Ach wie schon ist es, vor dem Kamin die Füße zu wärmen. Jetzt spinnen die von luckx – das magazin wohl total. Doch aufgepasst, wenn die meisten nach einer Klimaanlage lechzen, baut der kluge Mann und die noch klügere Frau vor.
Der nächste Winter kommt bestimmt
Draußen sind es 32°C. Wer jetzt an den Winter denkt, denkt mit Sicherheit nicht an eine Heizung. Eher an eine kühle Brise aus dem Norden anstatt der heißen Winde aus Afrika. Doch jetzt treffen die klugen Frostbeulen die wichtigen Entscheidungen für den Winter. Da geht es nicht nur um das Brennholz, sondern auch darum, wie die Abgase aus dem Kaminofen nach Außen gelangen. Deshalb sollten jetzt vorhandene Schornsteine geprüft, stillgelegte Züge reaktiviert oder neue Systeme nachgerüstet werden. Denn das sind die ersten Schritte für denjenigen, der eine Holzfeuerung plant. Bevor der der Kaminofen ausgewählt wird, sind die Grundlagen zu setzten. Das ist der Schornstein. Dabei bestimmt er maßgeblich, welche Feuerstätte überhaupt infrage kommt und wie effizient sie später arbeitet. Wer seine Heizung zur nächsten Heizsaison ergänzen möchte, sollte deshalb frühzeitig die baulichen Voraussetzungen prüfen: Gibt es einen geeigneten Schornstein, lässt sich ein stillgelegter Zug reaktivieren oder ist eine Nachrüstung sinnvoll? „In der Tat denken viele Verbraucher zuerst an den Kaminofen. In der Praxis muss aber zunächst der Schornstein passen. Er ist der ‚Motor‘ einer Feuerstätte. Entscheidend ist, ob ein geeigneter Schornsteinzug vorhanden ist, ob sich ein stillgelegter Zug reaktivieren lässt oder ob eine Nachrüstung notwendig wird. Wer das rechtzeitig klärt, vermeidet Verzögerungen“, erklärt Thomas Schnabel, Wirtschaftsreferent beim Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. (HKI).
Schornstein prüfen
In vielen älteren Gebäuden, die bis in die 2000er-Jahre errichtet wurden, ist häufig noch ein Schornstein vorhanden. Oft wurde er längere Zeit nicht genutzt oder im Laufe der Jahre teilweise als Versorgungsschacht für Leitungen verwendet. Deshalb sollte der zuständige Schornsteinfeger früh in die Planung eingebunden werden. Er kennt die Gegebenheiten vor Ort, kann den vorhandenen Zug prüfen und bei Bedarf mit einer Kamera untersuchen. So lässt sich klären, ob eine Reaktivierung möglich ist, eine Sanierung erforderlich wird oder eine Nachrüstung die bessere Lösung darstellt. „Viele Neubaubesitzer entscheiden sich erst später für eine Feuerstätte und sind dann überrascht, dass niemand in der Planung- und Bauphase auf den sinnvollen Einbau hingewiesen hat“, so Schnabel weiter, „zumal ein Schornstein im Neubau günstiger ist, als viele Denken und ein wichtiger Aspekt im Rahmen der Versorgungssicherheit ist.“
Ob eine Feuerstätte sicher und effizient arbeitet, hängt wesentlich vom Zusammenspiel mit dem Schornstein ab. Entscheidend sind unter anderem Querschnitt, Höhe und Zugverhalten. Moderne Holzfeuerungen arbeiten deutlich effizienter als ältere Geräte und stellen deshalb andere Anforderungen an die Abgasführung. Wer diese Punkte früh prüfen lässt, kann anschließend den Ofen auswählen, der technisch zum Schornstein und zum Wärmebedarf des Hauses passt.
Aufstellort und Leistung
Neben dem Schornstein entscheidet auch der Aufstellort darüber, welche Feuerstätte geeignet ist. Zu berücksichtigen sind unter anderem die Raumgröße, der Dämmstandard des Gebäudes, die gewünschte Nutzung und der tatsächliche Wärmebedarf. Gerade in gut gedämmten Häusern kann ein zu leistungsstarkes Gerät den Raum schnell zu stark erwärmen. Deshalb sollte die Leistung so gewählt werden, dass der Ofen die vorhandene Heizung ergänzt, ohne die Raumtemperatur dauerhaft zu erhöhen. Wer nicht nur den Aufstellraum erwärmen möchte, kann auch ein wasserführendes Gerät installieren. Es gibt einen Teil der erzeugten Wärme an das Heizsystem ab und kann so auch andere Räume sowie das Heizwasser erwärmen. Auch die Kombination mit einer Wärmepumpe, Gastherme oder Photovoltaikanlage ist möglich.
Holz lagern
Auch der Brennstoff sollte von Anfang an in die Planung einbezogen werden. Scheitholz benötigt einen trockenen, gut belüfteten Lagerplatz, damit es die erforderliche geringe Restfeuchte unter 20 Prozent erreicht und sauber verbrennt. Pellets werden bei Einzelraumfeuerstätten häufig als Sackware genutzt und sollten ebenfalls trocken gelagert werden. Wer bereits im Sommer beim regionalen Brennholzhändler bestellt, profitiert häufig von Aktionspreisen und hat Scheitholz oder Pellets am ersten kalten Abend zur Hand.
Wer jetzt plant, kann Schornsteinfeger und Fachbetrieb rechtzeitig einbinden und gezielt klären, welche Feuerstätte zum Gebäude, zur vorhandenen Heizung und zum gewünschten Wärmebedarf passt.