Wer es bis heute geschafft hat, seine Neujahrsvorsätze einzuhalten, ist auf einen guten Weg. Denn viele scheitern schon nach wenigen Tagen. Ob Stress, Bewegung oder Ernährung: Die Chance sollte weiter genutzt werden, meint luckx – das magazin.
Ernährung
Nun gibt es viele Möglichkeiten, mit seiner Ernährung einen neuen Weg zu finden. Einer davon ist Veganuary. Dabei sollte der Januar (und auch die folgenden Monate) auf rein pflanzlicher Ernährung umgestellt werden. So ist der Januar bekannt dafür, ein Monat der Neuanfänge zu sein – viele Menschen nehmen sich vor, gesünder zu leben, mehr Sport zu treiben oder ihre Ernährung umzustellen. Der sogenannte „Veganuary“ lädt dazu ein, eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren. Doch was bedeutet das für Fitness-Enthusiasten, die Muskelaufbau und sportliche Höchstleistung anstreben? Kann pflanzliches Eiweiß wirklich mit tierischem Protein mithalten? Die Idee ist einfach: einen Monat lang rein pflanzlich essen und sehen, wie sich das auf die Energie, die Fitness und das Wohlbefinden auswirkt. Anfangs gibt es natürlich Bedenken – vor allem, ob mit einer veganen Ernährung genug Power für die Workouts vorhanden ist.
Fitness und Gesundheit
Lange galt tierisches Eiweiß als das Nonplusultra, wenn es um Muskelaufbau und sportliche Leistung ging. Es war der Goldstandard für Bodybuilder und Ausdauersportler gleichermaßen. Doch in den letzten Jahren hat sich das Bild gewandelt: Pflanzliche Ernährung rückt zunehmend in den Vordergrund. Muskeln sind für die Beweglichkeit, Mobilität und sportliche Leistung unverzichtbar. Sie helfen uns, Verletzungen zu vermeiden, fördern die allgemeine Gesundheit und sind besonders im Alter entscheidend für die Erhaltung der Lebensqualität. Doch Muskeln brauchen nicht nur Bewegung, sondern auch die richtige Ernährung. Und hier zeigt sich: Pflanzliches Eiweiß hat viel zu bieten. Pflanzliche Proteine sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die eine Vielzahl an gesundheitlichen Vorteilen mit sich bringen. Während tierische Produkte oft gesättigte Fette und Cholesterin enthalten, sind pflanzliche Nahrungsmittel frei von Cholesterin und liefern wichtige Nährstoffe, die der Körper für einen optimalen Stoffwechsel benötigt.
Pflanzliche Lebensmittel
Pflanzliche Lebensmittel sind außerdem entzündungshemmend, was besonders für Sportler von Vorteil ist. Intensive Trainingseinheiten können zu Mikroverletzungen in den Muskeln führen, die wiederum Entzündungen hervorrufen. Eine pflanzliche Ernährung kann die Regeneration fördern, indem sie die natürliche Entzündungsreaktion des Körpers reduziert. Ein weiterer Vorteil: Pflanzliche Ernährung führt nicht zur Übersäuerung des Körpers, ein Zustand, der oft mit einer übermäßigen Aufnahme von tierischen Proteinen verbunden wird. Eine basische Ernährung kann den pH-Wert des Körpers unterstützen und somit zu einem besseren Wohlbefinden beitragen. Ein wichtiger Aspekt bei der pflanzlichen Ernährung ist die Kombination verschiedener Proteine, um eine hohe biologische Wertigkeit zu erreichen. Pflanzliche Proteine enthalten in der Regel nicht alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge, weshalb die richtige Kombination entscheidend ist. Durch das Mixen von Lebensmitteln wie Bohnen, Linsen, Quinoa, Tofu, Vollkornprodukten und Nüssen kann der Körper die benötigten Aminosäuren in ausreichender Form aufnehmen.
Eiweiß
Für viele ist der Gedanke, nicht genug Eiweiß zu bekommen, ein häufiges Hindernis, wenn es um eine pflanzliche Ernährung geht. Doch Studien zeigen, dass eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung den täglichen Eiweißbedarf problemlos decken kann – selbst für Sportler. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht täglich für Erwachsene bis 65 Jahre und 1,0 Gramm für Menschen über 65. Eine 70 Kilogramm schwere Person etwa sollte rund 60 Gramm Eiweiß pro Tag aufnehmen. Das ist mit einer pflanzlichen Ernährung leicht umzusetzen: Haferflocken mit Sojamilch und Erdnussbutter zum Frühstück, ein Linsensalat am Mittag und ein Quinoa-Tofu-Gericht zum Abendessen decken den Bedarf und liefern gleichzeitig viele wichtige Mikronährstoffe, die zur allgemeinen Gesundheit beitragen.
Ein interessanter Aspekt ist die gesellschaftliche Deutung von Eiweiß. Über Jahrzehnte wurde uns vermittelt, dass mehr Eiweiß automatisch mehr Muskeln bedeutet. Viele Menschen konsumieren täglich das Drei- bis Vierfache ihres tatsächlichen Bedarfs und greifen zusätzlich zu Protein-Shakes und Riegeln, ohne zu hinterfragen, ob sie diese tatsächlich brauchen. Doch überschüssiges Eiweiß wird entweder ausgeschieden oder als Fett gespeichert.
Proteinreiche Ernährung
Wissenschaftler der University of Pittsburgh fanden heraus, dass eine übermäßig proteinreiche Ernährung zu Arteriosklerose führen kann. Der Grund dafür ist der Anstieg von Leucin im Blut, eine Aminosäure, die in eiweißreicher Ernährung vorkommt. Besteht mehr als 22 % der täglichen Kalorienzufuhr aus Eiweiß, habe der hohe Leucin-Gehalt eine negative Auswirkung auf die Funktion der Immunzellen im Blut, die bei der Plaque-Entsorgung eine entscheidende Rolle spielen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, höchstens 11 % der Gesamtkalorien durch Proteine aufzunehmen. Viel wichtiger als die Menge ist die Qualität des aufgenommenen Proteins und die ausgewogene Zusammensetzung der Ernährung. Ein übermäßiger Eiweißkonsum kann auf Dauer auch die Nieren belasten, insbesondere wenn die Eiweißquellen hauptsächlich tierischer Natur sind. Eine pflanzliche Ernährung hingegen unterstützt nicht nur die sportliche Leistung, sondern schont auch die Organe und fördert die langfristige Gesundheit.
Pflanzliche Ernährung
Pflanzliches Eiweiß ist nicht nur eine Alternative, sondern kann eine vollwertige Basis für eine gesunde und leistungsfördernde Ernährung sein. Die Vorteile reichen von einer besseren Regeneration über die Verringerung von Entzündungen bis hin zu einer nachhaltigen Lebensweise, die auch dem Planeten zugute kommt. Wer seine Mahlzeiten mit Bedacht wählt, kann sein sportliches Potenzial voll ausschöpfen und gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten.