Präventiv ist besser als heilen

Die sogenannten Volkskrankheiten machen den Menschen zu schaffen. Ob Bluthochdruck, Diabetes oder Rückenschmerzen: vielfach sind die Ursachen im Übergewicht zu finden. Was Betroffene präventiv gegen die Erkrankung tun sollten und bei welchen Symptomen ärztliche Hilfe zu holen ist, hat luckx – das magazin recherchiert.

Besorgniserregend

Die Zahlen aus dem aktuellen Gesundheitsbericht der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sind besorgniserregend: Während im Jahr 2015 in Deutschland noch circa sieben Millionen Menschen einen dokumentierten Typ-2-Diabetes hatten, liegt diese Zahl im Jahr 2020 bei mindestens acht Millionen. Hinzu kommt eine Dunkelziffer von mindestens zwei Millionen. Dabei ist zwischen den verschiedenen Typen des Diabetes zu unterscheiden. Ganz einfach gesagt ist es so, dass der Typ-1-Diabetiker kein eigenes Insulin mehr bilden kann. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, bei der der Zucker dann nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden kann, da dafür Insulin notwendig ist. Der Typ-2-Diabetes ist dagegen in erster Linie eine Wohlstandserkrankung, bei der trotz vorhandenem Insulin eine Insulinresistenz vorherrscht und Zucker dadurch nicht mehr im notwendigen Maße in die Zelle aufgenommen werden kann. Ein unbehandelter Diabetes mellitus kann fatale Folgen haben, auf Dauer Organe, Gefäße und Nervenbahnen irreversibel schädigen und auch die Lebenszeit der Erkrankten verkürzen.

Wie wir essen

So ist gezielte und stetige Aufklärungsarbeit unerlässlich. Denn gegen den Typ-2-Diabetes kann jeder etwas tun, indem er sich möglichst moderat und gesund, z.B. mit mediterraner Kost, ernährt, sich täglich bewegt, regelmäßig Ausdauersport betreibt und sein Gewicht im Zaum hält. Übergewicht ist ein Treiber für das metabolische Syndrom, aus dem sich dann sehr oft auch ein Typ-2-Diabetes entwickelt. So sollten Fertigessen, Saftschorlen und vor allen Dingen Softdrinks gemieden werden. Denn darin sind enorme Mengen Zucker enthalten, die sich hinter beigefügten Säuren verstecken. Jeder sollte einfach einmal es selbst ausprobieren und die in einem Softdrink enthaltenen Zuckermengen pur in Wasser auflösen. Keiner wird das freiwillig trinken. Mit Zitrone dazu ist es deutlich leichter. Diesen Trick nutzt auch die Getränkeindustrie. Wer beim Trinkebn auf der sicheren Seite sein möchte, sollte auf Wasser aus der Leitung zurückgreifen. Das ist immer verfügbar und in Deutschland das bestüberwachte Lebensmittel überhaupt.

Ärztlicher Rat gefragt

Mit welchen Symptomen sollte man sich ärztliche Hilfe holen? Das ist schwierig zu beantworten. Denn die ersten Symptome bei einem Typ-1-Diabetiker sind zunächst eher diffus, z. B. mit Ausscheidung größerer Harnmengen. Da die Erkrankung relativ rasch voranschreitet, kann es bis zur Diagnosestellung auch zu einem dramatischen Verlauf mit gefährlicher Bewusstseinsstörung kommen. Beim Typ-2-Diabetes entwickelt sich die Symptomatik dagegen eher langsamer und fällt meistens bei einer Routineuntersuchung beim Hausarzt auf. Bei Symptomen wie unspezifischer Müdigkeit, Abgeschlagenheit, nächtlichen Wadenkrämpfen, einer erhöhten Trinkmenge, Gewichtsverlust, vermehrtem Wasserlassen oder immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten sollte stets ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Ein schneller Zugang zu ärztlicher Beratung und entsprechenden Medikamenten ist für Diabetiker und diabetischen Risikogruppen unabdingbar.