Wie ist erneuerbare Energieversorgung machbar?

Wir erleben gerade täglich, wie die Energieversorgungshähne auf- oder zugedreht werden. Wir sind den täglichen Machtspielchen des Stärkeren ausgeliefert. Oder wir haben so schwache Politiker, die sich dem nicht erwehren können und immer wieder auf die Spiele hereinfallen. Wie sich trotzdem die Energieversorgung sicherstellen lässt, hat luckx – das magazin recherchiert.

Abhängigkeiten

Die aktuelle geopolitische Lage verdeutlicht erneut die Risiken fossiler Abhängigkeiten und macht die Transformation der Energieversorgung dringlicher denn je. Da Solar- und Windkraft längst als kosteneffizienteste Erzeugungsformen etabliert sind, prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA) bis 2030 ein globales Kapazitätswachstum auf das 2,6-Fache des Niveaus von 2022. Vor diesem Hintergrund rückt die Messeallianz The smarter E Europe vom 23. bis 25. Juni in München die Machbarkeit eines erneuerbaren Energiesystems ins Zentrum: Die Sonderschau „Renewables 24/7“ demonstriert anhand von Best Practices, Vorträgen und Live-Demos, wie eine erneuerbare Energieversorgung rund um die Uhr sichergestellt werden kann. Um gängige Mythen zur Systemstabilität zu entkräften und die Realisierbarkeit wissenschaftlich zu untermauern, präsentiert The smarter E Europe zum Messeauftakt eine exklusive Begleitstudie in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Die Untersuchung „Wege zu einer erneuerbaren Energieversorgung“ liefert am Beispiel Deutschlands – wo bereits rund 60 Prozent des Stroms regenerativ erzeugt werden – das faktische Fundament für die Versorgungssicherheit erneuerbarer Energiesysteme in führenden Industrienationen.

Sonderschau

In der Sonderschau können interessierte Besucher in vier Themenwelten eintauchen: Industrie, Gewerbe, Wohnen und Mobilität. In jeder Welt erleben sie, wie Stromerzeugung, Speicherung, Flexibilisierung und Digitalisierung ineinander greifen und zusammen wirken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Sicherheit. Die Sonderschau räumt auch mit gängigen Mythen auf, die erneuerbaren Energien seien unzuverlässig, es drohten Dunkelflauten und „Zappelstrom“. Wind und Sonne sind zwar volatil und liefern nicht gleichmäßig viel Strom, doch es gibt bereits Technologien und Lösungen, wie Unternehmen, Energieversorger und Verbraucher souverän mit Schwankungen und Überschussproduktionen umgehen können. „Strom aus Sonne und Wind ist schon jetzt konkurrenzlos günstig. Deshalb ist die Energiewende nicht zu stoppen. Wer sie verzögert, schadet der Wirtschaft. Denn durch die erneuerbaren Energien können Unternehmen ihre Energiekosten langfristig senken und ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Eine sichere Versorgung ist durch Flexibilisierung, die Kombination mit intelligenten Speichern, digitalen Netzlösungen und Sektorkopplung gewährleistet“, erklärt Markus Elsässer, Gründer und Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH. Wie solche Technologien bereits erfolgreich eingesetzt werden, zeigt die Sonderschau anhand von Best Practices aus Europa. In Zukunft werden die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität miteinander verschmelzen und sich gegenseitig unterstützen. Die Sektorenkopplung reduziert Investitionen, etwa in den Ausbau der Netze. Denn diese müssen dank Digitalisierung und Flexibilisierung nicht so stark ausgebaut werden wie erwartet.

Energiesystem der Zukunft

Das erneuerbare Energiesystem ist komplexer, vernetzter und integrierter. Es setzt vor allem auf Wind und Sonne. Wasserkraft, Biomasse sowie Wasserstofftechnologien können sie ergänzen. In Zukunft werden immer mehr Menschen selbst Strom erzeugen, verbrauchen und speichern. Das schafft mehr Wettbewerb und senkt die Kosten. Ein zentraler Schlüssel beim Umbau der Energieversorgung ist die Elektrifizierung in allen Bereichen – vom Verkehr über die Wärmeerzeugung bis hin zur Industrie. Die Elektrifizierung wird für die Wirtschaft ein Innovations- und Wachstumsmotor sein. Die Wertschöpfung wird dadurch steigen, viel stärker als durch importiertes Erdöl und Erdgas. Deutschland gibt durchschnittlich jährlich 81 Milliarden Euro für den Import fossiler Brennstoffe aus. Wer daran festhält, verliert künftig an Wohlstand. „Mit der Sonderschau setzen wir die richtigen Themen zur richtigen Zeit. Sie belegt, dass die Energiewende nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich sinnvoll ist. Es liegt an uns, ihre Chancen zu nutzen“, sagt Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM). Die Sonderschau wird durch Live-Demos, Diskussionen sowie Fachvorträge von Experten ergänzt. Sie beleuchten die Chancen und Herausforderungen des erneuerbaren Energiesystems.