Außer-Haus-Verpflegung

Die Zahl ist schon sehr beeindruckend: 16 Millionen Menschen in Deutschland essen täglich in Kantinen, Mensen und vielen anderen Außer-Haus-Verpflegungseinrichtungen. Davon, so sieht es jedenfalls die Bundesregierung, sollen bald 30 Prozent mit Bio-Produkten versorgt werden. Ob das gelingen kann, hat luckx – das magazin auf der Messe BIOFACH recherchiert.

Zahlen – Daten – Fakten

Ob Kindergarten, Schule, Hochschule, Krankenhäuser und vieles mehr: Die unvorstellbare Zahl von 16 Millionen Essen täglich ist immens groß. Und von diesem Essensportionen sollen bald 30 Prozent Bioprodukte sein? Das Bio-Angebot in der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie lag 2022 bei nur 2 % wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) errechnet hat. Die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Einsatz ökologisch erzeugter Lebensmittel erfüllen nur 5 % der Kliniken und nicht einmal 1 % der Senioren- und Pflegeheime. Genau dort setzt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an und strebt mit einer bundesweiten Initiative einen Mindestanteil von 30 % Bio in öffentlichen Küchen an. Förderprogramme, Zertifikate, eine neue Bio-Außer-Haus-Verpflegungs-Verordnung und eine überarbeitete Bundeskantinenrichtlinie sollen den Bio-Anteil in Kantinen erhöhen und dabei auch die Lebensmittelverschwendung reduzieren.

Die Ziele für eine ökologische Ernährungswende sind ambitioniert – nicht nur in Deutschland – mit 30% Bio bis 2030. Eine wachsende Rolle könnte dabei – auch aufgrund positiver Weichen-Stellungen in der Politik – mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung spielen. Das gibt „Wasser auf die Mühlen“ der Nürnberger Messegesellschaft mit ihrer Fachmesse BIOFACH, wie Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung, NürnbergMesse bei der Eröffnungspressekonferenz berichtete.

Gastronomie

Neben neuen Programmen und Behördenvorgaben geht es aber auch darum, aktuellen Herausforderungen zu begegnen. So zum Beispiel, wenn Menschen aus finanziellen Überlegungen ihre Besuche in der Gastronomie einschränken. Dazu auch noch zwei Zahlen: 2024 werden die durchschnittlichen Ausgaben pro Besuch Schätzungen zu Folge um 7,7 % steigen. Und mit steigenden Preisen wird auch ein Besucherrückgang von etwa 4 % erwartet. Das Potenzial aber ist groß: Bei der Außer-Haus-Verpflegung betreffen das rund 200.000 Betrieben wie der DEHOGA für 2023 ermittelte, 2 Mio. Beschäftigten in Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie und den schon genannten rund 16 Mio. Gästen täglich.

Bio-Produkte

Aktuell produziert die Landwirtschaft auf einer Fläche von etwas mehr als 10 Prozent Bioprodukte. Wenn ein bisher konventionell produzierender Landwirt seinen Hof auf Bioprodukte umstellen möchte, so hat er je nach Produkt und Fläche ein mehrjähriges Zertifizierungsverfahren zu durchlaufen. Zwar können die Produkte als Umstellungsprodukte bezeichnet werden. Doch bis sie Bioqualität erreichen, ist es dann noch ein weiter Weg.

Aktuell haben die Bauern leider keine Zeit für den Beginn dieses Umstellungsprozesses, weil sie mit ihren Traktoren immer noch Straßen blockieren müssen, um weiterhin den teuren Diesel subventioniert zu bekommen. Da stellt sich auch die Frage, ob die Bundesregierung diese teils mehrere hundert Kilometer lange Fahrten mit dem Traktor auch dieselsubventionieren. Oder ob Abteilungen in den Finanzämtern der landwirtschaftlichen Hochburgen eingerichtet werden, um diesen „Steuerbetrügern“ nachzugehen.