Für viele ist es noch weit weg: Der Sommerurlaub. Doch in weniger als drei Wochen starten in Hessen die Sommerferien. Da die meisten Deutschen mit dem Auto verreisen, sind wieder die üblichen Staus vorhanden, wie luckx – das magazin recherchierte.
Sicher und entspannt?
Auch wenn Krisen und Kriege die Welt und auch die deutsche Bevölkerung erschüttern, wird am Sommerurlaub wahrscheinlich nicht so sehr gespart. Er muss sein – vielleicht auch ein paar Tage weniger und eine günstigere Unterkunft wird gewählt. Trotz allem steigt zu Ferienbeginn auf Deutschlands Autobahnen das Verkehrsaufkommen deutlich an. Lange Staus, zahlreiche Baustellen und hohe Temperaturen stellen dabei viele Reisende auf die Probe. Wer jedoch einige wichtige Regeln beachtet, ist nicht nur sicherer unterwegs, sondern kommt auch deutlich entspannter am Urlaubsort an.
Mit Beginn der Sommerferien erreicht das Verkehrsaufkommen auf Deutschlands Autobahnen traditionell seinen Höhepunkt. Millionen Urlauber machen sich gleichzeitig auf den Weg zu ihren Reisezielen, so dass vor allem an den Wochenenden und an den Hauptreisetagen mit erheblichen Behinderungen zu rechnen ist. „Den Auftakt bei den Sommerferien machen in diesem Jahr am 29. Juni Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, dicht gefolgt von Bremen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die übrigen Bundesländer folgen dann über den Juli verteilt, bevor Bayern als Schlusslicht am 3. August in die Ferien startet. Lange Staus und zähfließender Verkehr gehören also während der gesamten Zeit vielerorts zum Reisealltag“, so Isabella Finsterwalder, Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V.
Von der Küste in die Alpen
Besonders stark belastet sind die großen Nord-Süd-Verbindungen zwischen den Küstenregionen und dem Alpenraum sowie in Richtung von beliebten Urlaubszielen in den Nachbarländern. Diese Transitstrecken werden während der Ferienzeit regelmäßig zu Nadelöhren. Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch zahlreiche Baustellen auf den Autobahnen. Verengte Fahrspuren, reduzierte Geschwindigkeiten und eingeschränkte Verkehrsführungen sorgen dafür, dass sich Staus schneller bilden und Verzögerungen länger anhalten können. Gleichzeitig steigt bei dichtem Verkehr und häufigem Bremsen das Risiko für Auffahrunfälle, aber auch andere Verkehrsunfälle.
Dabei ist es besonders wichtig, sich im Stau richtig zu verhalten. Elementar – und zwar schon während der Verkehr ins Stocken gerät – ist die Bildung einer Rettungsgasse. Zur Erinnerung: Diese wird immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen gebildet und ist stets freizuhalten. Aber auch daran zu denken, mit größtmöglicher Aufmerksamkeit hinter dem Steuer zu sitzen und sich nicht ablenken zu lassen, sollte ebenso zum kleinen Autofahrereinmaleins zählen, wie nicht zu dicht aufzufahren und das selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten. Überdies sind Autofahrer auch im größten Reisetrubel auf den Straßen gut beraten, Ruhe zu bewahren und riskante Fahrmanöver zu vermeiden – ständige Spurwechsel bringen einen schließlich auch nicht schneller ans Urlaubsziel.
Baustelle
Besonders kritische Gefahrenstellen und damit Unfallschwerpunkte sind Baustellenbereiche auf Autobahnen – und zwar nicht nur für Reisende, sondern besonders für Menschen, die im Straßenbau arbeiten. Neben Berufskraftfahrerinnen und -fahrern sowie Beschäftigten der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste geht es dabei vor allem um die Menschen, die sich um die Instandsetzung oder den Ausbau der Straßeninfrastruktur kümmern und somit einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind. So lieferten etwa ein Crash-Vergleich zur Absicherung von Arbeitsstellen im Straßenverkehr mit und ohne energieabsorbierende Systeme sowie Tests zur Detektions- und Reaktionsfähigkeit moderner Notbremsassistenzsysteme gegenüber mobilen Absperrtafeln Erkenntnisse für technische Anforderungen und Sicherheitsstandards. Und dennoch reiche die reine Fokussierung auf technische Lösungen nicht aus, wenn die Rahmenbedingungen oder menschliche Faktoren unberücksichtigt blieben. Daher ist es umso wichtiger, gerade in Baustellenbereichen mit höchster Aufmerksamkeit das eigene Fahrzeug zu lenken.
