Wer zum erwten Mal einen Umzug macht, steht vor einem Haufen wilder Sachen. Die Frage ist dabei: wie kriegt ich alles in mein kleines Auto? Damit das gelingt, versuchen wir von luckx – das magazin ohne viele dumme Sprüche den Weg frei zu machen.
Umzug mit dem eigenen Auto
Balu aus dem Dschungelbuch versuchte das Leben mit Gemütlichkeit zu meistern. Na klar, so lässt sich auch ein Umzug organisieren. Doch daraus könnte ein längerer Prozess werden, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Wer so heran geht, kommt irgendwann ans Ziel. Da spielt Zeit eben keine Rolle. Wer aber schnell fertig werden möchte, sollte clever planen, sicher packen und wird stressfrei ankommen. Wir sollten uns dabei vor Augen halten, dass wir nicht die Einzigen sind, die Umzug. Pro Jahr sind es rund weitere acht Millionen Menschen in Deutschland. Und viele setzen dabei auf den eigenen Pkw. Denn egal ob Auszug aus der WG, Umzug in die erste eigene Wohnung oder Transport einzelner Möbel: Der Umzug mit dem eigenen Auto spart Geld, ist flexibel und oft umweltfreundlicher als der große Transporter – vorausgesetzt, man plant sorgfältig.
Gute Planung ist alles
Ein realistischer Überblick über Menge und Gewicht des Umzugsguts ist der wichtigste Schritt. So ist zuerst zu prüfen, wie viel Volumen transportiert werden muss. So passen in einen Kleinwagen meist nur drei bis vier Standardkartons, in einen Kombi etwa acht bis zehn. Für eine Wohnung mit 15 bis 20 Kartons plus Möbel sind also mehrere Touren erforderlich. Und dann geht es tatsächlich ans Eingemachte. Im Fahrzeugschein steht die erlaubte Zuladung (Gesamtgewicht minus Leergewicht). Schon ein Bücherkarton kann bis zu 20 Kilogramm wiegen, bei voller Beladung ist das Limit schnell erreicht. Deshalb ist dringen auf die mögliche Zuladung zu achten. So sollten je nach zu transportierenden Volumen mehrere Fahrten eingeplant werden. Lieber häufiger fahren und sicher beladen, als alles auf einmal zu erzwingen.
Neben den Standardkartons gibt es noch Dinge, die nicht darin unter zubekommen sind. Dazu gehören Bett, Lattenrost, Regal oder Schreibtisch. Sie passen oft nicht in kleinere Autos. Vorher Maß nehmen verhindert böse Überraschungen. Spätestens wenn mehr als fünf Fahrten nötig sind oder viele große Möbel transportiert werden müssen, lohnt sich der Vergleich mit einem Miettransporter. Im Gesamtpaket ist dieser dann oft günstiger und umweltfreundlicher.
Parkplatz
Es ist eine Banalität: Ein Stellplatz direkt vor der Haustür. Zwar macht jeder Gang schlank. Doch viele Wege kosten Kraft, Zeit, Nerven und machen schnell müde. Die einfache Möglichkeit ist mit dem eigenen Autos oder den Autos der Helfer Plätze freihalten. Das ist legal, bietet aber keine Garantie. Sicherer ist es, beim zuständigen Ordnungsamt eine offizielle Halteverbotszone zu beantragen. Dabei sind die Kosten mit 20 bis 50 Euro plus Schildermiete überschaubar. Der Antrag muss etwa zwei Wochen gestellt werden und die Schilder sollten rechtzeitig aufgestellt werden. Achtung: Nicht erlaubt sind Stühle, Mülltonnen oder Klebeband. Diese gelten als Verkehrsbehinderung und können Bußgelder nach sich ziehen. Und wenn eine Halteverbotszone aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich ist, sollten Nachbarn frühzeitig informiert und Stellplätze gemeinsam freigehalten werden.
Packen
Wer klug packt, schützt nicht nur seine Sachen, sondern auch das Auto. Dabei sind die Regeln ganz einfach: Schweres gehört nach unten und Leichtes nach oben. Das sorgt für Stabilität und gleichmäßige Gewichtsverteilung. Mit Decken, Handtüchern oder Kissen lassen sich Lücken füllen. Sie polstern Kartons und Sperriges ab, damit nichts verrutscht und gesichert ist. Bei Matratzen, Lattenroste oder längere Regalbretter klappt das meistens nicht im Innenraum des eigenen Fahrzeuges. Außer es ist ein Kombi. Das sollte auf Dachträger oder Anhänger zurückgegriffen werden. Pflanzen gehören in Kisten. Da sind sie gut fixiert. Außerdem sollten sie gut abgedeckt werden. Besonders im Winter. Sonst kommen sie beschädigt oder erfroren in der neuen Wohnung an. Wer etwas Gutes seinen Pflanzen tun möchte, wickelt große Exemplare in Vlies ein. Spiegel, Glasplatten und Bilder sind aufrecht und gut gepolstert zu transportieren. Bei elektronischen Geräten wie Fernseher oder Monitore ist es sinnvoll, diese in Decken einzuwickeln oder in Originalverpackung sichern zu transportieren. Bevor Kühlscvhränke und Tiefkühltruhen auf die Reise gehen, sind diese vorher abzutauen. Die Türen sollten mit Gurten oder Klebestreifen gesichert werden. Wer sie stehen transportiert, kann sie anschließend wieder sofort in Betrieb nehmen. Beim Liegendtransport müssen Kühlschränke mehrere Stunden erst wieder aufrecht stehen, bevor sie wieder in Betrieb genommen werden. Große Modelle passen meist nur in einen Transporter oder Anhänger. Ach ja, wenn die Gegenstände besonders schwer sind, gehören rutschfeste Matten darunter. Sie verhindern, dass sich die Ladung beim Bremsen bewegt.
