Waldbrandgefahr

Dieser Sommer hat wiedereinmal die Rettungskräfte in Atem gehalten. Immer mehr Waldbrände forderte intensiveren Einsatzaufwand. Darüber hinaus kamen viele Helfer beim Einsatz zu Tode. Mit welchen Herausforderungen nicht nur die Helfer kämpfen müssen, hat luckx – das magazin recherchiert.

Vernichtung der Lebensgrundlage

In mehreren Regionen der Welt brennen Waldgebiete und stellen die Menschen vor Herausforderungen. Nicht nur die Flammen selbst beeinträchtigen unsere Lebensgrundlage, sondern auch eine Vielzahl an ökologischen Auswirkungen des Feuers. Dabei könnte die Naturkatastrophe meistens vermieden werden. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) gibt einen Überblick über Folgen und Präventionsmaßnahmen. Die Waldbrandsituation hat sich zwar entspannt. Doch viele der Brände waren außer Kontrolle geraten, sodass betroffene Gebiete evakuiert wurden. Zunehmende Hitze- und Trockenperioden erhöhen Häufigkeit, Intensität und Ausdehnung von Waldbränden. Die Brände setzen Treibhausgase frei und verringern die Waldfläche. Das trägt wiederum zum Klimawandel bei. „Wir befinden uns im Moment des Klimawandels und können die Zeit nicht mehr zurückdrehen, deswegen brauchen wir angepasste Wälder, die mit den Veränderungen klarkommen und vermehrte Anstrengungen gegen den Klimawandel“, bewertet SDW-Präsidentin Ursula Heinen-Esser die Situation. Durch das Schaffen standortgerechter, klimaangepasster Wälder werden unter anderem Treibhausgase gebunden, Dürren verhindert, Hitzewellen abgeschwächt.

Waldbrände in Europa

In Spanien brannten die Wälder 50 Kilometer vor Madrid, in Griechenland kämpften Feuerwehren 30 Kilometer vor Athen gegen die Flammen, in Frankreich loderte das Feuer sogar nur 15 Kilometer vor der Großstadt Bordeaux. In Europa brannten dieses Jahr 434.976 Hektar mit steigender Tendenz, was in etwa der halben Flächengröße von Korsika gleicht. In Deutschland brannte es dieses Jahr 140-mal auf 2.825 Hektar, das ist so groß wie dreimal die Fläche des Tegernsees.

Außerhalb Europas brannten Wälder in Sibirien, Alaska, Kanada, Chile, Argentinien und in Australien. In den USA waren über 25.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Dort brannte dieses Jahr eine Fläche von circa 2,09 Millionen Hektar – das 4,5-fache der diesjährigen Waldbrandfläche Europas.

Prävention

Um das Risiko eines Waldbrandes zu verringern, sind wir alle gefragt. So müssen wir auf offenes Feuer außerhalb offizieller Feuerstellen verzichten. Die Einhaltung von Feuerverboten, rücksichtsvolle Entsorgung von Zigaretten, Vermeidung von Funkenbildung durch Maschinen oder Fahrzeuge ist unbedingt zu beachten. Mit neuer Technologie ist die Überwachung und Früherkennung zur frühzeitigen Erkennung und Bekämpfung von Bränden besonders wichtig. Auch die Landschaftsplanung ist anzupassen. So ist die Anlage von waldfreien Streifen vorzunehmen. Der Erhalt angepasster, artenreicher Mischwälder, die die Ausbreitung von Feuer verlangsamen, vorzusehen. Der Klimaschutz ist voranzutreiben. Dadurch lässt sich langfristig die Reduktion von Treibhausgasemissionen erreichen. Das begrenzt das Waldbrandrisiko.

Die Folgen von Waldbränden sind nicht immer schlecht für das Ökosystem. Kurze, niedrige Feuer fördern die Artenvielfalt sowie den Erhalt offener Wälder und Savannen. Brände von hoher Temperatur können die Artenvielfalt jedoch reduzieren, invasive Arten begünstigen und das Ökosystem stark beeinträchtigen. Brände setzen kurzfristig Nährstoffe frei. Dies fördert die Regeneration der Vegetation. Heiße Feuer reduzieren die Fähigkeit des Bodens Wasser zu speichern. Durch das Verbrennen der Bodenorganismen wird die Bodenfruchtbarkeit geringer. Starke Waldbrände verschlechtern durch freigesetzte Asche, Sedimente und Schadstoffe die Wasserqualität. Der Verlust der Vegetation erhöht die Erosion, welche die Wasserverfügbarkeit und -qualität langfristig verschlechtert. Waldbrände setzen große Mengen an Feinstaub, Treibhausgasen und Schadstoffen frei. Diese gelangen beim Einatmen in die Lunge und können Atemwegs-, Herz-Kreislauferkrankungen und Haut- und Augenreizungen verursachen.