Müdigkeit, Stress oder Ablenkung
Nicht nur sind Faktoren wie Müdigkeit, Stress oder Ablenkung wesentliche Unfallursachen, die sich gerade in Baustellenbereichen besonders stark auswirken, da hier mitunter in Sekundenschnelle reagiert werden muss. Vor allem erfordern verengte Fahrspuren, geänderte Fahrbahnführungen, Tempolimits sowie die Nähe zu den Arbeitern und Sicherheitseinrichtungen erhöhte Aufmerksamkeit. So gilt es in Baustellenbereichen vor allem die Beschilderungen zu beachten und die Geschwindigkeit rechtzeitig anzupassen. Überdies müssen Spurwechsel frühzeitig und vorausschauend durchgeführt werden. Auf verengten Fahrstreifen sollte man besonders konzentriert und versetzt fahren, ausreichend Seitenabstand zur Baustellenbegrenzung wie auch nach vorne einhalten und last but not least sich nicht vom Handy oder Navi ablenken lassen. Dabei sollten Autofahrer beachten, dass die linke Spur in Baustellen oftmals auf eine Maximalbreite von 2,0 oder 2,1 Metern beschränkt. Gerade SUVs sind jedoch inklusive Außenspiegel meist breiter und müssen dementsprechend auf der rechten Fahrbahn fahren.
Gute Vorbereitung
Eine stressfreie Urlaubsreise beginnt jedoch bereits vor der Abfahrt. Wer sein Fahrzeug rechtzeitig überprüft und die Fahrt sorgfältig plant, kann die Fahrt umso entspannter bestreiten. Vor Reisebeginn sollten deshalb Reifendruck, Kühlflüssigkeit, Scheibenwischwasser und der Ölstand kontrolliert werden. Darüber hinaus lohnt es sich, die Route im Voraus sorgfältig zu planen, aktuelle Verkehrsinformationen und Streckensperrungen zu prüfen und mögliche Alternativstrecken vorzumerken. Wer ins Ausland fährt, sollte sich über Mautgebühren informieren und entsprechende Vignetten besorgen. Gerade für Familienurlaube mit kleineren Kindern empfiehlt es sich bei der Urlaubsplanung auf kinderfreundliche Raststätten mit Spielplätzen zu achten.
Wichtig sind bei Urlaubsfahrten mit Kindern regelmäßige Pausen einzurichten. Denn auf langen Urlaubsfahrten lassen bekanntlich Konzentration und Reaktionsvermögen mit zunehmender Fahrtdauer nach. Spätestens alle zwei Stunden sollte eine Pause folgen. Dabei ist Bewegung besonders wichtig. Auch sollte in der Sommerhitze ausreichend getrunken werden. Wer dennoch müde wird, sollte rechtzeitig, wenn möglich, mit einem anderen Fahrer tauschen oder aber die Fahrt unterbrechen und sich ausruhen.
Gut geplant und vorbereitet
Doch egal, wie gut geplant und vorbereitet man die Reise angeht: Nicht jeder Stau lässt sich vermeiden. Umso wichtiger ist es, die Reise ohne unnötigen Zeitdruck anzutreten und Verzögerungen von vornherein einzuplanen. Familien mit Kindern profitieren zudem von einer guten Vorbereitung mit Büchern, Spielen, Hörspielen oder anderen Beschäftigungsmöglichkeiten für unterwegs. Auch an ausreichend Getränke und kleine Snacks sollte man denken.