Versteckte Ursachen

Autofahrer kennen das Problem: Wenn die Bremsen quietschen kann das ein Zeichen von dringenden Ersatz sein. Ebenfalls können sich kleine Steine oder etwas anderes zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe festgesetzt haben. So etwas passiert auch beim Fahrrad, wie luckx – das magazin recherchierte.

Bremsenreinigung

Wenn die Bremsen quietschen muss nicht unbedingt die Ursache am Verschleiß liegen. Versteckte Rückstände auf Bremskomponenten können anhaltende Geräusche verursachen und die Bremsleistung beeinträchtigen und oft das eigentliche Problem sein. Und das ganze passiert, obwohl die Bremsen gereinigt wurden. Vielleicht wurde sogar Bremsenreiniger eingesprüht, abgewischt oder neu eingestellt und trotzdem bleibt dieses unangenehme Quietschen bestehen. Besonders ärgerlich wird es dann, wenn das Geräusch schon kurz nach der Reinigung wieder auftaucht oder sich sogar während der Fahrt bemerkbar macht. Viele gehen in diesem Moment davon aus, dass die Bremsbeläge verschlissen sind oder die Bremse grundsätzlich defekt sein muss. Genau das ist aber häufig nicht der eigentliche Auslöser.

Quietschende Bremsen entstehen selten ohne Ursache. Das Geräusch selbst ist eine Schwingung, die beim Kontakt zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe oder Bremsfläche entsteht. Schon kleine Veränderungen an der Oberfläche reichen oft aus, um diese Schwingungen hörbar zu verstärken. Genau deshalb kann es passieren, dass Bremsen quietschen trotz Reinigung, obwohl sie auf den ersten Blick sauber wirken.

Verschmutzungen

Viele Verschmutzungen sitzen nicht offen sichtbar auf der Oberfläche. Gerade bei Fahrradbremsen sammeln sich mit der Zeit feine Mischungen aus Bremsstaub, Metallabrieb, Ölpartikeln, Straßenschmutz oder alten Reinigungsrückständen an. Das Problem dabei: Diese Rückstände setzen sich häufig tief in feinen Strukturen fest und lassen sich mit einfachem Abwischen oft nicht vollständig entfernen. Besonders kritisch sind poröse Belagoberflächen, kleine Zwischenräume, Kanten und Belüftungen als auch schwer erreichbare Bereiche. Genau dort reichen klassische Reinigungsmethoden häufig nicht mehr aus. Viele Rückstände bleiben bestehen und beeinflussen weiterhin das Reibungsverhalten der Bremse. Das erklärt auch, warum quietschende Bremsen trotz neuer Bremsbeläge auftreten können. Denn nicht immer liegt die Ursache direkt am Belag selbst. Häufig befinden sich Ablagerungen noch an angrenzenden Bauteilen oder tief in Bereichen, die mechanisch kaum erreichbar sind.

Feuchtigkeit

Besonders bei Fahrrädern spielt zusätzlich Feuchtigkeit eine große Rolle. Regenwasser, Straßenschmutz oder Rückstände aus der Fahrradwäsche können zusammen mit Bremsstaub einen hartnäckigen Film bilden. Dieser verändert die Oberfläche der Bremse oft so stark, dass Geräusche entstehen, obwohl die Bremsanlage technisch noch funktioniert. Viele versuchen dann erneut mit Bremsenreiniger gegen das Quietschen vorzugehen. Kurzfristig kann das helfen, weil oberflächliche Rückstände entfernt werden. Das eigentliche Problem sitzt allerdings häufig deutlich tiefer und genau deshalb taucht das Geräusch oft schnell wieder auf. Auch falsch eingesetzte Reinigungsmittel können neue Probleme verursachen. Gelangen ölhaltige Rückstände oder Schmierstoffe auf die Bremsfläche, verändert sich die Reibung erneut. Schon minimale Verunreinigungen reichen oft aus, um hörbare Geräusche zu erzeugen.

Kurzfristige Hilfe

Gerade moderne Bremssysteme reagieren auf solche Veränderungen empfindlicher, als viele vermuten. Bereits kleine Ablagerungen können das Schwingungsverhalten der gesamten Bremsanlage beeinflussen. Wenn Bremsen quietschen, greifen viele zuerst zum Bremsenreiniger. Das ist nachvollziehbar, denn die Anwendung wirkt einfach, schnell und unkompliziert. Die Bremse wird eingesprüht, kurz abgewischt und häufig scheint das Geräusch zunächst tatsächlich verschwunden zu sein. Genau deshalb entsteht schnell der Eindruck, das Problem sei gelöst. In vielen Fällen wird allerdings nur die oberste Schicht der Verschmutzung entfernt. Tiefer sitzende Rückstände bleiben weiterhin vorhanden und genau dort beginnt häufig das eigentliche Problem. Besonders feiner Bremsstaub verbindet sich mit Feuchtigkeit, Metallabrieb oder alten Reinigungsresten zu einer sehr hartnäckigen Schicht, die sich mit normalem Einsprühen kaum vollständig lösen lässt. Gerade Fahrradbremsen sind dafür anfällig, weil sie dauerhaft Schmutz, Regenwasser und wechselnden Temperaturen ausgesetzt sind. Mit der Zeit entstehen dadurch Ablagerungen, die äußerlich oft kaum sichtbar sind, das Bremsverhalten aber trotzdem beeinflussen. Hinzu kommt, dass Bremsenreiniger vor allem oberflächlich arbeitet. Der Reiniger verdunstet schnell und erreicht viele feine Strukturen nur begrenzt. Genau deshalb können Bremsen quietschen trotz Reinigung, obwohl mehrfach Bremsenreiniger verwendet wurde. Wird fortgesetzt.