Ob Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil, auch ein kleines Häuschen auf dem Campingplatz kann es sein. Camper fühlen sich fast überall wohl. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Camping angesagt ist, meint luckx – das magazin.
Wichtig ist die richtige Ausstattung
Ob ein Kurztrip am Wochenende, eine Trekkingtour in den Bergen oder den Familienurlaub auf dem Campingplatz. Für alles gibt es das passende Equipment. So bieten heute moderne Zelte mehr Komfort, Wetterschutz und praktische Funktionen als noch vor wenigen Jahren. Damit der Aufenthalt in der Natur sicher und angenehm bleibt, sollten Verbraucher beim Kauf genau hinschauen. Denn je nach Reiseziel, Klima, Aufenthaltsdauer und Transportart unterscheiden sich die Anforderungen an ein Zelt deutlich. Für Wander- und Radtouren eignen sich vor allem leichte und kompakte Trekkingzelte, die dank moderner Leichtbaumaterialien oft weniger als zwei Kilogramm wiegen. Camping- und Familienzelte bieten dagegen mehr Platz, Stehhöhe, getrennte Schlafkabinen und zusätzlichen Stauraum, sind aber entsprechend schwerer und haben ein größeres Packmaß. Wurf- oder Pop-up-Zelte lassen sich besonders schnell aufbauen, eignen sich aber eher für Kurztrips. Bus- und Vorzelte erweitern den Wohnraum bei Caravan- oder Van-Reisen. Doch aufgepasst. So manche Herstellerangabe zur Personenzahl sollte genauer betrachtet werden. Denn manchmal ist der Platz zu knapp kalkuliert. Denn neben den Schlafplätzen benötigt auch das Gepäck ausreichend Platz. Zusätzliche Apsiden oder Vorzelte schaffen Stauraum für Ausrüstung und Schuhe. Camper sollten daher vor dem Kauf abwägen, ob ihnen Mobilität, ein schneller Aufbau oder Wohnkomfort wichtiger ist.
Belüftung und Raumklima
Bei Sonnenschein kann sich die Luft im Zeltinneren schnell aufheizen, während bei kühleren Temperaturen schnell Kondenswasser entsteht. Deshalb sind gute Lüftungsmöglichkeiten wichtig. Öffnungen mit Moskitonetzen fördern die Luftzirkulation und halten zugleich Insekten fern. So ist ein doppelwandiger Aufbau mit Innen- und Außenzelt sinnvoll. Er kann Kondenswasser reduzieren, das Raumklima verbessern und besseren Schutz vor Regen bieten. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Lüftungsöffnungen auch bei Regen nutzbar bleiben und sich flexibel an die Wetterbedingungen anpassen lassen.
Stabilität bei Wind und Wetter
Ein Zelt muss auch bei plötzlichem Wetterumschwung zuverlässig schützen. Flexible, bruchsichere Gestänge aus Aluminium oder Fiberglas, ausreichend Abspannleinen und stabile Heringe sorgen für Standfestigkeit. Kuppel- und Geodätenzelte gelten als besonders windstabil, da ihre Konstruktion Kräfte gleichmäßig verteilt. Um für einen Wetterumschwung vorbereitet zu sein, sollten Nutzer nicht nur auf die Wassersäule achten. Versiegelte Nähte, eine hochgezogene Bodenwanne und eine stabile Abspannung sind besonders wichtig. Nach gängiger Einordnung gilt Zeltmaterial ab einer Wassersäule von 1.500 Millimetern als wasserdicht; für den praktischen Einsatz sind jedoch meist höhere Werte empfehlenswert. Außenzelte sollten mindestens 3.000 Millimeter aufweisen, Zeltböden deutlich mehr.
Bei Zeltstoffen kommen heute vor allem beschichtete Polyester- oder Nylonmaterialien zum Einsatz. Sie sind leicht, reißfest und wasserabweisend. Zusätzlich achten viele Hersteller auf UV-beständige Beschichtungen, die das Material vor Versprödung schützen. Entscheidend ist zudem eine saubere Verarbeitung: Reißverschlüsse sollten robust und leichtgängig sein sowie möglichst gegen Regen abgedeckt werden, da sie im Alltag stark beansprucht werden. Auch Nachhaltigkeit und Langlebigkeit spielen beim Kauf eine zunehmend wichtige Rolle. Dazu zählen etwa recycelte Zeltstoffe, PFC-freie Imprägnierungen und reparaturfreundliche Konstruktionen. Damit Zelte möglichst lange halten, sollten sie nach dem Einsatz vollständig getrocknet und sauber gelagert werden. Vor jeder Reise empfiehlt es sich zudem, Gestänge, Heringe und Abspannungen auf Beschädigungen oder Materialermüdung zu prüfen.
Aufbau ohne Stress
Damit der Urlaub entspannt beginnt, sollte das Zelt möglichst einfach aufzubauen sein. Kuppel- oder Igluzelte gelten als besonders anfängerfreundlich. Farbmarkierte Gestänge, Clipsysteme oder aufblasbare Luftgestänge erleichtern den Aufbau zusätzlich. Auch wenn vieles beim Zeltaufbau selbsterklärenden ist, sollte ein Blick in die Aufbauanleitung geworfen werden. Auch so mancher erfahrene Camper baut zuerst das neuerworbene Zelt im heimischen Garten auf. So können sich Camper in Ruhe mit Aufbau, Abspannung und Funktionen des Zeltes vertraut machen und sind beim Camping besser vorbereitet. Dabei lässt sich auch feststellen, ob Abspannleinen fehlen oder ein Hering vergessen wurde in den Packbeutel zu legen.
Damit der Aufbau und die Funktionen gelingen, werden Zelte auch einer Prüfung unterzogen. Je nach Produkt und Prüfumfang können Zelte unter anderem auf Materialfestigkeit und Verarbeitung, Standsicherheit und Windbelastung, Reißfestigkeit von Stoffen und Nähten sowie auf relevante Schadstoffe und Gebrauchstauglichkeit geprüft werden. So erhalten Verbraucher eine zusätzliche Orientierung darüber, ob ein Zelt auch unter anspruchsvolleren Bedingungen zuverlässig genutzt werden kann.
Ach ja. Nutzer sollten bei allem Umweltschutzgedanken daran denken, dass die Nacht im Zelt erholsam sein sollte. Wenn es hinein regnet oder die Zeltbahn reißt, ist es vorbei mit der Nachtruhe. Deshalb werden weiterhin bestimmte chemische Stoffe für Festigkeit und Wasserdichtheit erforderlich sein. Wer wie wir von luckx – das magazin einmal bei einer Paddeltour vor vielen Jahren noch mit einem Baumwollzelt unterwegs waren, mitten in der Nacht einen Graben durch das Steilwandzelt schaufeln mussten, lernt sehr schnell die heutigen Materialien zu schätzen.