Vorbereitungen für die Urlaubsreise sind wichtig. Manchmal reicht es aus, sich selbst zu sagen, dass es nun in den Urlaub geht. Doch für eine große Zahl unserer Mitmenschen reicht das nicht aus. Aufgrund ihrer Allergie müssen sie genau planen, wie ich ihr Urlaub gestaltet werden kann. Luckx – das magazin hat recherchiert.
Allergiker und ihre Reiseapotheke
Die Vorfreude ist groß, der Koffer gepackt, doch habe ich wirklich an alles gedacht? Diese Frage treibt viele um, wenn der lang ersehnte Urlaub kurz bevorsteht. Neben Kosmetik-Allerlei, Kleidung und den Ausweisdokumenten steht auch die Reiseapotheke im Fokus. Damit die Auszeit erholsam und ungetrübt bleibt, müssen Menschen mit einem Risiko für schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) an ihr Notfallset denken. Doch denken allein reicht nicht aus. Sie müssen es immer mit sich tragen – auch auf Flügen im Handgepäck. Bei minderjährigen Kindern mit Anaphylaxie-Risiko ist es wichtig, dass Betreuungspersonen wie zum Beispiel die Großeltern und Erzieherinnen und Erzieher daran denken. Für Familien, Paare oder Alleinreisende gilt: Die Reiseapotheke sollte immer mit den persönlichen Medikamenten sowie Mitteln gegen Schmerzen und Fieber, zur Wundversorgung, gegen Reiseübelkeit oder Gelen zur Kühlung von Insektenstichen ausgestattet sein. Bei Allergikern sind weitere Vorkehrungen wichtig – insbesondere, wenn bei ihnen das Risiko einer anaphylaktischen Reaktion besteht.
Notfallset
Eine Anaphylaxie ist eine schwere allergische Reaktion, die selten auftritt, aber unbedingt ernst genommen werden muss. Binnen Minuten kann sie lebensgefährlich werden. Denn bei allergischen Personen reagiert das Immunsystem überschießend auf eigentlich harmlose Substanzen beispielsweise in Nahrungsmitteln, Medikamenten oder Insektengiften, wodurch es zu Beschwerden wie Juckreiz, Schleimhautschwellungen im Mund- und Rachenraum, Atemnot, Herzrasen und Schwindel kommen kann, bis hin zum Herz-Kreislauf-Zusammenbruch. So kann im Urlaub mit Sprachbarrieren oder ohne Zugang zur schnellen medizinischen Versorgung, eine schwere allergische Reaktion kritisch werden. Denn bei Verdacht auf eine Anaphylaxie zählt jede Minute. Deshalb sollte das Notfallset immer mit sich getragen werden und griffbereit sein. Für Auslandsurlaube sollte es am besten auch in englischer Sprache gekennzeichnet sein („First Aid Kit“).
Das gehört ins Notfallset
Viele Menschen sind in einer Krisensituation völlig überfordert. Doch betroffene im Wissen um ihre Allergie sollten zur Notfallbehandlung sich intensiv vorbereiten. Besonders bei einer Anaphylaxie. Wenn Betroffene über so eine Reaktion Kenntnis haben, sollten sie sich von ihrem Arzt beraten lassen und sich ein individuelles Notfallsets zusammenstellen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, einen Anaphylaxie-Pass sich ausstellen zu lassen. Darin vermerken sie bestehende Allergien sowie die verordneten Medikamente. Der Pass enthält zudem Handlungsmaßnahmen im Notfall. Außerdem kann er beim Check In am Flughafen hilfreich sein. Hineingehören in ein Notfall-Set Adrenalin (als Autoinjektor oder Nasenspray. Beide sind für das gleiche Ziel zugelassen: die schnelle Hilfe im Notfall.), Antihistaminikum, Kortison und Salbutamol (für Asthmatiker).
Vorschriften und Lagerung
Im Notfall ist Adrenalin das Mittel der ersten Wahl, um in einem Anaphylaxie-Notfall Kreislauf und Atmung zu stabilisieren. Daher ist es ratsam, es auch während des Fluges bei sich zu haben, also im Handgepäck. An der Sicherheitskontrolle ist es wichtig, es unaufgefordert vorzuzeigen. Eine ärztliche Bescheinigung (am besten mehrsprachig), in der die medizinische Notwendigkeit bestätigt wird, sollte ebenfalls mitgenommen werden. Ärzte nutzen dafür Standardformulare, die man rechtzeitig vor der Abreise in der Praxis anfordern kann. Da die Medikamente im Notfallset temperatursensibel sein können, ist es empfehlenswert, sich vorab darüber zu informieren, wie sie beispielsweise an sehr warmen oder sehr kalten Reisezielen gelagert werden können. Sonst riskiert man, dass sie gegebenenfalls nicht mehr wirksam sind. Selbstverständlich sind alle Medikamente zudem regelmäßig zu prüfen, wie lange sie noch haltbar und damit anwendbar sind. Außerdem sind die Mitreisenden darüber zu informieren, dass sie Allergiker sind. Die Mitreisenden sollten unbedingt wissen, wo das Notfallset aufbewahrt wird (zum Beispiel im Rucksack) und bei Gelegenheit die Anwendung erklärt bekommen. So können sich Betroffene sicher fühlen und den Urlaub umso mehr genießen.