Weiterhin angesagt

Die Preise fallen – jedenfalls wenn wir auf die Preisauszeichnungen der Freizeitfahrzeuge bei den Händler schauen. Doch die Qualität ist miserabel, die Fahrzeuge sind dilettantisch konstruiert. Reparaturen an der Tagesordnung. Trotzdem ist der Wohnmobilurlaub stark nachgefragt, wie luckx – das magazin recherchierte.

Freiheit und Abenteuer

Auch wenn sich alles mit den ersten Zeilen wie ein unkalkulierbares Abenteuer liest, so ist der Wohnmobilurlaub alles andere als eine Katastrophe. Natürlich müssen sich erstmalige Campingurlauber mit vielen neuen Dingen auseinandersetzen. Doch wenn die ersten Hürden gemeistert sind, bedeutet Urlaub mit dem Wohnmobil oder Caravan Freiheit und Abenteuer. Die erste Hürde ist sicherlich ein so langes und hohes Fahrzeug im Straßenverkehr zu bewegen. Das trifft nicht nur für den erstmaligen Nutzer zu. Auch für geübte Fahrer ist es eine besondere Herausforderung, vor allem nach einer längeren Saisonpause. Und egal, ob Neu-Camper oder schon viele Jahre unterwegs – eine Notsituation kann immer eintreten.

Doch das muss nicht sein. Eine gute, eine richtige Vorbereitung vermindert die Gefahren erheblich. Das fängt mit der Fahrzeugbeladung an und beim Fahren kann etwas Übung den Meister (oder die Meisterin) machen. Um Gefahren während des Fahrens zu vermeiden, ist eine vorausschauende Fahrweise sinnvoll. Das ist meist auch relativ einfach zu realisieren, weil Freizeitfahrzeugfahrer meist immer eine erhöhte Sitzposition haben und deshalb die Verkehrssituation besser überschauen können. Hier gilt dann nicht: „wer bremst, ist feige“, sondern immer bremsbereit zu sein. Deshalb gilt beim Bremsen: frühzeitig, fest und fortdauernd das Pedal treten. Außerdem können Sicherheitssysteme beim Fahren mit dem Camper unterstützen und lassen sich meist komfortabel nachrüsten.

Testfahrten auf bekannten Strecken

Camper sollten das Fahren mit ihrem Campingfahrzeug zunächst auf bekannten, nicht so vielbefahrenen Strecken probieren. Das ist sowohl beim Kauf eines neuen Campers sinnvoll als auch nach einer saisonalen Pause. Übung sorgt immer für Sicherheit. Wer noch mehr Praxis bekommen möchte und auf mögliche Gefahrensituationen bestens vorbereitet sein will, da empfiehlt sich ein Fahrsicherheitstraining, wie es etwa vom ADAC angeboten wird. Solch ein Training dient dazu, das Fahrzeug und die darin verbauten Sicherheitskomponenten genauer kennenzulernen und das richtige Verhalten in gefährlichen Fahrsituationen zu üben.

Campingfahrzeug richtig beladen

Ob Campervan, Wohnmobil oder Wohnwagen: Eine richtige Beladung ist einer der wichtigsten Faktoren für eine sichere Fahrt. Denn bei einer Vollbremsung oder einem eventuellen Aufprall können selbst kleine, leichte Gegenstände zu echten Gefahren werden, außerdem kann das Fahrzeug schneller ins Schleudern geraten, wenn die Beladung nicht richtig verteilt ist.

Noch einmal: Vorausschauend fahren

Eine vorausschauende Fahrweise ist grundsätzlich die beste Vorsorge, um Unfälle zu vermeiden. Dazu gehört rechtzeitiges Bremsen genauso wie unnötige Überholmanöver zu vermeiden. Wohldosiertes Lenken minimiert ebenfalls ein Schleudern.

Ausweichen und Vollbremsung

Trotz aller Vorsicht im Straßenverkehr kann es jederzeit zu einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver kommen. Für das Bremsen gilt: frühzeitig, fest und fortdauernd! Je schneller und kräftiger die Bremse getreten wird, desto eher kommt das Fahrzeug zum kompletten Stillstand. Die korrekte Armhaltung – beide Hände in Viertel-vor-drei-Stellung am Lenkrad – dient ebenfalls der Stabilität und sorgt dafür, dass Fahrer nicht verkrampfen. Deshalb ist eine funktionierende und bestens eingestellte Bremsen wichtig.

Unterstützende Sicherheitssysteme nutzen

Bei aller Fahrsicherheit, die mit jedem zunehmenden Kilometer wächst: Innovative Technologien können Sie beim Fahren mit Ihrem Campingfahrzeug unterstützen.

Eine Stabilisierungskupplung etwa von AL-KO kann Schlinger- und Nickbewegungen bereits im Ansatz verringern und sorgt damit bei Anhängern bis zu drei Tonnen Gesamtgewicht für sicheres und entspanntes Reisen. Vor allem bei Einwirkungen wie Unebenheiten auf der Fahrbahn, Seitenwind oder dem Herausfahren aus Windschatten von Lkw verzögert und mindert sie aufkommende Schlingerbewegungen des Gespanns. Die Stabilisierungskupplung wird anstelle der Kugelkupplung an der Deichsel des Wohnwagens montiert. Beginnt der Anhänger zu schlingern, löst das System die Bremsen aus und bringt den Anhänger wieder unter Kontrolle.

Auch ein Anti-Schleuder-System sorgt für mehr Fahrstabilität: Wohnwagen haben eine große Angriffsfläche und neigen dazu, sensibler als ein Pkw auf Einwirkungen wie Ausweichmanöver, Überholvorgänge oder Windböen zu reagieren. Die Folge: Schleudergefahr. Das System erkennt und korrigiert ein sich anbahnendes Schleudern schon, bevor es zum Problem wird. Das System wird an der Hinterachse montiert. Eingebaute Sensoren erkennen, wenn sich der Anhänger gefährlich aufschaukelt und unterbindet über Bowdenzüge die Bremsen des Anhängers. Durch das kurze Abbremsen des Anhängers wird das Gespann gestreckt und wieder gerade gezogen. So reduziert sich die Querbeschleunigung und die Fahrsituation beruhigt sich sofort.

Eine selbstnachstellende Trommelbremse für Caravans springt immer dann ein, wenn das Spiel zwischen Bremsbacken und Trommel durch Verschleiß zu groß wird. Erfolgt dann eine kräftige Betriebsbremsung, wird das Spiel wieder automatisch verringert. Voraussetzung ist natürlich eine Grundeinstellung der Bremse und das Einhalten der Wartungsintervalle mit der erforderlichen Pflege in einer Fachwerkstatt.

Unterstützende Systeme sind für das Fahren mit einem Campingfahrzeug empfehlenswert, da sie in Extremsituationen mögliche Fahrfehler abmildern oder sogar eliminieren – und sie können auch bequem in älteren Fahrzeugen nachgerüstet werden.

Solche unterstützenden Systeme gehören eigentlich zur Serienausstattung eines jeden Campers. Warum diese noch nicht ab Werk verbaut sind, ist eigentlich nicht nachzuvollziehen. Da sollte der Gesetzgeber aus Sicherheitsgründen schnellsten aktiv werden.