Unwissend?

Ist es Unwissenheit oder eher Not? Jedenfalls sollten besonders ältere Mitbürger auf ihre Ernährung achten. So kann es schnell zu Mangelernährung kommen. Wie sich diese vermeiden lässt, hat luckx – das magazin recherchiert.

Ernährungsverhalten

So mancher Mitmensch achtet manchmal unbewusst nicht auf seine Ernährung. Da muss es schnell gehen bei der Nahrungsaufnahme. Oder es nicht bekannt, was bei der Nahrungsaufnahme alles schief laufen kann. Wir alle wissen oder können uns vorstellen, dass besonders in einem Schnellimbiss nicht unbedingt die notwendigen Nährstoffe vorhanden sind. Auch von der Lebensmittelindustrie werden uns Produkte auf dem Teller serviert, die mit Stoffen versehen sind, die unser Körper nicht unbedingt benötigt. So werden Enzyme dem Brotteig in der Massenproduktion zugesetzt, die zwar für die Verarbeitung sinnvoll sein können, aber der Auswirkungen auf unserem Körper als auch auf unsere Gesundheit nicht umfassend bekannt sind.

Das alles war der Arbeitsgruppe Ernährung und Stoffwechsel der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) Anlass genug, um praxisnahe Hilfen in den Bereichen Mangelernährung und Proteinversorgung für den Alltag älterer Menschen zu bieten. In zwei Flyern werden Hinweise zur Ernährung gegeben. Bei Hausarztpraxen, Geriatern, Pflegeeinrichtungen und weitere Versorgungspartner bieten die Flyer ein Instrument, um Mangelernährung und unzureichende Proteinaufnahme strukturiert anzusprechen, zu erklären und erste Maßnahmen einzuleiten

Alltagshilfe

Der Flyer zur Mangelernährung erklärt leicht verständlich, woran Betroffene und Angehörige eine Mangelernährung erkennen – etwa an ungewolltem Gewichtsverlust, weniger Appetit und zunehmender Schwäche – und zeigt typische Ursachen wie akute oder chronische Erkrankungen, Kau- und Schluckstörungen, Einsamkeit oder eingeschränkte Mobilität auf. Dazu werden direkt umsetzbare Lösungsideen vorgeschlagen, zum Beispiel appetitanregende Gewürze, weiche oder passierte Speisen bei Schluckproblemen, Essen-auf-Rädern oder gemeinsame Mahlzeiten. Mangelernährung ist nicht nur ein Problem mit Untergewicht, auch formal normgewichtige Patienten können davon betroffen sein. Mangelernährung tritt zudem auch häufig als Folge von Erkrankungen auf – und erhöht das Risiko für Muskelschwäche, Stürze und Infektionen deutlich. Der Flyer stellt diese Zusammenhänge patientenorientiert dar – in Kombination mit einfach umsetzbaren, kleinschrittigen Maßnahmen, die Betroffene selbst und gemeinsam mit Angehörigen oder dem Behandlungsteam angehen können. Zudem enthält der Flyer alltagstaugliche Tipps zur Steigerung der Energiezufuhr – etwa durch das Anreichern von Speisen mit Öl, Käse, Sahne, Butter oder Nüssen – sowie hochkalorische Snack- und Rezeptideen wie Joghurtgetränke, Eiersalat, Schinken-Käse-Röllchen oder Grießbrei mit Sahne. Eine einfache Wochenübersicht hilft Patientinnen und Patienten, drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten pro Tag zu planen und zu kontrollieren, ob die gesetzten Ernährungsziele erreicht wurden.

Proteinversorgung

Der Protein-Flyer legt den Fokus auf eine ausreichende Eiweißzufuhr als Schlüssel, um Muskelkraft, Knochenstabilität und ein starkes Immunsystem im Alter zu erhalten. In übersichtlichen Tabellen wird der Proteingehalt typischer Lebensmittel nach üblichen Portionen angegeben und mit alltagstauglichen Tipps verknüpft – etwa Quark als Brotaufstrich zu nutzen, ein Ei in die Suppe einzurühren, Gemüse mit Käse zu überbacken oder proteinreiche Zwischenmahlzeiten wie Obstquark, Joghurt mit Nussmus oder ein gekochtes Ei einzuplanen. Menschen ab 65 Jahren benötigen in der Regel mehr Eiweiß als jüngere Erwachsene. So wird empfohlen etwa ein Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und bei Krankheit meist noch höhere Mengen zu sich zunehmen. Diese altersgerechte Empfehlung spiegelt den aktuellen wissenschaftlichen Stand wider und ist für viele Patienten neu, die oft noch von deutlich niedrigeren Richtwerten ausgehen. Betont wird, dass Proteine in Kombination mit Bewegung besonders effektiv wirken und so Kraft und Ausdauer besser erhalten werden können. Neu hervorgehoben wird die gezielte Kombination pflanzlicher Proteinquellen, um deren biologische Wertigkeit zu steigern.