Am vorletzten Wochenende war es wieder soweit: In der Mittagshitze bei 35° C zwischen 13 und 15 Uhr fand auf einem Sportplatz ein Fußballspiel statt. Doch die bei der Weltmeisterschaft eingeführten Werbepausen, äääh Trinkpausen, wurden nicht eingehalten. Hat der Fußballverband die Empfehlungen des Deutschen Olympischen Sportbunden aus dem letzten Jahr noch nicht gelesen, fragt sich luckx – das magazin?
Trainings- und Wettkampfzeiten
Nun war es bei diesem Fußballspiel auf dem Dorfplatz nicht so, dass es um die Weltmeisterschaft ging. Doch ob im Breiten- oder Spitzensport, auf die Gesundheit der Sportler ist schon im Vorfeld zu achten. Da reicht es heute nicht mehr aus, sich an der Meinung des US-Präsidenten zu orientieren, der von der Klimakrise nichts wissen möchte. Deshalb müssen im Interesse der Gesundheit Trainingszeiten angepasst, Wettkämpfe verkürzt oder Veranstaltungen unter veränderten Bedingungen durchgeführt werden. Was lange als Ausnahme galt, entwickelt sich zunehmend zur neuen Realität für den organisierten Sport.
Hitzewelle
Die letzten Monate haben es gezeigt: Auch Deutschland kann Sommer. Extremhitze verändert unser tägliches Leben und somit auch den organisierten Sport. Besonders sichtbar wurde dies in den vergangenen Wochen bei der Tour de France. Erstmals in der Geschichte des Rennens wurde eine Etappe aufgrund extremer Hitze verkürzt, nachdem für Teile der Strecke die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen worden war. Gleichzeitig bereiteten sich die Organisatoren auf weitere Einschränkungen bis hin zu möglichen Etappenabsagen vor, sollte sich die Wetterlage weiter verschärfen. Die Gesundheit von Athleten, Helfern und Zuschauern stand dabei im Mittelpunkt der Entscheidungen. Auch in Deutschland hat die Hitzewelle Auswirkungen auf den Sportbetrieb. Zahlreiche Sportvereine und Veranstalter reagierten in den vergangenen Wochen mit angepassten Trainingszeiten in den frühen Morgen- oder Abendstunden, zusätzlichen Trink- und Kühlmöglichkeiten sowie Änderungen bei Turnieren und Laufveranstaltungen, um die gesundheitlichen Belastungen für Teilnehmende und Ehrenamtliche zu reduzieren.
Extremhitze, Hitzewellen oder Hitzewarnungen
Hitzetage sind aus meteorologischer Sicht Tage, an denen die Höchsttemperatur 30 °C beträgt oder überschreitet. Starke Wärmebelastung liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Wert von 32 °C übersteigt. Extremhitze oder auch extreme Wärmebelastung liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Wert von 38 °C übersteigt. Eine Hitzewelle ist eine mehrtägige Periode mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung. International existiert keine einheitliche Definition des Begriffs. Definitionen basieren häufig auf einer Kombination von perzentilbasierten Schwellenwerten (z.B. 98. Perzentil der Tagesmaximumwerte und einer minimalen Andauer meist 3 Tage). In Deutschland spricht man von einer Hitzewelle, wenn es mindestens fünf Tage hintereinander über 30 °C warm ist.
Hitzewarnungen werden vom Deutschen Wetterdienst herausgegeben, wenn mindestens eine starke Wärmebelastung (1. Warnstufe) vorhergesagt wird und eine ausreichende nächtliche Auskühlung der Wohnräume nicht mehr gewährleistet ist. Wenn eine extreme Wärmebelastung vorliegt wird die 2. Warnstufe ausgerufen. Zum Hitzewarnsystem hier klicken.
Eine Tropennacht ist eine Nacht in der das Minimum der Lufttemperatur ≥ 20 °C beträgt (täglicher Messzeitraum: 18 UTC bis 06 UTC).
Folgen des Klimawandels
Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) unterstreichen diese Entwicklungen die Notwendigkeit, den organisierten Sport frühzeitig auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Ziel ist es, Sport auch unter veränderten klimatischen Bedingungen sicher, gesund und attraktiv zu gestalten. Der DOSB unterstützt Vereine und Verbände dabei mit vielfältigen Informations- und Praxisangeboten. So stellt er wissenschaftliche Hintergründe, Handlungsempfehlungen sowie Materialien zum Hitzeschutz zur Verfügung. Ergänzend bietet der Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport konkrete Orientierung für die Vorbereitung auf Hitzeperioden und die Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen bei Training, Wettkämpfen und Veranstaltungen. Im Rahmen des vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) geförderten Projekts Sport und Bewegung mit älteren Menschen bei Hitze entwickelt der DOSB praxisnahe Empfehlungen sowie ein digitales Selbstlernmodul, um Bewegungsangebote für ältere Menschen auch bei zunehmender Hitzebelastung sicher und gesundheitsförderlich zu gestalten.