Mobilität

Die Diskussion über die Verwendung von E-Scootern erinnert an den Beginn der Massenmobilität. So wurde der Dampflok als auch dem Automobil ein Schreckensszenario vorhergesagt, dass zu Massenunfällen mit „Millionen von Toten“ führen wird. Heute wissen wird, dass es etwas anders gekommen ist, weiß nicht nur luckx – das magazin.

Veränderungen im Straßenverkehr

Die Mobilitätswende verändert den Straßenverkehr in Deutschland grundlegend. Während die Zahl der tödlichen Unfälle im Pkw-Verkehr über Jahrzehnte hinweg deutlich reduziert werden konnte, fordert die zunehmende Nutzung neuer Mobilitätsformen auf zwei Rädern ihren Preis: Die Zahlen der getöteten Menschen auf E-Scootern und Pedelecs steigen dramatisch. So stellt es jedenfalls der Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) dar und liefert gleich ein Zalhenwerk, was diese Aussage unterstützen soll. Er stellt fest, dass bei den klassischen Formen der Zweiradmobilität – Fahrrädern ohne Hilfsmotor, Kleinkrafträdern und Motorrädern – die Unfallbilanz hingegen gemischt aus fällt. Eine aktuelle Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) für das Verkehrsjahr 2025 durch den DVR soll diesen besorgniserregenden Trend belegen. „Die Ergebnisse sind alarmierend: Die Zahl schwerer oder tödlicher Unfälle bei Nutzung von Zweirädern verharrt auf einem besorgniserregenden Niveau oder steigt sogar“, so DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Wir dürfen dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Kommunen, Länder und Bund sind gefordert, jetzt entschieden gegenzusteuern.“

E-Scooter, Pedelecs und Kleinkrafträder im Fokus

Sicherlich, die Nutzung von E-Scootern entwickelt sich zu einem Problem. E-Scooter werden wild auf Gehweg und Straße abgestellt, es fahren zwei Personen auf einem Gerät. Zu den häufigsten Unfallursachen zählt die falsche Straßenbenutzung (z. B. das illegale Fahren auf Gehwegen), gefolgt von Alkoholeinfluss und falschem Abbiegen. Wichtig zu wissen ist, dass für die Nutzung ein Mindestalter von 14 Jahren zählt und eine Fahrerlaubnis nicht erforderlich ist. Rund 48,6 % der Verunglückten sind junge Menschen unter 25 Jahren. Im Jahr 2024 registrierte die Polizei in Deutschland 11.944 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Dies entspricht einer Steigerung von 26,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der tödlich verunglückten Fahrer stieg von 22 im Vorjahr auf 27 Getötete und im Jahr 2025 auf 32 Personen an. In Deutschland nutzen rund 15 % der Bevölkerung ab 16 Jahren E-Scooter. Die Gesamtzahl der Nutzungsfälle teilt sich auf etwa 990.000 Fahrzeuge auf, wovon ca. 780.000 in Privatbesitz sind. Bezüglich der Häufigkeit gibt es eine klare Spanne: Gelegenheitsnutzer (39 %): Nutzen E-Scooter selten, etwa 1- bis 10-mal pro Jahr. Vielnutzer (11 %): Sind an 100 oder mehr Tagen im Jahr mit dem E-Scooter unterwegs (meist Besitzer). Sharing-Anteil: 55 % der Nutzer greifen auf Mietmodelle (z. B. auf der „letzten Meile“ zu Bahnstationen) zurück. Die Ursache dieser zunehmenden Unfallzahlen liegt sicherlich auch an der Qualität und der Konstruktion der E-Scooter. Ein steiler Lenkwinkel trägt nicht unbedingt zur Fahrstabilität bei. Wir von luckx – das magazin haben schon mehrfach darauf verwiesen, dass nur Übung den Meister macht. Doch das Gerät wirkt ja eher wie ein „Spielzeug“. So halten es viele Nutzer unter ihrer Würde, sich mit dem Fahrzeug auseinander zu setzen.

Eine ähnlich Entwicklung zeigt sich bei den Pedelecs: Hier stieg die Zahl der Getöteten von 195 Menschen im Jahr 2024 auf 217 im Jahr 2025 – ein Anstieg um 11 Prozent. Auch die Zahl der Schwerverletzten auf Pedelecs verzeichnete ein Plus von etwa 4 Prozent und stieg von 4.852 (2024) auf 5.064 Personen (2025). Bei den Kleinkrafträdern mit Versicherungskennzeichen stieg die Zahl der Getöteten von 41 (2024) auf 52 (2025) Menschen. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 1.764 Personen im Jahr 2024 und 1.771 Personen im Jahr 2025 auf hohem Niveau nahezu unverändert.

Wohin sollte die Reise gehen?

Sicherlich, jeder Verletzte und Getötete Nutzer ist einer zu viel. Doch hier nach mehr staatlicher Aufsicht und und Strafe zu rufen, ist fehl am Platz. Es ist vielmehr Aufklärungsarbeit und Ausbildung erforderlich. So sollte wie bei der Fahrradprüfung in der Grundschule die Nutzung von E-Scootern und Kleinkrafträdern zum Schulunterricht gehören. Vielleicht auch als freiwilliger Unterricht. Damit ließe sich das Verkehrsverhalten deutlich verbessern. Der Autor dieser Zeilen erinnert sich, dass die Vorbereitung auf die Fahrprüfung von Kleinkrafträdern als AG in der Schule angeboten wurde. Die Vorbereitung war kostenfrei durch einen Fahrlehrer erfolgt; die Prüfung wurde durch eine Prüforganisation abgenommen und musste bezahlt werden.

Wer wirklich die Verkehrssicherheit verbessern will, sollte über solche Modelle nachdenken und Experten ins Boot holen. Ganz nebenbei würde auch die Unfallstatistik in allen Bereich verbessert. Denn je mehr gezielte, spannende und praxisrelevante Ausbildung erfolgt, desto stärker wird Schule als positiv empfunden. Nebenbei wird die Volksgesundheit gestärkt, weil weniger Unfälle mit Kindern und Jugendlichen passieren, ihre Eltern nicht am Krankenbett verweilen müssen und als Arbeitskraft ausfallen. Die positiven Aspekte lassen sich noch viel weiter ergänzen.