Schwarzmalerei hilft nicht. Ist auch nicht das Ding von luckx – das magazin. Doch die weiterhin hohen Energiepreise besonders in Deutschland sind kontraproduktiv für die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Was passieren muss, dass es wieder rund läuft, zeigt die Messe The smarter E Europe.
Energiesystem
Wie verwundbar unser fossile Energiesystem ist, zeigt der US-amerikanische Krieg gegen die Mullahs. Erfolgreich ist etwas anderes. Dieser Krieg hat ein totales, menschenverachtendes System gestärkt. Die aktuelle Krise ist aber auch ein Treiber für die Energiewende und die Elektromobilität. Das Ziel ist, unabhängig von fossilen Rohstoffimporten zu werden und somit resilienter. In diesem Jahr setzt The smarter E Europe, Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft, mit ihrer neuen Sonderschau „Renewables 24/7” ein Zeichen: Erneuerbare Energien gewährleisten eine sichere, verlässliche und bezahlbare Versorgung – jeden Tag, rund um die Uhr. Wissenschaftlich belegt wird das durch eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Vom 23. bis 25. Juni präsentieren in der Messe München rund 2.800 Aussteller Technologien für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7. Ein zentraler Schlüssel ist die Elektrifizierung in allen Sektoren. Mit ihren vier Fachmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) bringt The smarter E Europe Vordenker, Macher und Entscheider zusammen und bietet ein umfangreiches Rahmenprogramm an. Mehr als 100.000 Besucher werden an den drei Tagen erwartet.
Sonderschau „Renewables 24/7“
Wie es sich umsetzen lässt, zeigt die Sonderschau „Renewables 24/7 – Secure Energy for a Changing World“. Sie ist das Top-Highlight der diesjährigen Veranstaltung. Anhand der Themenwelten Industrie, Gewerbe, Wohnen und Mobilität wird gezeigt, wie ein erneuerbares Energiesystem funktioniert – von der Erzeugung, der Verteilung und Speicherung bis hin zu Mobilität, Netzintegration und Wasserstofftechnologien. Anhand realistischer Szenarien werden Chancen und Herausforderungen wie Volatilität oder Überschussproduktion anschaulich vermittelt. Auch mit dem Mythos der Unbeherrschbarkeit der Dunkelflauten wird aufgeräumt. „Die Sonderschau zeigt, dass die Transformation technisch machbar, ökonomisch sinnvoll und zuverlässig ist. Erneuerbare Energien sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Jeden Tag wird die Vision von einer klimaneutralen Energiewelt mehr und mehr Realität. Wir brauchen aber deutlich mehr Tempo und Verbindlichkeit“, betont Markus Elsässer, Gründer und Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH.
Energiewende
Im öffentlichen Diskurs wird die Energiewende jedoch negativer dargestellt als nötig. Damit die Debatte sachlicher und konstruktiver geführt wird, will die Podiumsdiskussion „Die Energiewende scheitert nur im Kopf: 24/7 erneuerbar ist machbar“, einen Impuls geben. Am 23. Juni diskutieren Michael Kellner (MdB), Ursula Heinen-Esser (Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V., BEE), der Journalist und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Christian Stöcker sowie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer darüber, wie ein vollständig erneuerbares Energiesystem technisch möglich und gesellschaftlich tragfähig ist. Der Fokus liegt auf Deutschland. Analysiert wird die Diskrepanz zwischen technologischen Lösungen, die vorhanden sind, und dem stockenden Ausbau der erneuerbaren Energien aufgrund von Verwaltung und Gesetzen. Den Auftakt der Session bildet ein Grußwort von Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Moderiert wird die Session von dem Energieexperten Dr. Tim Meyer.
E-Mobilität und Netzintegration
„The Bidirectional Zone“ der Treffpunkt, um sich zu informieren, wie mit einem E-Fahrzeug Strom geladen, gespeichert und wieder abgegeben werden kann. Die Energiekosten lassen sich so senken und gleichzeitig Erlöse erzielen. Unternehmen mit großen Flotten profitieren von weiteren Technologien wie Smart Charging und virtuellen Schwarmspeicher (Virtual Swarm Storage). Damit können sie einen erheblichen Return of Invest erzielen. Die Studie „Plug, Store, Profit – Wirtschaftliche Potenziale bidirektionaler Flotten“ liefert dazu Fakten. Eine Testfahrt mit einem E-Auto und leichten Nutzfahrzeugen ist auf dem Test Drive (Freigelände am Eingang Ost) möglich. Neu im Programm sind die „Fleet Transformation Days“. Das Format richtet sich an Verantwortliche im Fuhrparkmanagement, die eine E-Fahrzeugflotte und die nötige Ladeinfrastruktur aufbauen wollen. „Wir wollen Wegbereiter für die Verkehrwende sein und senden von München starke Impulse in die ganze Welt aus. Hier wird E-Mobilität gelebt. Hier werden Ideen Wirklichkeit“, sagt Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM).
Zentral für die Transformation: grüner Wasserstoff
Für die Dekarbonisierung ist grüner Wasserstoff ein zentraler Baustein. Im Ausstellungsbereich „Hydrogen Dialogue Forum & Expo“ rückt die ees Europe das Thema in den Mittelpunkt. Informiert wird über Einsatzmöglichkeiten, technologische Innovationen, Einsparpotenziale und wegweisende Projekte. Im Hydrogen Dialogue Summit werden aktuelle Trends und Herausforderungen der Wasserstoffbranche diskutiert. Spitzenvertreter aus Politik und Wissenschaft diskutieren mit Entscheidern aus Wirtschaft sowie von Verbänden aus Deutschland und Europa über die strategische Bedeutung von Wasserstoff für eine resiliente und klimafreundliche Energieversorgung.