Es gibt so einige Wörter, die inflationär verwendet werden. Dazu gehört sicherlich Klimawandel als auch Nachhaltigkeit. Wir von luckx – das magazin sind auch nicht davon befreit, diese Begriffe zu verwenden. Doch wir versuchen das immer mit entsprechenden Inhalten zu füllen wie es auch im folgenden Bericht gehen soll.
Was bedeutet „Nachhaltig reisen”?
Wir alle haben das Wort „Nachhaltig” schon zu oft gelesen? Nachhaltige Zahnbürste. Nachhaltiges Hotel. Nachhaltige Sauna. Nachhaltiges Buffet. Kein Wunder, dass viele Reisende skeptisch geworden sind. In der ganzen Masse an „nachhaltigen“ Dingen fragen wir uns alle: Was bedeutet das Wort überhaupt noch? Und woran erkennen wir, ob eine Unterkunft tatsächlich Verantwortung für Umwelt und Menschen übernimmt? Wir sind in Europa dabei auf dem richtigen Weg. Denn die EU hat entschieden, dass künftig wir stärker vor Greenwashing geschützt werden soll. So hat die EU neue „Green Claims”-Regeln beschlossen. Ab September 2026 dürfen Unternehmen keine pauschalen Umwelt- und Nachhaltigkeitsversprechen mehr verwenden, wenn sie diese nicht direkt nachvollziehbar erklären und belegen können. Für Verbraucher im Allgemeinen, aber auch Reisende soll dies mehr Transparenz schaffen. Eine Idee, die wir ausdrücklich begrüßen und nach so viel Greenwashing längst überfällig ist. Doch: Müssen jetzt jede Unterkunft und jedes Tourismusunternehmen einfach für das EU Eco Label bezahlen und dann lehnen wir uns entspannt zurück? Leider nicht. Denn genau wie beim Thema Bio ist es nicht ganz so einfach.
Nachhaltig – klimaneutral – klimapositiv
Niemandem ist damit geholfen, wenn ein Unternehmen am anderen Ende der Welt ein paar Tausend Setzlinge in die Erde stecken lässt und dann so tut, als würden sie der Umwelt weitaus mehr helfen, als Emissionen zu verursachen. Besonders die Wörter „klimaneutral” oder sogar „klimapositiv” gaben (berechtigt) viel Anlass zur Kritik, weil hier komplexe Prozesse zum Klima durch eine Äpfel-gegen-Birnen-Verrechnung in ein positives Licht gerückt werden. Doch bedeutet das jetzt, dass Nachhaltigkeit nur ein Marketingbegriff war? Ganz im Gegenteil. Begriffe verlieren an Bedeutung. Die Maßnahmen nicht. Die Kritik der vergangenen Jahre und auch die neuen Regularien der EU richten sich nicht gegen das Ziel, verantwortungsvoller zu wirtschaften oder zu reisen. Sie richten sich gegen falsche oder undurchsichtige Versprechen und Vereinfachungen. Kritiker meinen allerdings auch, dass jetzt ein „Green Hushing“ hervorgerufen werden könnte, wo nachhaltige Maßnahmen aus Unsicherheit einfach nicht mehr erzählt und hervorgehoben werden. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, verschwinden nicht dadurch, dass wir weniger darüber sprechen.
Nachhaltigkeit im Tourismus
Der Tourismus trägt zu Treibhausgasemissionen bei, verbraucht Ressourcen und verändert Landschaften und Lebensräume. Gleichzeitig kann er lokale Wirtschaftskreisläufe stärken, Kulturlandschaften erhalten und Menschen ein Einkommen sichern. Deshalb sind wir von luckx – das magazin ganz klar für das Reisen. Reisen verbindet Menschen, erweitert den Horizont und schafft Verständnis für andere Kulturen und Lebensweisen. Es fördert auch die eigene Erholung und unser Wohlbefinden. Doch die Frage, wie wir reisen, wird immer wichtiger. Die Politik und die Tourismusbranche stehen in der Verantwortung, Reisen für unseren Planeten zukunftsfähig zu machen. Doch auch wir Reisenden haben Einfluss. Mit jeder Buchung unterstützt du eine bestimmte Art des Wirtschaftens und setzt ein Zeichen dafür, welche Angebote wir in Zukunft sehen möchten.
Green Pearls hat dazu Gastgeber aus dem eigenen Netzwerk gefragt, wie ihre Gäste die verschiedenen Maßnahmen in Richtung Umweltschutz, Ressourcenschonung und soziales Engagement wahrnehmen. Aus ihren Antworten geben wir die wichtigsten Hinweise wieder, die dabei helfen einzuschätzen, wie engagiert und verantwortungsbewusst eine Unterkunft tatsächlich ist.
Wird die Anreise mitgedacht?
Ein großer Teil der Emissionen einer Reise entsteht oft nicht erst im Hotel, sondern auf dem Weg dorthin (besonders bei Flugreisen). Umso spannender ist die Frage: Unterstützt eine Unterkunft ihre Gäste dabei, Alternativen zum Auto oder Flugzeug zu nutzen? So hat ein Südtiroler Hotel eher zurückhaltend reagiert, als der Green Pearls Verband eine kanadische Influencerin vermitteln wollte. Internationale Gäste sind zwar willkommen, doch man möchte nicht aktiv Fernreisen fördern, sondern lieber Reisende ansprechen, die beispielsweise mit der Bahn anreisen können. So informieren Hotels ihre Gäste bereits vor der Anreise über die besonderen Verkehrsregeln beispielsweise im UNESCO-Welterbe Dolomiten. Autos dürfen dort nur am An- und Abreisetag bewegt werden.
Investition in E-Ladestationen
Andere Häuser schaffen die passende Infrastruktur vor Ort. So bieten Unterkünfte in Ligurien eine Ladestation für Elektroautos an. Aber auch Hotels an der Nordsee und der Ostsee verfügen über dieses Angebot. Zusätzlich werden den Gästen Leihfahrräder mit und ohne E-Antrieb zur Verfügung gestellt. So lässt sich feststellen, dass Unterkünfte die Mobilität mitdenken und ihre Gäste bei der Nutzung von Bahn, öffentlichem Verkehr oder Fahrrädern zur Anreise und vor Ort unterstützen. Die betrachten das Reisen ganzheitlich und über die eigenen Hotelgrenzen hinaus. Ein gutes Zeichen für eine verantwortungsvolle Grundhaltung.