Gut vorbereitet zum Camping-Urlaub

Es ist wieder soweit. In Düsseldorf findet die weltweit größte Campingmesse statt. Alles was mit Wohnmobil, Wohnwagen und Van zu tun hat, trifft sich auf dem Düsseldorfer Messegelände. Luckx – das magazin ist schon vor Ort.

Unaufhörlich

Wohnmobil an Wohnmobil reiht sich in der Schlange vor dem Caravan-Center. Schon den ganzen Nachmittag bis in den Abend hinein werden die interessierten Camper anreisen. Zwar ist Freitag eigentlich der Pressetag. Doch im Interesse der Aussteller werden auch zur Preview alle hineingelassen, die etwas mehr auf den Tresen legen. Und geboten wird viel. Zwar ist die Branche im Absatz rückläufig und auch die Messegesellschaft kalkuliert mit weniger Besucher. Doch rund 3.500 Camper werden wieder auf dem Caravan-Center Platz finden. Die Stellplatzpreise sind überschaubar. Geboten wird dann ein enger Kontakt zum Nachbarcamper. Denn die Fahrzeuge stehen in Doppelreihe dicht an dicht. Da sind dann auch gut die Sozialgeräusche zu vernehmen. Wem das nicht genug ist, kann von morgens 6 bis nachts 23 Uhr auch die startenden Flugzeuge zählen. Denn der Flughafen ist direkt nebenan. Das Ganze hat denn wenig mit einem Naturerlebnis zu tun. Aber was will man mehr erwarten im dichtbesiedelsten Bundesland und der Landeshauptstadt von NRW.

Zwar wird hier und dort wieder der Grill angeworfen. So kommt dann doch eine Stimmung auf wie sie im ursprünglichen Sinne des Wortes „Camping“ liegt: ein Lager auf einem Feld zu errichten. Und dazu gehört nun mal ein Lagerfeuer. Ach ja, wer es noch ursrünglicher möchte, sollte sich die Messe Abenteuer & Allrad im Bad Kissingen vormerken. Denn dort schlagen die Besucher dort ihr Zelt für die Nacht auf, wo sie gerade einen Platz finden.

Wo übernachten in der Natur erlaubt ist

Längst im Trend ist aber auch das sogenannte Glamping (glamouröses Camping), bei dem man zwar das Freiheitsgefühl mitnimmt, aber eben auch luxuriösere Bedingungen in voll ausgestatteten Wohnmobilen, Caravan oder bereitgestellten Camping-Unterkünften nutzt. Doch unabhängig von der Urlaubsform sollten Camper sich vor der Reise gut informieren und einige Regeln kennen. So hat eine Nacht unter freiem Himmel ihren besonderen Reiz. Allerdings ist das sogenannte Wildcampen in Deutschland grundsätzlich untersagt. Zwar ist das Übernachten ohne Zelt in Ausnahmefällen erlaubt, beispielsweise wenn Wanderer ungeplant im Freien bleiben müssen.Doch diese Regelung gilt nicht für bewusst geplante Übernachtungen. Zelte dürfen außerhalb von Campingplätzen oder privatem Gelände nicht aufgestellt werden, und auch das Übernachten im Wohnmobil in der freien Natur ist verboten. Je nach Bundesland drohen bei Verstößen Bußgelder, die insbesondere in Schutzgebieten hoch ausfallen können. Wer besonders naturnah übernachten möchte, kann auf Angebote wie Trekkingcamps oder ausgewiesene Naturlagerplätze ausweichen.

Vom Zelt bis zum Luxusmobil

Im vergangenen Jahr wurden rund 44,7 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen gezählt. Dabei hat sich das Angebot rund ums Camping deutlich erweitert. Neben klassischen Zeltplätzen stehen heute zahlreiche alternative Unterkünfte zur Verfügung, die Naturerlebnis und Komfort verbinden. Dazu zählen etwa Tiny Houses, Baumhäuser oder Safarizelte. Auch Wohnmobile sind zunehmend hochwertig ausgestattet und bieten teilweise Komfort auf Hotelniveau. Übrigens: Funktionieren die normalen 12 Volt Steckdosen in einem gemieteten Wohnmobil nicht, ist der Gebrauch der mobilen Ferienunterkunft eingeschränkt und die Miete kann unter Umständen gemindert werden. Im konkreten Fall erhielten die Mieter eine Erstattung von zwanzig Prozent (Amtsgericht München, Az.: 233 C 16119/24). Ob gemietet oder gekauft: Mit Mängel müssen Camper auch bei Luxus-Fahrzeugen rechnen.

