Wir kennen es doch alle: Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe lieber auf morgen. Sicherlich, über manche Entscheidung ist es sinnvoller, noch einmal intensiv nachzudenken. Dass gilt besonders bei Zukunftsentscheidungen wie neuer Job, Ehe als auch Vorsorge fürs Alter, meint luckx – das magazin.
Vorsorge treffen
Aktuell wird lebhaft diskutiert, dass wir mehr für unsere Alterssicherung tun sollten. Es lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob die Wortwahl aus dem politischen Lager korrekt ist. Doch schon seit Jahrzehnten wird darüber diskutiert, ob die Rente sicher ist. Nobby Blüm hat es denn ja auch klar und deutlich mitgeteilt, dass wir uns darüber keine Sorgen machen sollten. Aber er hat nicht gesagt, dass die Rente für ein sorgenfreies Alter reicht. Denn die Rentenzahlungen waren immer nur ein deutlich geringerer Teil des letzten Einkommen. Wer das erst heute verstanden hat, lebt als Rentner nun auf schmalen Fuß. Deshalb ist es umso wichtiger, wenn die heutige junge Generation das Thema Altersvorsorge nicht weit von sich schiebt. Denn schneller als gedacht vergehen 40 Jahre und das Rentenalter steht vor der Tür. Zwar wirken Job, die Familie, laufende Ausgaben oder kurzfristige Wünsche oft dringlicher. Die Rente scheint weit weg, besonders in Lebensphasen, in denen ohnehin viel gleichzeitig passiert. Das Problem dabei ist weniger das Zögern selbst, sondern die Zeit, die dadurch verloren geht. Denn Vorsorge lebt nicht von großen Beträgen, sondern von langen Zeiträumen.
Nicht vertagen
Für Frauen hat das Vertagen der Vorsorge oft stärkere Folgen als für Männer. Durch die oben genannten Themen wie Teilzeit, Care-Arbeit und im Durchschnitt niedrigere Einkommen bleibt später meist weniger Spielraum, um entstandene Lücken auszugleichen. Wer spät anfängt, kann fehlende Jahre häufig nur schwer nachholen. Gerade dann, wenn finanzielle Verpflichtungen im Laufe des Lebens eher zu- als abnehmen – etwa durch Familie, Pflege oder steigende Lebenshaltungskosten. Ein früher Einstieg ist einer der größten Hebel beim Vermögensaufbau. Schon kleine, regelmäßige Beträge können über viele Jahre eine spürbare Wirkung entfalten. Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass Zeit wichtiger ist als die Höhe der Sparrate. Wer wartet, muss später deutlich mehr aufbringen, um denselben Effekt zu erzielen. Das macht Vorsorge nicht nur teurer, sondern oft auch stressiger.
Förderungen nutzen
Wer angestellt ist, hat grundsätzlich Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge in Form der Entgeltumwandlung. Seit 2019 müssen Arbeitgeber dabei mindestens 15 Prozent Zuschuss leisten, wenn sie Sozialabgaben sparen. Darüber hinaus gibt es staatliche Förderungen: Die klassische Riester-Rente dürfte in ihrer bisherigen Form bald Geschichte sein. Das Bundeskabinett hat Ende 2025 eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Ziel ist es, die bislang oft kritisierte Riester-Rente durch flexiblere und renditestärkere Modelle zu ersetzen. Künftig soll es mehrere staatlich geförderte Varianten geben. Neben klassischen Garantieprodukten, bei denen die eingezahlten Beiträge vollständig abgesichert sind, sind Modelle mit geringerer Garantie geplant, die höhere Renditechancen ermöglichen. Neu eingeführt werden soll außerdem ein Altersvorsorgedepot ohne feste Garantie, das stärker am Kapitalmarkt investiert und damit höhere Ertragschancen, aber auch mehr Risiko bietet. Für bestehende Riester-Sparer gilt Bestandsschutz. Alte Verträge können weitergeführt werden. Gleichzeitig soll ein Wechsel in das neue System einfacher und günstiger möglich sein. Abschluss- und Vertriebskosten sollen transparenter verteilt, Wechselgebühren begrenzt werden. Die neuen Produkte sollen nach aktuellen Planungen Anfang 2027 starten.
Vorsorge anpassen
Vorsorge ist selten geradlinig. Sie darf sich verändern. Nach einer Elternzeit, einem Jobwechsel oder einer Trennung lohnt es sich, bestehende Sparpläne zu überprüfen und neu auszurichten. Pausen können sinnvoll sein, etwa in finanziell angespannten Phasen. Wichtig ist, dass Sie diese bewusst setzen und nicht unbemerkt zu einem Dauerzustand werden lassen. Gemeinsame Absicherung in der Partnerschaft kann sinnvoll sein. Sie ersetzt jedoch keine eigene Altersvorsorge. Eigene Ansprüche schaffen Sicherheit und Unabhängigkeit, unabhängig davon, wie sich das Leben entwickelt. Wer ausschließlich auf den Partner oder gemeinsame Lösungen setzt, begibt sich langfristig in eine Abhängigkeit, die sich später nur schwer korrigieren lässt.