Mehrwert schaffen

Die Rente soll in Zukunft nur die Basis sein. So wird heftig darüber diskutiert, wie es gelingen könnte, Werte fürs Leben schaffen. Also, wie gelingt es, mit den vorhandenen Mittel ein angemessenes Vermögen für die Zukunft aufzubauen. Luckx – das magazin sucht nach Lösungen.

Sanierungsfahrplan

In der aktuellen krisen- und kriegsgeplagten Situation suchen viele Menschen nach geeigneten Möglichkeiten zum Vermögensaufbau. Was viele dabei übersehen ist, dass so manches Vermögen schon vorhanden ist. Sei es durch die eigene Arbeitskraft, durch Kredite oder durch eine vorhandene Immobilie. Am meisten trägt zum Vermögensaufbau die eigene Arbeitskraft bei. Diese sollte gepflegt werden. Des Weiteren sind Kredite vorhanden, die durch Zinsen und Tilgung den Vermögensaufbau verhindern. Deshalb ist die Kreditvermeidung beziehungsweise schnellstmögliche Tilgung ein größer Beitrag zum Vermögensaufbau. Wer das alles schon hinter sich gebracht hat, sollte die eigene Immobilie in den Fokus nehmen und nach Optimierungsmöglichkeiten suchen. Sei es durch Energieeinsparung als auch durch Verschönerungs- und Verbesserungsarbeiten. Hilfreich ist dabei ein Sanierungsfahrplan, um strukturiert zu modernisieren statt planlos zu investieren. Dabei stehen Eigentümer schnell vor einer komplexen Frage: Wo anfangen? Dach, Fassade, Heizung, Fenster – die Möglichkeiten sind vielfältig, die Wechselwirkungen zwischen den Maßnahmen oft unterschätzt. Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) schafft hier Klarheit. Er liefert einen strukturierten, auf das jeweilige Gebäude zugeschnittenen Plan und ist gleichzeitig die Grundlage für staatliche Fördermittel.

Beratung

Der iSFP ist ein standardisiertes Beratungsinstrument, das auf die Deutsche Energie-Agentur (dena) zurückgeht. Er gliedert die energetische Sanierung eines Gebäudes in aufeinander abgestimmte Schritte und zeigt auf, welche Maßnahmen sinnvoll sind, in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden sollten und welche Einsparpotenziale sie bieten. Dabei berücksichtigt er sowohl technische als auch wirtschaftliche Aspekte. Entscheidend ist, dass der iSFP die einzige Berichtsform ist, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Förderanträge anerkannt wird. Wer also Fördermittel für energetische Sanierungsmaßnahmen beantragen möchte, kommt am iSFP nicht vorbei. So ein Plan liefert konkrete, umsetzbare Schritte und erleichtert die Koordination aller Gewerke für eine reibungslose Modernisierung.

Grundlagen

Grundlage des iSFP ist eine umfassende Analyse des energetischen Ist-Zustands – erfasst werden Gebäudehülle, Heizungs- und Anlagentechnik sowie Lüftungssysteme. Darauf aufbauend werden Schwachstellen identifiziert und konkrete Maßnahmenempfehlungen entwickelt. Typische Inhalte können sein, welche Baumaßnahmen erforderlich sein können wie Dämmung von Dach, Fassade oder Kellerdecke, Heizungsmodernisierung, Fenstertausch, Einsatz erneuerbarer Energien wie Photovoltaik oder Solarthermie sowie Optimierung der Lüftungstechnik. Des Weiteren gehören dazu Priorisierungen und Zeitplanungen. Dabei geht es darum, welche Maßnahmen lohnen sich sofort und welche sind eine sinnvolle Ergänzung. Danach ist die Reihenfolge der Sanierungsschritte festzulegen. Die Maßnahmen müssen so aufeinander abgestimmt werden, dass unnötige Kosten oder spätere Rückbauten vermieden werden. So sollte etwa eine Fassadendämmung immer vor dem Fenstertausch geplant werden. Danach geht es daran, die Kosten und Fördermittel zu erfahren. Die transparente Darstellung der Investitionskosten, verfügbare Förderprogramme und erzielbarer Einsparpotenziale bilden das wichtige Finanzgerüst.

Varianten

Der iSFP kann in zwei Varianten erstellt werden. Als Schritt-für-Schritt-Fahrplan eignet er sich für Eigentümer, die Maßnahmen über mehrere Jahre hinweg umsetzen möchten, etwa aufgrund von Budget oder Mietverhältnissen. Die zweite Variante zeigt den Weg zu einer umfassenden Gesamtsanierung auf, die den Anforderungen eines bundesgeförderten Effizienzhauses entspricht. Für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern oder Gründerzeitbauten bietet gerade die gestaffelte Variante einen klaren Vorteil: Investitionen lassen sich über mehrere Jahre verteilen, ohne den Gesamtplan aus den Augen zu verlieren.

Fazit

Einen förderfähigen iSFP dürfen ausschließlich zertifizierte Energieeffizienz-Experten erstellen – also Fachleute, die in der Energieeffizienz-Expertenliste der dena gelistet sind. Nur dann werden die darauf basierenden Förderanträge beim BAFA anerkannt. Wer eine Immobilie energetisch modernisieren möchte, sollte nicht bei der erstbesten Einzelmaßnahme beginnen, sondern zunächst einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen lassen. Er schafft Planungssicherheit, verhindert teure Fehlinvestitionen und öffnet den Zugang zu staatlichen Fördermitteln. Da das Gebäudeenergiegesetz sich im Wandel befindet und ab 2026 weitere Änderungen zu erwarten sind, ist ein strukturierter Sanierungsplan die beste Grundlage, um flexibel und gut vorbereitet zu bleiben.