Insbesondere in diesen kalten Tagen ist Erholung wichtig. Da hilft ein bisschen Wärme schon viel. Er dann nicht nur Füße und Hände aufwärmen möchte, begibt sich in die Sauna. Wie die Sauna helfen kann und was beim Saunabesuch zu beachten ist, hat luckx – das magazin zusammengestellt.
Land der Sauna
Mit mehr als drei Millionen Saunen bei etwa 5,4 Millionen Einwohnern haben die Finnen weltweit die Nase im Sauna-Ranking vorn. Erfunden haben sie das Saunieren aber nicht. Entstanden ist der Brauch schon vor 1.500 Jahren in Ostasien. Und auch in Deutschland ist und bleibt das Schwitzen über dem Ofen oder im Dampfbad absolut im Trend: Mehr als 25 Millionen Menschen besuchten 2025 gelegentlich oder sogar häufig eine Sauna oder ein Dampfbad. Das sind immerhin knapp über 37 Prozent aller Deutschen, fast eins zu eins verteilt auf Männer und Frauen. Neben gesundheitlichen Empfehlungen gelten in Saunen auch klare Verhaltensregeln. Dabei geht es weniger um Vorschriften als vielmehr um ein respektvolles Miteinander. Ruhe ist in den meisten Saunen ausdrücklich erwünscht. Entsprechende Hinweise finden sich sowohl in öffentlichen Saunen als auch in Hotels oder Wellnessanlagen. Gespräche, selbst in normaler Lautstärke, sind dort häufig unerwünscht. Doch es auch Ausnahmen. Bei geführten Aufgüssen durch einen Saunameister oder in speziellen „Klön- oder Schnack-Saunas“ darf es etwas lebhafter zugehen.
Frei bewegen
Viele Wellnessbereiche sind als textilfreie Zonen ausgewiesen. Dort ist das Tragen von Badebekleidung ausdrücklich nicht gestattet. Umgekehrt gilt: Wo Textilpflicht herrscht, sollte diese ebenfalls eingehalten werden. Hintergrund ist der Schutz der Privatsphäre aller Gäste. Aus demselben Grund ist das Fotografieren in Saunen nahezu überall verboten. Zwar ist dies gesetzlich nicht ausdrücklich geregelt, doch Betreiber dürfen im Rahmen ihres Hausrechts die Nutzung von Smartphones und Kameras untersagen. Gäste müssen sich daran halten. Und wie immer im Leben, ist jeder für sich und seine Gesundheit selbst verantwortlich. So können Betreiber einer Sauna nicht grundsätzlich für gesundheitliche Schäden haften, die durch das Saunieren selbst entstehen. Kontrollgänge oder eine ständige Aufsicht sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Jeder Saunagänger ist für sein eigenes Wohlergehen verantwortlich. Das heißt, der Saunabetreiber ist trotz eines möglichen Risikos von zum Beispiel Kreislaufschwierigkeiten der Gäste nicht zu regelmäßigen Kontrollen verpflichtet (Oberlandesgericht Hamm, Az.: I-12 U 52/12). Auch für Verbrennungen an den Füßen durch längeres Stehen auf dem heißen Saunaboden trifft den Betreiber keine Schuld: Das Landgericht Coburg stellte klar, dass ein geselliges Schwätzchen im Stehen zu dicht am Saunaofen bei etwa 90 Grad Celsius nicht zum typischen Saunagebrauch gehört. Wer sich dabei die Füße verbrennt, hat daher keinen Anspruch auf Schadensersatz (Az.: 52 O 439/23).
Saunabetreiber haben auch Pflichten
Was ein Saunabetreiber aber sehr wohl zu beachten hat, sind Sicherheitsmaßnahmen. Und dazu gehört unter anderem auch, Mittel für den Aufguss nicht frei zugänglich stehen zu lassen. Kommt es durch die Nutzung durch einen Laien zu einem Unfall, haftet der Besitzer, nicht der Gast; dieser erhält höchstens eine Mitschuld, wenn er mögliche Warnhinweise auf der Flasche nicht gelesen und beachtet hat (Oberlandesgericht Naumburg, Az.: 6 U 191/06).
Vor feuchten Stellen in einer Sauna muss der Betreiber hingegen nicht warnen. Rutscht hier ein Gast aus, ist es sein eigenes Verschulden. Eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht des Saunabetreibers liegt nicht vor, denn feuchte Stellen am Boden sind in einer Sauna unvermeidlich und dürften keinen Besucher überraschen (Landgericht Frankfurt, Az.: 2-30 O 214/18).
Wer viel schwitzt, sollte noch mehr trinken als sonst. Sollte der Betreiber verlangen, dass ausschließlich die dort angebotenen Getränke gekauft werden müssen, können sich Gäste ruhig darüber hinwegsetzen. Entsprechende Klauseln in Haus- oder Benutzungsordnungen sind rechtswidrig und damit unzulässig, wie ein übertragbares Urteil aus dem Fitnessbereich zeigt. Ausnahme: Gibt es Getränke zum Selbstkostenpreis, dürfen mitgebrachte Drinks untersagt werden (Oberlandesgericht Brandenburg, Az.: 7 U 36/03). Übrigens: Auch Glasflaschen dürfen verboten werden.
Sauna zuhause
Wer das Glück hat, eine eigene Sauna zu besitzen, kann vieles nach eigenen Vorstellungen gestalten. Dennoch gelten auch im privaten Bereich rechtliche Grenzen. Mieter dürfen eine Sauna weder in der Wohnung noch im Keller ohne Zustimmung des Vermieters einbauen. Gleiches gilt für Wohnungseigentümer, die Teil einer Eigentümergemeinschaft sind. In vielen Fällen handelt es sich um eine bauliche Veränderung, für die in der Regel eine Zustimmung der Eigentümerversammlung erforderlich ist. Hausbesitzer haben zwar größere Freiheiten, doch auch hier gilt: Bei umfangreicheren Umbauten kann eine Genehmigung des Bau- oder Ordnungsamts notwendig werden. Das betrifft insbesondere separate Saunahäuser im Garten. Besondere Vorsicht ist bei Holzofen-Saunen geboten. Diese müssen von einer zuständigen Fachkraft, wie z. B. dem Schornsteinfeger, abgenommen werden. Zudem sind Abstandsflächen zum Nachbargrundstück einzuhalten, und es darf keine unzumutbare Rauchbelästigung entstehen (Verwaltungsgericht Neustadt, Az.: 4 K 788/08.NW).