Schulden machen?

Wir von luckx – das magazin haben schon häufiger darüber berichtet, dass wir Deutsche in den letzten Jahren immer mehr sparen als Geld ausgeben. Doch ist es nicht sinnvoller, zu investieren, bevor die Preise ins Unermessliche steigen?

Große Anschaffungen mit Kredit?

Aktuell ist es so, dass in Deutschland grundsätzlich mehr gespart als ausgegeben wird. Doch wie immer bei einer statistischen Größe trifft so etwas nicht auf alle Bürgerinnen und Bürger zu. Das ist das Gleiche, wenn wir uns die durchschnittliche Schuhgröße anschauen, die bei Männer die 43 sein soll. Doch wer in unser Familie, Freundes- und Bekanntenkreis hat diese Schuhgröße? Sicherlich nicht alle. Beim Sparen ist es genau das Gleiche. Doch Geldausgeben soll trotzdem sein. Deshalb wird bewusster konsumiert und gezielter gespart. So liegt auch besonders bei diesem sensiblen Feld eine aktuelle Studie zum Jahreswechsel 2025/2026 vor. So wurde gefragt, welche finanziellen Vorsätze die Menschen haben. Die Antworten zeigen einen spannenden Trend: Wer kann, spart. Wer konsumiert, tut es bewusst. Und wer früher vielleicht über einen Kredit nachgedacht hätte, sagt heute immer öfter: „Ich habe genug Rücklagen.“ Besonders die junge Generation zeigt, wie finanzielle Vorsätze heute aussehen: strukturiert, digital und vorausschauend.

Sparen ohne Druck

Auch für 2026 steht der Vorsatz, zu sparen, ganz oben auf der Liste. Fast jeder vierte Deutsche (24,1 Prozent) möchte genauso viel sparen wie im Vorjahr. Weitere 22,9 Prozent planen sogar, mehr Geld zurückzulegen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Vorsatz bei den jüngeren Befragten. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen wollen 40,9 Prozent ihre Sparleistung steigern, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 39,3 Prozent. Damit liegt die junge Generation beim Thema Sparwille klar vorn. Wer zuerst an Entbehrung denkt, liegt oft falsch. Denn Geld zur Seite zu legen, heißt längst nicht mehr, sich alles verkneifen zu müssen. Für viele bedeutet es vielmehr, vorausschauend zu handeln und die eigenen Finanzen bewusst zu steuern. Viele wollen mit System planen, etwa über Daueraufträge oder feste Sparpläne. Zwar ist dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr gesunken (2026: 28,4 Prozent, 2025: 35 Prozent), doch strukturiertes Sparen bleibt für viele ein wichtiger Baustein ihrer Finanzplanung. Gleichzeitig geben mehr als die Hälfte der Befragten (51,2 Prozent) an, dass sie 2026 vor allem unnötige Ausgaben reduzieren wollen. Das ist fast genauso häufig wie im Vorjahr (54 Prozent) und zeigt, dass Sparen für viele im Alltag beginnt. Allerdings setzen dabei nicht alle ausschließlich auf Zurückhaltung. 8,3 Prozent planen, sich im neuen Jahr trotz Inflation und gestiegener Preise bewusst mehr zu gönnen.

Die eigene Gesundheit steht im Fokus

Gesund leben und besser vorsorgen. Dieser Wunsch ist auch 2026 weit verbreitet. 19 Prozent der Befragten möchten im neuen Jahr gezielt in ihre Gesundheit investieren, beispielsweise durch Sport, Wellness oder bewusste Ernährung. Damit liegt der Wert auf dem Niveau der Vorjahre (2025: 19,5 Prozent, 2024: 20,5 Prozent). Ein Blick auf die einzelnen Altersgruppen zeigt, dass vor allem junge Menschen mehr für ihr Wohlbefinden tun wollen. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen planen 23,4 Prozent entsprechende Ausgaben. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 20,8 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen 21,3 Prozent. Etwas zurückhaltender zeigen sich die über 50-Jährigen mit 16,7 Prozent.

