Oxytocin und Dopamin fördern. Herz- und Atemfrequenz verlangsamen sich, das Wohlbefinden steigt. Zusätzlich fördern frische Luft und Sonnenlicht, insbesondere durch die Unterstützung des Vitamin-D-Haushalts, die emotionale Stabilität und Stressregulation.
Kurzurlaub oder Langreise
Interessant sind die Ergebnisse von Studien, die zeigen, dass bereits vier Nächte Kurzurlaub messbare Effekte auf Stressreduktion und Wohlbefinden haben. Diese Wirkungen halten noch Wochen nach der Reise an. So fördern kurze Reisen die mentale Distanz zum Alltag, regenerieren Aufmerksamkeit besonders effektiv und erzeugen weniger organisatorischen Stress. Mehrere Kurzurlaube über das Jahr verteilt können daher nachhaltiger wirken als eine einzelne lange Reise.
Reisen als Prävention
Travel Therapy ersetzt zwar keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Doch wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Umfrageergebnisse legen nahe, dass bewusst geplante Kurzurlaube eine wertvolle, niedrigschwellige Ergänzung zur mentalen Gesundheitsvorsorge darstellen können. Gerade mehrere kurze Auszeiten im Jahr könnten helfen, Stress langfristig zu reduzieren, emotionale Balance zu stabilisieren und neue Perspektiven zu gewinnen. So macht Reisen nicht automatisch glücklich. Aber richtig eingesetzt, kann es ein wirksamer Baustein für mehr mentale Stärke sein.