Sicheres Zuhause

So mancher Urlauber erlebt eine ungeahnte Überraschung, wenn er wieder Zuhause ankommt. Statt fröhlich im Heim anzukommen, ist die Wohnung verwüstet und viele Wertgegenstände wurde gestohlen. Wie sich das vermeinden lässt, hat luckx – das magazin recherchiert.

Einbruchschutz

Eigentlich sind es immer die einfachen Dinge, die einen Einbruch verhindern: Fenster verschließen, Kellertüren verriegeln und den Briefkasten leeren lassen. Wer so organisiert in den Urlaub startet, hat schon viel für eine erfreuliche Rückkehr getan. So gehört die Nachbarschaftshilfe in der Ferienzeit fast selbstverständlich dazu. Doch wenn dabei etwas schiefgeht, stellt sich schnell die Frage: Wer haftet eigentlich für Schäden? Gleichzeitig sollten Urlauber ihr Zuhause möglichst gut gegen Einbrecher absichern. Denn die Sommerferien gelten nach wie vor als Hochsaison für Einbrüche, wie steigende Zahlen zeigen.

Ob Pflanzen gießen, Rollläden bewegen oder nach dem Rechten sehen: Wer Freunde oder Nachbarn bittet, sich während des Urlaubs um Haus oder Wohnung zu kümmern, sollte klare Absprachen treffen. Denn auch bei gut gemeinter Hilfe können Schäden entstehen. Kippt beispielsweise beim Blumengießen Wasser auf den Parkettboden oder geht beim Lüften ein Fenster kaputt, haftet grundsätzlich die Person, die den Schaden verursacht hat. In vielen Fällen greift dann die private Haftpflichtversicherung des Helfers. Allerdings übernimmt nicht jede Versicherung automatisch Schäden bei sogenannten Gefälligkeitshandlungen. Manche Policen schließen reine Freundschafts- oder Nachbarschaftsdienste aus oder regulieren Schäden nur eingeschränkt. Auch beim Schlüssel sollte Vorsicht gelten. Geht ein überlassener Haustürschlüssel verloren, kann es teuer werden, insbesondere bei Schließanlagen in Mehrfamilienhäusern. Wer fremde Schlüssel übernimmt, sollte prüfen, ob die eigene Haftpflichtversicherung sogenannte Schlüsselverluste absichert.

Paketlieferungen

So mancher Mitbürger bestellt fleißig aus dem Urlaub heraus und hofft, dass der liebe Nachbar die Pakete schon annimmt. Damit übernehmen diese allerdings auch eine gewisse Verantwortung. Wird ein Paket nach der Annahme beschädigt oder verschwindet es aus dem Hausflur, kann im Einzelfall Streit darüber entstehen, wer für den Schaden aufkommen muss. Entscheidend ist oft, ob fahrlässig gehandelt wurde. Wer ein Paket beispielsweise unbeaufsichtigt vor die Haustür stellt, obwohl ein sicherer Ablageort möglich gewesen wäre, könnte unter Umständen haften. Um hier Missverständnisse zu vermeiden, ist möglichst genau abzusprechen, wo Sendungen gelagert werden sollen und ob besonders wertvolle Lieferungen zu erwarten sind. Viel besser ist es aber, die Waren erst dann liefern zu lassen, wenn die eigentlichen Empfänger wieder zuhause sind. Denn Waren aus dem Urlaub heraus zu bestellen in der Sicherheit, der Nachbar nimmt diese schon an, ist eigentlich unverschämt.

Einbrecher fern halten

Neben der Organisation der Nachbarschaftshilfe gehört auch der Einbruchsschutz zur Urlaubsvorbereitung. Denn leerstehende Wohnungen und Häuser ziehen Einbrecher gerade in der Ferienzeit an. Dabei scheitert rund jeder zweite Einbruchsversuch häufig deshalb, weil Täter zu viel Zeit benötigen oder sich beobachtet fühlen. Schon einfache Maßnahmen können helfen, das Risiko zu senken. Wichtig ist vor allem, das Zuhause bewohnt wirken zu lassen. Überquellende Briefkästen, dauerhaft geschlossene Rollläden oder tagelang dunkle Fenster signalisieren schnell, dass niemand zu Hause ist. Sinnvoll können daher Zeitschaltuhren für Lichtquellen oder automatisch gesteuerte Rollläden sein. Auch ein Helfer, der ab und an das geparkte Fahrzeug vor der Haustür bewegt, macht Sinn. Fenster und Türen sollten beim Verlassen der Wohnung immer vollständig geschlossen und möglichst zweifach verriegelt werden. Gekippte Fenster gelten aus Sicht vieler Versicherer als Einladung für Einbrecher. Kommt es dann zu einem Schaden, kann unter Umständen der Versicherungsschutz gefährdet sein. So leisten Hausratversicherungen in der Regel nur bei einem echten Einbruchdiebstahl, also wenn Einbruchsspuren vorhanden sind.

Technisch aufrüsten, wo erforderlich

Wer möchte, kann in zusätzliche Sicherungstechnik investieren. Bewegungsmelder, einbruchhemmende Fenster und Türen oder Kamerasysteme erschweren Tätern den Zugang erheblich. Besonders empfohlen werden geprüfte und zertifizierte Türen und Fenster mit einbruchhemmender Widerstandsklasse. Für entsprechende Schutzmaßnahmen gibt es teilweise sogar Fördermöglichkeiten.

Wichtig ist außerdem, keine Urlaubshinweise öffentlich zu teilen. Fotos vom Strand oder beispielsweise Countdown-Posts in sozialen Netzwerken verraten oft unbeabsichtigt, dass das Zuhause gerade leer steht. Wer Urlaubsbilder erst nach der Rückkehr veröffentlicht, reduziert dieses Risiko deutlich.

Nun ist es doch passiert

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Einbruch, sollte umgehend die Polizei verständigt werden. Wichtig ist, den Tatort zunächst unverändert zu lassen, damit Spuren gesichert werden können. Schäden müssen anschließend möglichst schnell der Hausratversicherung gemeldet werden. Hilfreich sind dabei Fotos, Kaufbelege oder Inventarlisten, um gestohlene Gegenstände nachzuweisen. Meist sind aber die gesundheitlichen Folgen eines Einbruchs viel gravierender als die materiellen Schäden. Das Gefühl der Sicherheit in den eigenen vier Wänden geht plötzlich verloren. Umso wichtiger ist es, mit guter Vorbereitung sowohl das eigene Zuhause als auch das Verhältnis zu hilfsbereiten Nachbarn entspannt und sicher durch die Ferienzeit zu bringen.