Die Straßenverkehrsordnung begleitet den Umzug
Die Straßenverkehrsordnung (§ 22 StVO) schreibt klare Regeln für den Transport im Pkw vor. Dazu gehört die Ladungssicherung. Die Ladung muss so gesichert sein, dass nichts verrutscht, umkippt oder herausfällt. Spanngurte, Decken und rutschfeste Matten oder gleichwertige Sicherungen sind deshalb Pflicht. Das Auto darf mit Ladung maximal 2,55 Meter breit und 4 Meter hoch sein. Nach hinten ist 1 Meter Überstand erlaubt, bis zu 3 Meter nur bei kurzer Strecke und mit roter Fahne. Und wer es dann übertreibt, zahlt bei einer Kontrolle. Hier schon einmal die Zusatzkosten, die dann einen nach dem Umzug den Appetit verderben können. So fallen Bußgelder bei fehlende Sicherung von mindestens 35 Euro an. Ist Gefährdung im Spiel, sind bis zu 75 Euro und einen Punkt in Flensburg fällig. Deshalb gehören Spanngurte, Antirutschmatten und Decken zu jedem Umzug dazu.
Schwerlastverkehr
Ein älterer Kleinwagen kann schon bei voller Beladung an seine Grenzen geraten. Wenn dann Stoßdämpfer und Federn schon viele Jahre ihren guten Dienst getan haben als auch die Bremsen erneuert werden sollten, kann das zusätzliche Gewicht den Grenzbereich überschreiten. Denn ein voll beladenes Auto verhält sich ganz anders als bisher gewohnt. Das zusätzliche Gewicht verlängert den Bremsweg und verändert die Straßenlage, insbesondere in Kurven oder bei Ausweichmanövern. Deshalb ist vorausschauendes Fahren angesagt. Also langsamer fahren, mehr Abstand halten, frühzeitig bremsen und das Tempo in Kurven reduzieren. Bei höherer Beladung ist zwingend der Reifendruck zu prüfen und leicht zu erhöhen (meist +0,2 bis +0,3 bar). Wenn Beleuchtung erforderlich ist, und das wird im jetzt kommenden Herbst erforderlich sein, sollten die Scheinwerfer etwas tiefer eingestellt werden, um Blendung zu vermeiden. Zwar gibt es beim privaten Transport keine Lenkzeitbeschränkungen. Doch Pausen sollten mit eingeplant werden. Bei mehreren Fahrten sind regelmäßig kurze Stopps einzulegen, um Konzentration und Reaktionsvermögen zu behalten.
Kosten
Wer umzieht, sollte die Kosten und die eigenen Nerven im Blick behalten. Das ist nicht jedermanns/jederfraus Sache. Sicherlich gibt es immer Freunde, die helfen. Aber auch solche, die helfen zugesagt haben, aber dann doch nicht erscheinen. Deshalb muss genau kalkuliert werden, ob so ein Umzug auch an einem Tag oder in der geplanten Zeit erledigt werden kann. Wenn es dann länger dauert, kann ein gemieteter Transporter finanziell lohnender als das eigene Auto sein. Also müssen Aufwand und Kosten realistisch kalkuliert werden. So bedeuten mehrere Fahrten höheren Spritverbrauch, besonders bei Stadtfahrten. Dazu kommen Parkgebühren, die schnell ins Geld gehen können. Auch zusätzliche Ausgaben für Kartons, Spanngurte oder Halteverbot sollten berücksichtigt werden. Und wenn Freund helfen, brauchen die vielleicht auch noch einen Parkplatz. Ein erhöhter Verschleiß am Auto fällt an, insbesondere bei Reifen, Bremsen und Kupplung.
Alles versichert?
Beim Umzug helfen oft Freunde oder Familienmitglieder, und nicht selten wechseln Fahrzeuge spontan den Fahrer. Im Schadensfall sind bei der Autoversicherung auch nicht eingetragene Fahrer über die Kfz-Haftpflicht mitversichert, solange es sich um eine gelegentliche Nutzung handelt. Wird das Auto jedoch regelmäßig von anderen gefahren, kann die Versicherung den Beitrag anpassen oder den Vertrag hochstufen. Die Haftpflicht deckt nur Schäden bei Dritten ab. Für eigene Schäden ist eine Vollkaskoversicherung nötig, meist mit Selbstbeteiligung erforderlich. Entstehen beim Helfen Kratzer oder Dellen, kann die private Haftpflichtversicherung des Helfers zahlen – aber nur, wenn Gefälligkeitsschäden im Tarif eingeschlossen sind. Viele Tarife schließen solche Schäden aus oder begrenzen die Deckungssumme. Deshalb unbedingt vor dem Umzug klären, wer fährt, welche Versicherung greift und ob Helfer versichert sind. Das spart Ärger und vermeidet Streit im Nachhinein.