Wer am Wochenende durch die Innenstädte bummelt und dabei auf der Suche nach bestimmten Kaufgelegenheit ist, ist meist enttäuscht. Nachdem horrende Parkgebühren entrichtet wurden, war der Weg umsonst, wie luckx – das magazin im heimischen Braunschweig feststellte.
Hohe Preise
Eine Stunde parken kostet zwei Euro, eine Kugel Eis ebenfalls zwei Euro und das schöne Top ist auch noch 30 Prozent im Internet billiger. Während früher die Geschäfte fast immer im gleichen Zeitraum geöffnet waren, so sind heute häufig Notizen an den Schaufenster zu finden, wie vorübergehend geschlossen, komme gleich wieder, wegen Krankheit oder Personalmangel reduzierte Öffnungszeiten. Warum sollen Verbraucher da noch die Innenstädte besuchen? Wer dann noch die Gastronomie besucht, das „Schnitzel versteckt unter dem Salatblatt“ findet und dafür noch eine überteuerte Rechnung erhält, überlegt nicht lang, wann er das nächste Mal die Innenstadt besucht. Da helfen dann auch keine ominösen Veranstaltungen wie Autofrühling oder ähnliches. So ist doch einsehbar, dass unter solchen Bedingungen Verbraucher erst gar nicht ihre Füße in Bewegung setzen müssen, sondern ihre Produktwünsche am heimischen PC eintippen.
Kauflaune der Deutschen
Die Konsumlust der Bundesbürger bleibt verhalten – nach dem starken Inflationsanstieg ab 2022 hat sich die Teuerung zwar deutlich abgeschwächt und liegt nahe am EZB-Zielwert, doch viele Haushalte haben im Vergleich zu vor fünf Jahren real weniger Geld zur Verfügung. Dazu kommen noch zu erwartende Preissteigerungen bei Energie und überteuerten Kraftstoffpreisen. Und die Regierung . . . Sieben von zehn Deutschen wollen ihre Ausgaben reduzieren. Konkret gefragt: Müssten sie pro Monat 100 Euro einsparen, stünden Restaurantbesuche, Kleidung und Schuhe sowie Urlaubsreisen ganz oben auf der Einspar-Liste. Schon heute geben viele in diesen Bereichen weniger aus oder verzichten sogar. Das sind Ergebnisse einer Befragung, für das 3.100 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt wurden. Vor allem die gestiegenen Lebensmittelpreise belasten 59 Prozent aller Haushalte, sieben Prozentpunkte mehr als noch im März 2025. Rund ein Drittel der Haushalte mit einem Netto-Einkommen von unter 2.000 Euro spürt zudem gestiegene Heiz- und Stromkosten überdurchschnittlich. „Die finanzielle Resilienz vieler Menschen ist spürbar geschwächt. Wir beobachten, dass Konsumentscheidungen heute mit deutlich mehr Zurückhaltung getroffen werden als früher – ein Trend, der zeigt, wie sehr das Vertrauen in die eigene finanzielle Stabilität unter Druck geraten ist“, sagt Christian Polenz, Vorstandsvorsitzender der TeamBank. Die Befragung macht deutlich, an welchen Stellen Menschen konkret sparen – und wo sie trotz eingeschränkter Budgets nicht vollständig verzichten möchten. Drei Viertel wollen zwar sparen, aber nicht vollständig auf Restaurantbesuche verzichten; ebenso wenig auf Urlaubsreisen, die zwei Drittel weiterhin fest einplanen.
Budget ist bekannt
Nahezu alle Befragten haben ihre Finanzen fest im Blick. Sie wissen, wieviel Geld ihnen nach Abzug von Miete, Strom und anderen Fixkosten zur Verfügung steht – oder können ihr Budget zumindest grob beziffern. Bei 30 Prozent der Befragten ist das frei verfügbare Einkommen in den vergangenen zwölf Monaten jedoch zurückgegangen. Vor allem Menschen über 50 Jahre und Haushalte mit weniger als 2.000 Euro Nettoeinkommen können sich deutlich weniger leisten. Demgegenüber schmieden vor allem junge Menschen nach wie vor Pläne: Von den 18- bis 29-Jährigen wollen 70 Prozent Geld für Anschaffungen ansparen. 71 Prozent planen Ausgaben für Urlaube, 59 Prozent für Hobbys und 57 Prozent für Kultur. Auch regional zeigen sich Unterschiede. In Hamburg und Berlin sind die Menschen überdurchschnittlich ausgabefreudig und planen auch in den kommenden 12 Monaten Budget für den Konsum ein.
Die Studie „TeamBank-Liquiditätsbarometer“ untersucht seit dem Jahr 2013 Liquidität und Konsumverhalten der deutschen Bevölkerung. Im zweiten Halbjahr 2025 befragte das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag der TeamBank AG 3.100 Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren online.