An die eigene Zukunft denken

Auch das Thema Vermögensaufbau bleibt 2026 präsent. 14,4 Prozent der Befragten planen, im neuen Jahr mehr für ihre finanzielle Zukunft zu tun, beispielsweise durch Tages- oder Festgeld, Sparpläne oder Investitionen in Wertpapiere. Im Vergleich zum Vorjahr mit 14,8 Prozent ist das Interesse nahezu exakt geblieben. Auffällig ist der starke Antrieb der Jüngeren. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen möchten 32,1 Prozent Vermögen aufbauen. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 26,8 Prozent. In der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen liegt der Anteil bei 17,2 Prozent. Am zurückhaltendsten zeigt sich die Generation 50+ mit nur 5,5 Prozent.

Wunschkonzert

Was ist mit neuen Möbeln, einem neuen Auto, einer neuen Küche oder einer großen Reise? Nur noch 12,1 Prozent der Befragten planen größere Anschaffungen. Im Vorjahr waren es noch 15,1 Prozent. Und auch der Wunsch nach einer großen Reise verliert leicht an Bedeutung (2026: 11 Prozent, 2025: 12,7 Prozent, 2027: 12,6 Prozent). Viele sagen, es sei keine Frage des Verzichts, sondern eine bewusste Entscheidung. Sie möchten nicht auf Pump leben, sondern aus dem Vollen schöpfen, wenn es das Budget erlaubt. Ein Ansatz, der in Zeiten hoher Zinsen und Preissteigerungen immer mehr Zuspruch findet.

Kredit? Lieber nicht! Auffällig ist die geringe Bereitschaft, sich für größere Vorhaben zu verschulden. Nur 6,9 Prozent der Befragten planen konkret, 2026 einen Bankkredit aufzunehmen. Weitere 13,1 Prozent ziehen dies zwar in Erwägung, zögern aber noch. Der Großteil lehnt Kredite gänzlich ab. 46,4 Prozent sagen, dass sie auf Rücklagen zurückgreifen wollen. Warum also Schulden machen? Diese Haltung findet besonders bei Menschen mit stabilen Finanzen und wachsendem Sicherheitsbedürfnis Zustimmung. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag dieser Wert bei 39,4 Prozent.

Die eigenen Vorsätze auch umsetzen

Vorsätze fassen ist ein Teil der Story. Doch diese auch umsetzen, ist der wesenentliche Part. So wird aus der Studie deutlich, dass die meisten Befragten strukturiert vorgehen:

51,2 Prozent reduzieren bewusst unnötige Ausgaben,

28,4 Prozent richten feste Sparüberweisungen ein,

17,2 Prozent suchen aktiv nach zusätzlichen Einnahmequellen,

13,6 Prozent erstellen einen detaillierten Budgetplan,

11,5 Prozent nutzen digitale Tools wie Apps oder Online-Services.

Mehr als die Hälfte der Befragten will unnötige Ausgaben reduzieren. Am häufigsten ist dieser Vorsatz bei den 18- bis 29-Jährigen verbreitet. Hier setzen 52,5 Prozent auf gezieltes Ausgabenmanagement. Auch die älteren Jahrgänge ziehen nach: 51,6 Prozent der 40- bis 49-Jährigen und 51,9 Prozent der über 50-Jährigen möchten bewusster mit ihrem Geld umgehen. Bei den 30- bis 39-Jährigen liegt der Anteil bei 47,9 Prozent.

Um das auch alles zu realisieren, wird gern Gerade mit digitalen Medien gearbeitet. Die Generation Ü40 möchte zunehmend Apps und digitale Tools nutzen. 19 Prozent der 40- bis 49-Jährigen planen, ihre Finanzplanung künftig noch stärker digital zu steuern. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen liegt der Anteil bei 18,8 Prozent, bei den unter 30-Jährigen bei 14,8 Prozent.

Zur Umfrage

Die norisbank hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.041 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ nach Geschlecht, Alter und Region befragt. Die Online-Befragung wurde Ende Oktober 2025 durchgeführt.