Früher haben wir als Kinder gelernt zu sparen. Beim Weltspartag wurde dann immer ein kleiner Betrag auf das Sparbuch eingezahlt. Aber auch bei anderen Dingen haben Kinder schon früh Verantwortung übernommen. Sei es beim Strom sparen, die Heizung zu reduzieren als auch den Wasserhahn zuzudrehen. Luckx – das magazin fragt, warum diese kleinen und großen Dingen nicht im Gedächtnis haften geblieben sind.
Politik muss sparen lernen wie die Bürger
Täglich wird ein anderes Thema durch das politische Dorf getrieben. Im Fazit geht es immer um die faulen Deutschen. Ob Teilzeitarbeit, ob Renteneintrittsalter oder Krankenkosten. Am schlimmsten scheint es aber bei den Energiekosten wieder einmal um hohe Abgaben zu gehen. Ab heute entfällt der Tankrabatt. So stellt sich für viele Verbraucher die Frage nach dauerhaft hohen Energiepreisen und wie sie in Zukunft diese hohen Kosten meistern sollen. Es fehlt weder ein Konzept, wie künftig damit umgegangen werden soll. Noch unterstützt die Regierung Sparmaßnahmen. 74 Prozent der Deutschen rechnen mit anhaltend hohen Energiepreisen und sehen die Energiekrise als langfristige Herausforderung. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Umfrage: Wer bereits elektrisch fährt, nimmt die Krise ganz anders wahr. Zudem fordert die Mehrheit der Deutschen strukturelle Verbesserungen für die Elektromobilität, etwa mehr Ladeinfrastruktur auf dem Land oder die Senkung der Stromsteuer. Das gilt aber nur für die wenigen Bürger, die sich überhaupt mit der Elektromobilität anfreunden können. Auch wenn es sind 3 Millionen Elektrofahrzeuge aktuell auf deutschen Straßen unterwegs sind, so tragen die darin vorhandenen Batterien nichts zur Verbesserung der Versorgungssicherheit bei einer möglichen Dunkelflaute bei, weil die Fahrzeuge überhaupt nicht zum bidirektionalen Laden vorbereitet sind. Erst demnächst auf den Markt kommenden neue Modelle sollen dafür ausgestattet sein. Ein Armutszeugnis der deutschen Automobilhersteller.
Dauerhafte Energiekrise?
74 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass die durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiekrise keine vorübergehende Erscheinung ist, sondern die Energiepreise dauerhaft hoch bleiben werden. 58 Prozent berichten von erheblichen Auswirkungen auf ihr Haushaltsbudget. Um diese Entwicklung abzufedern, setzen viele Befragte gezielt auf Maßnahmen im Bereich Elektromobilität. Jeder Dritte Fahrer eines Benzin- oder Diesel-PKW überlegt aufgrund der Energiekrise ein Elektroauto anzuschaffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Verian. Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) spricht sich dafür aus, dass die Bundesregierung den Kauf von Elektroautos unterstützt und anregt. Den stärksten Rückhalt hat der Ausbau der Ladeinfrastruktur in ländlichen Gebieten mit 67 Prozent. Dahinter folgen finanzielle Unterstützung für Ladeinfrastruktur zuhause oder am Arbeitsplatz (60 Prozent), sowie eine Senkung der Stromsteuer (59 Prozent). Eine Kaufprämie wünschen sich 51 Prozent der Befragten. Seit dem 1. Januar hat die jetzige Bundesregierung rückwirkend ein Förderprogramm für Elektroautos aufgesetzt. Doch gekauft werden diese Fahrzeuge nicht, weil sie einfach viel zu teuer sind. Da wird weiterhin der Diesel aus der Garage geholt. Der hält noch mindestens 10 Jahre.
Vorteile von Elektroautos – gibt es nicht!
Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die Vorteile von Elektroautos von vielen noch zurückhaltend eingeschätzt werden: Nur 37 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Haushalte mit Elektroautos besser vor Energiepreissteigerungen geschützt sind. Aufschlussreich ist jedoch der Blick auf diejenigen, die bereits Erfahrung mit Elektromobilität haben: 79 Prozent der E-Auto-Fahrer sind überzeugt, dass E-Auto-Haushalte besser geschützt sind. Unter Fahrern von Verbrennern teilen nur 35 Prozent diese Einschätzung. Auch im tatsächlichen Haushaltsbudget zeigt sich ein Unterschied: 61 Prozent der Fahrer von Autos mit Verbrennungsmotor berichten von erheblichen finanziellen Auswirkungen der Energiekrise – unter E-Auto-Fahrern sind es 47 Prozent. Verbraucher stellen sich darüber hinaus die Frage, wo denn bitte schön die Vorteile von E-Fahrzeugen liegen sollten. Bei den hohen Strompreisen sind die Kosten fast genauso hoch wie beim Verbrenner. Werden die hohen Anschaffungskosten eingerechnet, sind die Fahrzeuge einfach teurer. Außerdem ist die Versorgung mit Ladestationen völlig unzureichend. Wer dann noch vom Umweltschutz spricht, führt sich selbst ad absurdum. Das tonnenweise mitschleppen von Batterien und die Nutzung von Strom aus Gas-, Öl- und Atomkraftwerken dreht jedem Umweltschützer das Schwert im Magen herum. Außerdem ist der Fahrzeugverschleiß aufgrund des hohen Gewichts der Fahrzeuge erheblich höher. Besonders Bremsen und Reifen sind betroffen, die dann auf den Straßen den Feinstaub nur so verteilen.
Wenn Politik jetzt nicht sofort lernt, sparsam mit dem Geld der Bürger umzugehen, geht es ihr wie dem deutschen Fußball-Team. Doch zum Elfmeterschießen kommt es nicht mehr. Die Regierung scheitert schon in der ersten Halbzeit. Deshalb: geht jetzt in die „Kabine“ und kommt mit den richtigen Ideen für die Bürger wieder aufs Spielfeld. Sonst gewinnen andere das Spiel. Wollt ihr das?
Zur Umfrage
Das Meinungsforschungsinstitut Verian hat im Auftrag der European Climate Foundation im Zeitraum vom 29. Mai bis zum 03. Juni 2026 online 1.000 Menschen in Deutschland befragt. Die Stichprobe ist für die Bevölkerung Deutschlands ab 18 Jahren repräsentativ.