Die steigenden Zulassungszahlen von Wohnmobilen zeigen, wie etabliert Camping inzwischen ist: Seit 2008 steigt die Anzahl kontinuierlich und kratzt in Deutschland seit 2025 an der Millionenmarke. Diese Entwicklung spricht eine breite Zielgruppe an, darunter auch viele ältere Reisende: Im Jahr 2025 waren knapp zwölf Prozent der Camping-Urlauber zwischen 60 und 69 Jahren alt, gut sechs Prozent waren sogar über 70. Unabhängig von der gewählten Unterkunft sollten Reisenden vorab prüfen, welche Ausstattung vor Ort vorhanden ist und was selbst mitgebracht werden muss, etwa Stromadapter, Wasseranschlüsse oder Kochmöglichkeiten.

Gasbetriebene Kühlschränke

Viele Wohnmobile verfügen über einen sogenannten Absorber-Kühlschrank, der mit Gas, Strom oder über die Fahrzeugbatterie betrieben werden kann. Wer mit dem eigenen oder gemieteten Wohnmobil unterwegs ist, sollte vor Fahrtantritt einen Blick in die Betriebsanleitung werfen. Denn ob der Kühlschrank während der Fahrt mit Gas betrieben werden darf, hängt unter anderem vom Fahrzeug und der Gasanlage ab. Bei älteren Wohnmobilen sollte das Gas während der Fahrt grundsätzlich abgeschaltet bleiben. Neuere Fahrzeuge sind häufig mit einer sogenannten Crash-Sensor-Anlage oder einer Schlauchbruchsicherung ausgestattet. Diese Sicherheitseinrichtungen unterbrechen die Gaszufuhr bei einem Unfall und erlauben den Gasbetrieb während der Fahrt. Unabhängig davon gilt: In Tunneln, auf Autofähren sowie an Tankstellen muss die Gasversorgung grundsätzlich ausgeschaltet sein. Wer unsicher ist, ob das eigene Wohnmobil die technischen Voraussetzungen erfüllt, sollte den Kühlschrank während der Fahrt besser über die 12-Volt-Versorgung oder, sofern vorhanden, den Batteriebetrieb nutzen.

Umweltzonen und Maut

Mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein, bedeutet Unabhängigkeit, bringt aber auch Verpflichtungen mit sich. Viele Fahrzeuge sind dieselbetrieben und unterliegen daher Umweltauflagen. In Deutschland ist in Umweltzonen in der Regel eine grüne Plakette erforderlich, meist auf Grundlage der Euro-4-Norm. Allerdings verschärfen einige Städte ihre Vorgaben und beschränken auch Fahrzeuge mit besseren Abgasstandards. So gibt es zum Beispiel in Stuttgart und Hamburg sogar für Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro-5 Einschränkungen im Stadtverkehr. Deutlich genauer muss man auch im europäischen Ausland hinschauen: So dürfen beispielsweise in Paris, Amsterdam, Kopenhagen oder Antwerpen keine dieselbetriebenen Wohnmobile bis einschließlich Euro 4 mehr fahren. In Norditalien gelten für die Lombardei oder den Piemont sogar Euro 5-Verbote. Mit der geplanten Einführung der Euro 7-Abgasnorm ab Ende 2026 ist zudem absehbar, dass Umweltstandards weiter angehoben werden.

Auch die Nutzung von Straßen ist in vielen Ländern gebührenpflichtig. Häufig erfolgt der Nachweis über Vignetten oder digitale Systeme. Da sich die Regelungen regelmäßig ändern, sollten sich Reisende vor Fahrtbeginn über aktuelle Änderungen zu informieren. So endet beispielsweise in Österreich die Zeit der Klebevignette Ende 2026. Ab dann wird es nur noch die digitale Variante geben. Bulgarien führte bereits im Februar eine Tagesvignette ein, von der insbesondere Kurzurlauber und Transitreisende profitieren. Ungarn bietet nun auch regionale Jahresvignetten an, die sich insbesondere für Vielfahrer lohnen. Und Slowenien setzt die Maut für bestimmte Schnellstraßen vorübergehend aus.