Der Einzelhandel weiß genau, wie er Kunden in seine Geschäfte bekommt. Mit Licht werden Leute angelockt, so eine Weisheit des Handels. Darüber hinaus sorgt Licht für Orientierung, schafft Atmosphäre und weckt Emotionen. Das alles hat luckx – das magazin auf der Messe Light + Building im März 2026 in Frankfurt am Main erlebt.
Lebenslicht
Darüber hinaus beeinflusst Licht unser Wohlbefinden, unterstützt Lernprozesse, steigert die Leistungsfähigkeit und fördert die Kommunikation. Mit Sonderschau „The Living Light – where Design and Technology Shape the Future“ wurde erstmals fiesem Thema breitem Raum eingeräumt. All diese Dimensionen des Lichts wurden in einem ganzheitlichen, erlebbaren Konzept zusammengeführt. Ein atmosphärischer Rundgang durch vier verschiedene Lebensbereiche zeigte, wie innovative Lichttechnologie unser tägliches Leben auf vielfältige Weise bereichern kann. „The Living Light“ zeigte während der Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik, wie sich ein ganzheitlicher Umgang mit Licht räumlich übersetzen lässt. Im Rahmen der Sonderschau wurde jeweils ein eigenes Schwerpunktthema zum Thema Leben sowie ein gemeinsames Kommunikationskonzept gezeigt. So fließen unterschiedliche kulturelle Perspektiven, Arbeitsweisen und gestalterische Ansätze in die Installation ein und formen gemeinsam ein vielschichtiges Gesamtbild von Licht als gestaltender Kraft unseres Alltags.
Themenräume
Im Zentrum der Sonderschau stand ein durchgehendes räumliches Element: die „Green Spine“. Dieser lichtinszenierte Flur verbindet alle vier Themenräume miteinander und führte die Besucher durch die Sonderschau. Inspiriert von natürlichen Wachstumsformen begleitete eine mit Moos gestaltete Wand den Weg. Licht schafft Orientierung, lenkt den Blick und verändert sich entlang der einzelnen Stationen in Intensität und Stimmung. Die Natur wird dabei zum Sinnbild für Verbindung und Kontinuität – zwischen Lebensbereichen, Technologien und dem Menschen. Der Rundgang durch „The Living Light“ führte die Besucher durch vier zentrale Lebensbereiche, in denen Licht als gestaltender und verbindender Faktor erlebbar wird. Der Rundgang begann im Raum „Home“ – dem emotionalen Ausgangspunkt des Alltags. Hier wurde Licht als persönlicher Begleiter erfahrbar, der sich an Tageszeiten, Stimmungen und Bedürfnisse anpasst. Unterschiedliche Lichtszenen übersetzen den Verlauf eines Tages: von ruhigen, warmen Morgen- und Abendsituationen über intensivere, aktivierende Lichtmomente bis hin zu einer nächtlichen Szenerie, die Dunkelheit bewusst zulässt. Die Besucher konnten über eine Steuerung selbst Einfluss nehmen und die Lichtstimmung im Raum verändern. So wurde Licht als Werkzeug erlebbar, das Geborgenheit schafft, Rückzug ermöglicht und emotionale Nähe unterstützt.
Licht als Motor für Motivation und Gesundheit
Im Bereich „Education“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie Licht Lernräume positiv prägen kann. Lernen ist ein vielschichtiger Prozess, bei dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene unterschiedliche Voraussetzungen, Wahrnehmungen und Konzentrationsformen mitbringen. In vier eigens gestalteten Raumsituationen werden verschiedene Lerntypen veranschaulicht: vom spielerischen und aktiven Lernen über digitale Ansätze bis hin zu disruptiven Lernformen, etwa bei ADHS oder besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen. Jede dieser Zonen nutzt gezielte Lichtstrategien, die von direkter und indirekter Beleuchtung über ruhige, diffuse Lichtszenen bis hin zu aktivierenden Akzenten reichen. So demonstriert die Installation, wie Licht Motivation steigern, Reizüberflutung reduzieren und individuelle Lernprozesse unterstützen kann.
Performance und Regeneration im Gleichgewicht
Der Themenraum „Work“ inszenierte den Arbeitsalltag als räumliche Erzählung. In einem streng geometrischen, nahezu konzentrierten Raum wurde der Tagesverlauf eines Arbeitstages durch Licht sichtbar gemacht. Unterschiedliche Phasen wie Konzentration am Morgen, gedankliches Abschweifen zur Mittagszeit, Beschleunigung und Druck am Nachmittag sowie das allmähliche Zur-Ruhe-Kommen am Abend wurden allein durch Licht, Rhythmus und Intensität erfahrbar. Im Zentrum steht ein Arbeitsplatz, der bewusst Unordnung zeigt. Er symbolisierte den Menschen innerhalb eines hochkontrollierten Systems. Licht wurde hier nicht dekorativ eingesetzt, sondern übernimmt eine erzählerische Funktion: Es misst Zeit, erzeugt Spannung und macht emotionale Zustände sichtbar.
Das spielerische Zusammenspiel von Sensorik und Licht
Im Bereich „Communication“ stand das Zusammenspiel von Licht, Sensorik und Interaktion im Mittelpunkt. Licht reagiert auf Bewegungen, verändert sich dynamisch und macht Vernetzung sichtbar. Besucherinnen und Besucher erleben unmittelbar, wie Lichtstimmungen intuitiv, spielerisch und interaktiv entstehen, sich überlagern und im Zusammenspiel mit dem Raum weiterentwickeln. So wird deutlich, wie vernetzte Lichtsysteme Kommunikation fördern und Räume interaktiv und lebendig machen können.
Mit „The Living Light“ wurde das umfassendes Fachwissen und vielfältige Inspiration für Lichtplaner, Architekten, Designer sowie das lichtaffine Fachpublikum geboten.