Während früher zu Fuß wie Martin Luther oder mit der Postkutsche wie Johann Wolfgang von Goethe die Reise nach Italien antraten, setzen wir uns heute ins Auto oder die Bahn oder ins Flugzeug. So ist Mobilität einer der wichtigsten Errungenschaften unser Zeit geworden. Doch wo viele Vorteile stehen auch Warnsignale bereit, weiß luckx – das magazin.
Mobilitätsbildung
Schon Kinder wissen oder haben gelernt, wie wichtig Mobilität ist. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. Doch immer wieder kommt es aufgrund von mangelnder Praxis und Erfahrung zu Verkehrsunfällen, wo Kinder beteiligt sind. Ursache, so stellte die ADAC Stiftung fest, ist die unzureichende Vorbereitung auf den Straßenverkehr. Das bemängeln Deutschlands Lehrkräfte in einer Umfrage. Sowohl in der Grundschule als auch in den weiterführenden Schulen fehlen demnach mindestens fünf Unterrichtsstunden pro Jahr für Mobilitätsbildung. So ist Verkehrssicherheit vor allem in den Grundschulen fester Bestandteil des Unterrichts. Mehr als 13 Unterrichtsstunden pro Jahr widmen dort die Lehrerinnen und Lehrer der Mobilitätsbildung. Das jedoch reiche nicht, um den Kindern die nötigen Kompetenzen für sicheres Verhalten im heutigen Straßenverkehr zu vermitteln. Nahezu jedes zweite Kind (47 Prozent) leidet laut Umfrage unter erheblichen Aufmerksamkeitsdefiziten im Straßenverkehr. Mehr als ein Drittel der Kinder (36 Prozent) hat Schwierigkeiten, in entscheidenden Momenten richtig zu reagieren. Gering ausgeprägt ist im Grundschulalter auch die Fähigkeit, Entfernungen einzuschätzen und Gefahren zu erkennen.
Mehr Straßenverkehr
„Die Umfrage zeigt Verkehr wird nicht nur mehr, sondern auch vielfältiger. Leise E-Autos, Roller oder Lastenräder stellen neue Anforderungen an Aufmerksamkeit und Orientierung. Kinder brauchen deshalb mehr Zeit, um zu lernen, sich sicher und gleichzeitig selbstständig in dieser komplexeren Mobilitätswelt zu bewegen“, sagt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC Stiftung. Insbesondere der Weg zur Schule ist in der Gruppe der 6- bis 14-Jährigen risikobehaftet. Im Jahr 2024 verunglückten 27.260 Kinder dieser Altersgruppe im Straßenverkehr; 13 Prozent dieser Unfälle passierten zwischen 7 und 8 Uhr morgens. Die befragten Lehrkräfte wünschen sich deutlich mehr Unterrichtsstunden für Mobilitätsbildung. In der Grundschule halten sie 18 Stunden pro Jahr für angemessen, also rund fünf mehr als heute in der Praxis üblich. Eine ähnlich große Lücke klafft in den Klassen 5 und 6 an weiterführenden Schulen. Dort gelingt es derzeit, durchschnittlich sechs Stunden pro Jahr in den Unterricht zu integrieren. Notwendig sind nach Auffassung der Lehrkräfte jedoch 11 Stunden pro Jahr.
Zu wenig Unterricht
Größtes Hindernis für angemessenen Verkehrsunterricht sind zu geringe zeitliche Ressourcen. Das sagen 40 Prozent der Lehrkräfte. 28 Prozent wünschen sich mehr finanzielle Mittel, jeweils 25 Prozent beklagen unzureichende Infrastruktur, fehlende Unterstützung kommunaler Stellen und mangelnde Verankerung in den Lehrplänen. Die Kooperation mit außerschulischen Partnern begrüßen 44 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer. Einer dieser Partner ist die ADAC Stiftung.