Mietern und Vermietern ist meist nicht bewusst, das Rauchen in den Wohnung zu erheblichen Wertverlust einer Immobilie beitragen. Darüber hinaus mindern Tabakrückstände jeglicher Art mindern den Immobilienwert und schaden der Gesundheit. Luckx – das magazin hat recherchiert.
Eckkneipen
Die Auswirkungen von Gerüchen, Rückständen und Renovierungskosten auf Immobilien sind größer, als viele Menschen annehmen. Wer die Eckkneipen noch kennt, weiß wie sich Rauchen auf das Interieur auswirkte. Sobald man eine Kneipe betrat, umhüllte einen eine schwere Rauchwolke – meist aus Zigarettenqualm, manchmal auch von billigen Zigarren, sehr selten aus Pfeifentabak, das war eher den Studienräten und Buchhändlern zugehörig, die früher selten in solchen Eckkneipen zu sehen waren. Heute lassen sich solche Relikte der 1960-er nicht mehr finden. Denn seit etwa 2008 gibt es in Deutschland ein Rauchverbot in Kneipen. Einige Bundesländer sind früher damit gestartet, aber seit diesem Jahr ist das Verbot flächendeckend – mit Ausnahmen für Raucherclubs, Einraumkneipen oder abgetrennte Raucherbereiche. Wie sehr sich Tabakqualm über Jahre und Jahrzehnte in Holzgebälk und Mobiliar gefressen hat, das merkte man spätestens ab diesem Datum, als viele Kneipenbetreiber begannen, ihre Kneipen rauch- und geruchsfrei zu bekommen.
Kontaminiert
Aber Räumlichkeiten von Rauchern sind nicht nur subjektiv gesehen kontaminiert. Es gibt auch wissenschaftliche Belege dafür: Eine Studie aus 2021 widmet sich giftigen Tabakrauchrückständen in Innenräumen, die im englischen Sprachraum „Thirdhand-Smoke“ (THS) genannt werden. Rückstände wie Nikotin oder Teer können demnach noch lange nach dem Ende des Rauchens in Innenräumen verbleiben. So zeigen Studien, dass starke Raucherwohnungen aufwendig gereinigt oder mit Spezialfarben renoviert werden müssen. Eins der Ergebnisse: Über einen Zeitraum von vier Monaten vor der Reinigung blieben die Nikotinwerte auf Oberflächen praktisch unverändert. Von selbst also verflüchtigen sich die Rückstände nicht. Signifikante Veränderung gab es auf Oberflächen durch kombinierte Reinigungen (von trocken über feucht bis nass). Unmittelbar nach der Reinigung reduzierten sich die Rückstände um 43 Prozent, drei Monate später lagen sie um 53 Prozent niedriger. Interessant ist: Die Nikotinbelastung im Staub sank direkt nach einer Reinigung um 60 Prozent, stieg drei Monate später aber wieder auf das Niveau vor der Reinigung an. So kann man festhalten: Reinigungsmaßnahmen reduzierten die Nikotin- und Teerbelastung in Staub und auf Oberflächen, entfernten sie aber nicht dauerhaft. Da hilft nur wiederholtes Reinigen – oder Renovieren.
Übrigens: Wenn es in Räumen, in denen früher geraucht wurde, nicht mehr nach Rauch riecht, heißt das nicht, dass alle Rückstände bereits verflogen sind. Mitunter kann der Geruch nach kaltem Rauch sogar zurückkehren, etwa, wenn Feuchtigkeit oder Wärme in Räume eindringt. Besonders hartnäckig halten sich Geruchspartikel übrigens in Polstern, Vorhängen, Teppichen oder Holzpaneelen.
Wertminderung und gesundheitliche Risiken
Als Faustregel gilt in jedem Fall: Sollen Immobilien unrenoviert veräußert oder vermietet werden, senkt das ihren Wert. Außerhalb der boomenden Städte und Toplagen kann sich der potenzielle Markt deutlich verkleinern. Grundsätzlich mindern Tabakrückstände den Marktwert eines Wohnraums um bis zu 30 Prozent, weil sie den Zustand einer Immobilie verschlechtern, was wiederum einen höheren Sanierungsbedarf nach sich zieht. Das dauert – und kostet. Dazu kommen die gesundheitlichen Risiken für die Neumieter. So überlegen sich Mieter, ob sie eine Raucherwohnung übernehmen würden. Viele Schadstoffe aus dem Tabak können über Jahre aktiv bleiben. Diese enthalten schädliche, teilweise krebserregende Substanzen. Menschen mit Vorerkrankungen oder Kinder sind dabei besonders gefährdet, wenn sie diesen Emissionen ausgesetzt sind.