Die eigene Fitness steuern

Wer einmal in die Historie der Sportuhren schaut, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Kleine Speicherchips konnten nur eine Datei, eine Trainingseinheit, speichern. Was heute möglich ist, hat luckx – das magazin recherchiert.

Am Anfang war Polar

Die erste Sportuhr wurde 1977 vom finnischen Ingenieur und Sportler Seppo Säynäjäkangas entwickelt und unter dem Namen Polar vertrieben. Nach Deutschland kamen die Uhren etwa 1980 und wurden vom Hamburger Unternehmen Unilife in den Handel gebracht. Genutzt wurden sie von Wissenschaftlern und Hochleistungssportlern; insbesondere im Ausdauerbereich wie zum Beispiel im Skilanglauf. Denn die Entwicklung konzentrierte sich auf Herzfrequenzüberwachung für Profisportler. Das war damals komplettes Neuland, weil nun Sportler nicht mehr nur im Labor auf dem Ergometer laufen, radeln und Skilaufen konnten. Nun konnte die Trainings- und Wettkampfüberwachung überall erfolgen. Heute ist es jedem möglich, seine Körperfunktionen zu überwachen. Und das Ende der Möglichkeiten scheint noch nicht erreicht. Doch die wesentliche Herausforderung ist geblieben: Die „richtige“ Interpretation der erfassten Daten. Diese ist im Leistungssport, im Training und in der Fitnessbranche weiterhin die größte Herausforderung. Er danach kann die Nutzung der Daten ein entscheidender Erfolgsfaktor sein, um Mitglieder langfristig zu binden und das Trainingserlebnis zu optimieren. Immer mehr Fitnessstudios erkennen, dass ihnen das gezielte Sammeln von Mitgliederdaten hilft, Prozesse zu optimieren, personalisierte Angebote zu schaffen, Marketingstrategien zu verfeinern und das Trainingserlebnis ihrer Mitglieder zu verbessern.

Datenanalyse

So stehen die Trainingsdaten im Vordergrund der Analyse. Diese gilt es, direkt und live in einen Mehrwert für die Mitglieder umzuwandeln, Feedback zu geben, sie zu motivieren, Erfolge aufzuzeigen. Kurz: Es geht darum, die Erfahrung, die Fitnesssportler machen, in dem Moment zu verbessern, in dem sie ihren Sport ausüben.

Fitnessstudios, die mit den Daten ihrer Mitglieder arbeiten, sind zum Beispiel in der Lage, personalisierte Trainingspläne zu erstellen, die auf den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben der Trainierenden basieren. Unter anderem eine Untersuchung der US-amerikanische Non-Profit-Organisation Mayo Clinic zeigte, dass „ein ausgewogenes Fitnessprogramm verschiedene Elemente wie Ausdauer, Kraft und Flexibilität umfassen sollte, um optimale Ergebnisse zu erzielen“ (Mayo Clinic, 1. November 2022). Durch die Verwendung sinnvoller und individueller Gesundheits- und Aktivitätsdaten können Coach sicherstellen, dass Sportler auch konstant ihre ganz spezifischen Anleitungen erhalten, um ihre Ziele noch besser erreichen zu können. Der Weg der verbesserten Fitness und Gesundheit wiederum führt zu höherer Zufriedenheit.

Motivation durch Feedback

Die Integration von Wearables und Fitness-Apps eröffnet eine neue Welt der Datenanalyse. Laut UCLA Health haben Nutzer von Wearables, die täglich personalisierte Nachrichten zu ihren Fitnesszielen erhalten, über einen längeren Zeitraum hinweg bedeutende Verbesserungen in ihrer Fitness erzielt (UCLA Health, 10. Februar 2022). Solche Daten und Ergebnisse wiederum können genutzt werden, um Sporttreibende gezielt zu motivieren, ihnen regelmäßig Feedback zu ihrem Fortschritt zu geben und sie auf diese Weise zu binden und zu motivieren.

Sicherlich lässt sich mit einer Software, die auf anonymisierter Daten zurückgreift, ebenfalls eine ausreichende Steuerung zu erzielen. Doch die Erfahrungen der Wissenschaft seit 1980 hat gezeigt, dass Trainings- und Wettkampfsteuerung ein sehr individuelles Geschäft ist. Trotzdem kann die Software daneben liegen. Sie kann nur eine erste Hilfe sein, Übungen, Wiederholungen und Gewichte zu empfehlen, die den Übenden weder über- noch unterfordern. Zwar kann durch KI-Unterstützung der automatisch erstellten Trainingspläne eine Empfehlung erfolgen, die dadurch immer präziser werden. Berücksichtigt werden müssen für den Trainingsplan die vorhandene Ausstattung eines Fitnessstudios als auch mögliche externe Aktivitäten wie Laufen, Radfahren usw.