Rückenschmerzen

Volkskrankheiten haben vielfältige Gründe und Erscheinung. Ob Herzerkrankung, Allergie oder Rückenschmerzen. Alle diese Erkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Sie bereiten nicht nur den Betroffenen große Schmerzen, sondern schaden auch unser Wirtschaft sehr, meint luckx – das magazin.

Krankheiten

Wir bewegen uns zu wenig. Daraus folgen dann viele Zivilisationserkrankungen wie Herz-Kreislaufschäden als auch Rückenschmerzen. Ursache ist das zu lange Sitzen am Schreibtisch. Unsere Wirbelsäule leidet sehr drunter. Denn zum langen Sitzen kommen noch einseitige Belastungen und zu wenig Bewegung. Das alles setzt der Wirbelsäule zu und kann unter anderem zu einem Bandscheibenvorfall führen. Deshalb ist wichtig zu wissen, was Bandscheiben eigentlich sind. Sie sind kleine Polster zwischen den Wirbeln, die wie Stoßdämpfer wirken. Jede Bandscheibe hat einen weichen, gelartigen Kern und einen äußeren Faserring. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der Kern durch einen Riss im Faserring hervor und drückt auf die umliegenden Nerven. Im Ergebnis entstehen oft heftige Schmerzen im betroffenen Teil des Rückens, die bis in die Beine oder Arme ausstrahlen können, manchmal begleitet von Taubheitsgefühlen oder Kraftverlust. Statistisch erleidet etwa jeder Dritte im Laufe seines Lebens einen Bandscheibenvorfall. Dabei nicht jeder Bandscheibenvorfall auch zwingend Beschwerden machen.

Langes Sitzen ist riskant

Dauerhaftes Sitzen ohne Ausgleich oder Fehlhaltungen erhöhen das Risiko für muskuläre- und Bandscheibenprobleme deutlich. Viele verbringen täglich mehrere Stunden im Sitzen, oft mit einer gebeugten Haltung, die die Lendenwirbelsäule zusätzlich belastet. Weitere Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, Übergewicht, zunehmendes Alter und einseitige körperliche Belastungen, aber auch angeborene Wirbelsäulenfehlbildungen. Warnsignale wie ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche sollten Betroffene ernst nehmen. Deshalb sollten Betroffen lieber früher als zu spät einen Arzt gehen. Besonders bei Lähmungserscheinungen ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Den meisten Bandscheibenvorfällen lässt sich vorbeugen. Mit regelmäßiger Bewegung, das Übergewicht reduzieren und für eine starke Rumpfmuskulatur sorgen schafft eine gute Basis gegen Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall. Schon eine einfache Übung wie die Beckenschaukel mobilisiert die Lendenwirbelsäule mit Einfluss auf Bandscheiben, Wirbelgelenke und die umgebende Muskulatur. So funktioniert‘s: Auf den Rücken legen, Beine anwinkeln und die Arme entspannt neben dem Körper platzieren. Das Becken dann sanft nach vorne und hinten kippen. Auch die Ergonomie von Büro-Arbeitsplätzen spielt eine zentrale Rolle. So sollte der Bürostuhl eine verstellbare Lendenwirbelstütze haben, die den unteren Rücken stützt. Die Füße sollten flach auf dem Boden stehen, die Oberschenkel parallel zum Boden verlaufen und die Knie einen 90-Grad-Winkel bilden. Die meisten vergessen dabei, dass der Bildschirm auf Augenhöhe positioniert sein sollte, um Nacken und oberen Rücken zu entlasten. Und ganz wichtig: dynamisch sitzen, also regelmäßig die Position wechseln. Im Idealfall steht neben dem Bürostuhl auch ein Sitzball zur Verfügung. Zusätzlich sollte kurze Bewegungspausen eingeplant werden. Am besten regelmäßig aufstehen, sich strecken, Übungen machen oder ein paar Schritte gehen. Das entlastet die Wirbelsäule und hält die Bandscheiben elastisch.

Wenn es dann doch passiert ist

Ohne Operation lässt sich der Bandscheibenvorfall in 80 bis 90 Prozent der Fälle behandeln. Nach der ärztlichen Diagnose, häufig durch Bildgebung wie MRT oder CT bestätigt, folgt meist eine konservative Therapie. Diese umfasst Schmerzmedikation, Physiotherapie, Wärmebehandlungen, manuelle Therapie oder auch Sport. Bewegung bleibt auch während der Heilungsphase eine der zentralen Methoden gegen Rückenschmerzen. Gezielte Kräftigungs, -Mobilisations- und Dehnübungen fördern die Durchblutung, lösen Verspannungen und stärken die Muskulatur. Der Heilungsprozess erfordert allerdings Geduld und dauert in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Nur wenn die konservativen Maßnahmen langfristig nicht greifen, die Schmerzen unerträglich sind oder neurologische Ausfälle wie Lähmungen auftreten, ist eine OP erforderlich.

Fazit

Rückengesundheit ist das Ergebnis guter Gewohnheiten: regelmäßige Bewegung, ein normales Körpergewicht, eine aufrechte Haltung, ergonomisches Arbeiten und gezielte Übungen zur Stärkung der Rumpfmuskulatur. Deshalb sollten wir unbedingt in unsere Gesundheit investieren. Wer Bewegung, passende Bürostühle und vorbeugende Maßnahmen anwendet, schützt seine Wirbelsäule heute und kann einem Bandscheibenvorfall wirksam vorbeugen.